28. Juli 2014
von Steffi
Keine Kommentare

Baiona

Baiona – der Ort, an dem der erste Angehörige der First Nation (Indianer) in der Alten Welt starb. Andere kennen ihn vielleicht als jenen Ort, an dem die Pinta, eines der beiden Schiffe aus der Flotte von Columbus, nach Spanien zurückkehrte. Die Bewohner dieser Stadt waren die ersten in Europa, die von der Entdeckung der Neuen Welt erfuhren. Heute ist es eine kleine Stadt, mit schönen Stränden, einer malerischen Festung, in einer heimeligen Bucht gelegen, die hauptsächlich von Touristen lebt und dabei dem digitalen Zeitalter hinterher hinkt: Wir haben vier Wifi Netze versucht, mit je drei Geräten, keines ist stabil, jedes braucht  Minuten um eine Seite aufzubauen…

Baiona – the location where the first member of the First Nation died in the Old World. Others know that the caravel Pinta, one of the ships of Columbus‘ fleet returned to. The inhabitants of Baiona were the first ones in Europe that learned about the discovery of the New World. Today it is a small town with nice beaches, a pituresque fort, located in a homely bay, living of tourists. Also it is way behind modern digital time: We tried four networks, each with three devices, none was stable, all took minutes to built up a page…

27. Juli 2014
von Steffi
Kommentare deaktiviert für Mojitos

Mojitos

Einer jener Abende, die frau nie vergisst, einer, der für immer im Gedächtnis bleibt, verbracht mit  guten Freunden, bei einem Glas Wein, oder auch zwei und mit gutem Essen…

Auch wenn wir Christine, Heinz, Walter und Elke erst vor ein paar Tagen kennengelernt haben, so verbindet uns doch das gemeinsame Ziel „Weit und lange segeln“ und das schon erreichte „Biskaya hinter uns“. Tipps und Wetterkarten werden ausgetauscht. Unterwegs ist jeder irgendwann auf Hilfe angewiesen, jeder steht vor den gleichen Herausforderungen und Hindernissen, das verbindet in einer Art und Weise, die im üblichen täglichen Trott nur schwer zu erreichen ist.

Wir hatten die vier überzeugt, dass  Combarro unbedingt sehenswert ist. Gestern Nachmittag legten sie neben uns an, am Abend zeigten wir ihnen diesen überraschend hübschen und in Deutschland vollkommen unbekannten Ort. Wir zogen durch die Gassen, fotografierten, schnupperten in die Bodegas und Tapas Bars. Am Ende der Straße führten steile Stufen hinab in einen von Weinreben überdachten Hof, einfache Tische und Stühle darunter, direkt am Meer – eindeutig keine hochprofessionelle Schickimicki Tapas Bar, eher etwas wie bei Muttern…

Muttern, groß und kräftig, offenes Gesicht, saß in der Kittelschürze am ersten Tisch, ich glaub beim Kreuzworträtsel, und wusste nicht so recht, ob sie sich über die ersten Gäste des Abends freuen sollte oder nicht.

„Bebida? Comida? Trinken? Essen?“

Wir gaben ihr zu verstehen, dass wir zu sechst sind und essen wollten. Widerstrebend und schwerfällig, doch durchaus freundlich, erhob sie sich von ihrem Stuhl, um vom schönstgelegenen Tisch die halbleeren Biergläser abzuräumen. Sie empfohl uns den lokalen Weißwein, unbedingt. Der rote wäre auch lokal, aber nicht ganz so, lieber der weiße… Ich wollte erst Bier, drei dennoch Rotwein, zwei Weißwein. Die Speisekarte hatte sie im Kopf: kleine Fische, große Fische, Pulpo, Chipirones, Pimenta Padron, Cordeiro – Lamm, ein paar Worte deutsch konnte sie.

Dieser Moment als sie den leicht zerfledderten Collegeblock hinterm Rücken hervorholte um die Bestellung aufzunehmen! Wie die Karikatur einer strengen Lehrerin stand die da in ihrem blauen Kittel mit erhobenen Bleistift vor uns!

Muttern begab sich erst mal lange hinter die Theke. Nach gefühlten 10, 15 Minuten brachte sie schlurfenden Schrittes drei Gläser mit Weißwein, fest gehalten mit zwei Händen. Ja, genau drei. So kam ich in den Genuss, diesen zu kosten und für ausgezeichnet zu befinden – meinem Vater, meinem Bruder und meiner Schwägerin hätte dieser auch sehr gut geschmeckt. Auch der Rotwein, schlurfend, drei in zwei Händen vor sich hergehalten gebracht, war lecker, das Bier schnell weg!

Dann verschwand Muttern hinter der spanischen Wand und begann zu kochen. Erst den Pulpo, dann – etwa 10 Minuten später – die kleinen Fische, dann die kleinen grünen Paprika (immer mit Zubereitungszeit dazwischen), dann die großen Fische , die eigentlich auch klein waren, danach die Chipirones, die kleinen Tintenfische, und zu guter Letzt das von Heinz heiß ersehnte Lamm: Er isst keinen Fisch. Lamm mag er eigentlich auch nicht. Das Brot, glaub ich, mochte er.

Dazwischen brachte der Sohn des Hauses, vielleicht 16 oder 17, Nachschub an Wein…

Kurz vor Mitternacht machte er sich dann daran in dem Schulheft die Preise zusammenzuzählen und so die Rechnung zu erstellen.

Doch dieser wundervolle Abend war noch nicht zu Ende, denn auf dem Weg zurück zu unseren Schiffen lagen noch zwei Bars mit Lifemusik. Christine verschwand schnell im Getümmel, bahnte sich den Weg zur Bar und bestellte 6 Mojitos.

Sie kam nicht wieder.
Und immer noch nicht.
Und immer noch nicht.

Der Barkeeper kam einfach nicht mit den Bestellungen nach, der Schweiß stand ihm auf der Stirn:
Erst mal die Limonen aufschneiden, in Gläser verteilen, Zucker drauf, dem Kühlschrank auf, Pfefferminzstengel entnehmen, mit deutscher Gründlichkeit je drei Blättchen abzupfen und in ein Glas geben, sechsmal, Kühlschrank auf, Pfefferminze weg, mit dem Stößel alles zerstampfen, je ein Schuss Hochprozentiges dazu, anderer Kühlschrank auf, eine Schippe Eis drauf…

Christine kam immer noch nicht, Heinz stand schon mit dem Tablett neben ihr, um die fertigen Mojitos abzufangen.

Endlich war es soweit. Der Barkeeper wusch sich die Hände, trocknete sie ab, nahm eine blaue Serviette, faltete sie sorgfältig und umhüllte damit das erste Glas. Dann das zweite, das dritte…

Unseren Mojito bekamen wir um viertel vor eins oder so, er war lecker und wir hatten uns köstlich amüsiert! Danke Christine, danke Heinz für die Einladung!

Danke auch an Elke und Walter, ohne euch vier hätten wir diesen Schatz – Muttern und ihre Sommerküche – nicht gefunden!

Möget ihr immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel haben!
Auf Wiedersehen!

 

Rechts hintern der Weingarten - dort kocht Muttern

Rechts hintern der Weingarten – dort kocht Muttern

This post is about a great evening with friends in a Tapas Bar, where „mum“ was cooking. We some excellent wine and some Mojitos later on…

23. Juli 2014
von Steffi
Keine Kommentare

Horreos

Hórreos – nie gehört? Ihr sucht den Ort vergeblich auf Google Maps? Kein Wunder! Horreos sind nämlich Kornspeicher. Sie stehen auf steinernen Säulen, auf denen Steinplatten zum Schutz vor Ratten und Mäusen liegen. Die eigentlichen Speicher darauf waren früher aus geflochtenem Schilf, gedeckt mit Stroh. So kam Luft durch, die Kartoffeln und Feldfrüchte waren gut gegen Feuchtigkeit geschützt und luftig gelagert. Später wurden sie aus Stein und dann aus Holz errichtet, oft mit Kreuzen obendrauf. Sie stehen zu Dutzenden in Combarros Gärten entlang des Meeres herum, darunter wird die Wäsche getrocknet, Spielsachen und Gartenmöbel aufbewahrt. Drumherum und an den Häusern dahinter blühen Bougainvilleen,  Oleander, Wisteria und Montbretien. So menschlich und entzückend!

Neben den Hórreos tragen die Cruceiros, die Wegkreuze, zum besonderen Flair dieses Ortes bei. Sie stehen meist auf Kreuzungen, dort wo sich einst die Hexen trafen. So steht es in der Broschüre des Tourismusbüros. Auf einer Seite hängt Jesus am Kreuz, auf der anderen ist Maria mit dem Kinde, angeblich zum Schutz vor den Hexen. Na, wenn die Himmelskönigin sie nicht im Zaum hält, wer dann?

Ah, diese heidnischen Elemente im katholischen Glauben verfehlen es nie, mich zu erheitern!

Combarro, ganz hinten im Ria de Pontevedra gelegen, ist auf Fels gebaut, entsprechend uneben sind die kleinen Gassen. Die Menschen waren einst beides hier: Fischer und Bauern. Unten am Wasser stehen die alten Fischerhäuser, heute meist Restaurants, und dahinter die der Bauern mit den angrenzenden Feldern und Weingärten. Halt – dort wo einst die Felder lagen, sind heute die Neubauten und der Supermarkt. Was den Ort so bezaubernd macht ist, dass sich seine Bewohner offenbar bewusst sind, welchen Schatz sie da haben – er ist gepflegt, liebevoll renoviert und mit Blumen geschmückt. Einzig die vielen Souvenirläden mit den Hexenfiguren tun ein bisschen weh! Nun gut, von Menschenfang lässt es sich eben heute leichter leben als von Fischfang! An den Stränden am Anfang des Ria de Pontevedra liegen genug Hotels und Campingplätze, die jede Menge Touristen in Bussen hierher karren. Wir wären nie hierher gekommen, wenn uns nicht Stewart von der Blue Shadow of London den Tip gegeben hätte! Danke!

Irgendwie hatten Tomy und ich die Vorstellung, dass diese Rias eher einsame, wilde Orte sind, doch nein, weit gefehlt. Gut, im Ria de Muros e Noia, ging es noch recht ruhig zu, doch hier ist ein Strand neben dem anderen. Und auf jedem herrscht Hochbetrieb – es ist ja auch Juli! Die Hotels sind für Spanien recht dezent. Gegenüber in Pontevedra ist ein Industriehafen, der Ria ist voller Muschelbänke. Die Landschaft immer noch großartig. Vorausgesetzt, man sieht etwas davon: Gestern lachte zwar den ganzen Tag die Sonne, doch war es sehr diesig. Heute ist es Richtung Meer nebelig, es weht ein scharfer, kühler Wind. Wir sitzen jedoch in der Sonne…

—————————————————————————————————————————————————————————————-

Hórreos – never heard of? You are looking for it on google maps in vain? No wonder! Hórreos are granaries. There are dozens of them in Combarro’s gardens along  the sea. Underneath them the laundry is drying, toys and garden furniture is stored. Around them and on the houses Bougainvillea, Montbretia, Oleander and Wisteria are flowering. Very charming!

Next to the Hórreos the Cruceiros, wayside crosses add to the charm of this village. They were erected to christianize  the places where witches once met. At least that’s what the signs are saying. On one side of the crosses there is Jesus, on the other side the virgin Mary, she functions as protection. Well, if the Queen of Heaven cannot control the witches who else could?

Ah, these pagan elements in Catholicism never fail to amuse me!

Combarro, situated at the far end in Ria de Pontevedra, is built on granite. That makes the little streets quite wobbly. Once the inhabitants here were both, peasants and fishermen. At the waterfront there are the fishermen’s houses, nowadays restaurants, and behind them the houses of the peasants with connected fields and vineyards. Today newly built houses and the supermarket have taken the place of the fields. This little town is so special as Its inhabitants seem to know that they own a treasure. All is thoroughly  renovated, well kept and decorated with flowers. Only the souvenir shops are a bit annoying, but then it is easier to catch humans than fish! There are lots of busy beaches in the beginning of the ria, it is obviously a tourist spot. Busses bring loads of people from there to here. We would have never come here, if Stewart from the Blue Shadow of London had told us – Thanks!

Tomy and I had the expectation that those Rias will be deserted and wild locations, but no! Besides the beaches there is an industrial harbor just opposite Cambarro in Pontevedra. There are lots of shellfish banks in the Ria. Despite the hotels and industry the landscape is still gorgeous – if it can be seen. It was pretty hazy yesterday and today there is mist all around us. Also a rather cool wind is blowing. As long as I am sitting in the sun, I do not mind!

21. Juli 2014
von Steffi
Keine Kommentare

Ria de Muros e Noia

Lila! Das Badezimmer ist lila, lila wie unser Gästezimmer, mit Schränken ähnlich Ikea und liebevollen Details. Es gibt eine, nein ganze zwei, regulierbare Regenduschen, mit Massagedüsen. Ich fühle mich fast wie zu Hause! Das Marinabüro in Muros sieht mehr wie ein Wohnhaus als ein Büro aus, mit gemütlichem Wohnzimmer, Küche mit Waschmaschinen und einem liebevollen kleinen Garten. Welch ein Kontrast zu den Sanitäranlagen in Camaret sur Mer!

Auch der Ort Muros, einst einer der bedeutendsten Häfen Spaniens, ist sehr hübsch, mit alten Steinhäusern, kleinen Plätzen mit Tapasbars und einer gepflegten Strandpromenade. Der Supermarkt ist keine zwei Minuten von der Marina entfernt. Hier könnte frau es aushalten – wenn die Marina nicht völlig überteuert wäre. Wir hatten uns schon gewundert, wieso so viele Schiffe in der Bucht vor Anker liegen und die Marina zu vierfünftel leer steht. Das nenn‘ ich verfehlte Preispolitik!

Wir nutzten heute Vormittag die Nähe des Supermarktes um uns mit Bier, Obst und Wasser einzudecken, füllten die Wassertanks – mit der Gießkanne. Wir haben zwar ein Sortiment an Gardena-Schlauchanschlüssen, aber keiner passt. Die Gießkanne und eine neue, besser eine alte, aber gefüllte, Gasflasche erstanden wir im örtlichen Eisenwarenhandel. Ja, so etwas gibt es hier noch! Er mutet wie ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert an, überfüllt mit Beschlägen, Schrauben, Farben, Angelausrüstung, Kochtöpfen, Kärcher, Bohrmaschinen, Schraubendrehern, Muffinförmchen, Heckenscheren… In Deutschland gibt es all das nur mehr schick präsentiert im Knauber auf der grünen Wiese.

Den Rest des Tages liegen wir in der Bucht nebenan und lassen uns endlich die Sonne auf den nackten Bauch scheinen. Bisher war es mir dazu immer viel zu kalt und zu windig. Ich übe mich in Gewahrsam*: 3 x 3 Atemzüge lang der Luft in meiner Nase, der Wärme der Sonne auf meinem Bauch und des Surrens des Windgenerators gleichzeitig gewahr sein; oder Luft in der Nase, Wind im Gesicht, Lage des Körpers. Mal gelingt es, mal schweifen meine Gedanken wieder ab…

Ist schon interessant wie so ein Gehirn funktioniert. Seine Aufgabe ist es unter anderem*, Neues mit gespeicherter Erfahrung und Wissen abzugleichen. Das erleichtert das Lernen, übrigens im Alter noch mehr, wegen des größeren Erfahrungsschatzes. Wenn ich etwa in der Auslage eines Geschäftes „Rebajas“ lese, daneben ein Prozentschild, kann es sich nur um Angebote handeln. Wird auf der Seekarte dann ein Gebiet mit „Bajo …“ bezeichnet, weiß ich, es ist eine Untiefe. So hantle ich mich durch fremde Sprachen.

Diese Funktion des Gehirns schützt uns auch vor Gefahren, nach einem Trauma manchmal so vehement, dass ein kleines Geräusch zur Panik führt. So nützlich dies ist, es hindert uns auch daran offen und begeistert wie ein Kind auf Neues zuzugehen: Ich erinnere mich noch gut, an unseren ersten Besuch in Imbassai, als wir alle dachten, da kämen wir nicht mehr lebend raus – heute ist dieser Ort unser persönlicher Inbegriff vom Paradies.

So laufen viele Reisende eigentlich mit Scheuklappen durch die Gegend, sehen nur, was ihnen vertraut ist, lassen sich auf nichts Neues ein, übersehen die Einzigartigkeit eines Ortes, eines Volkes oder einer Situation.

Auch wir verfallen immer wieder ins Vergleichen: Einige Häuser in Muros sehen aus wie die in Kroatien, andere erinnern uns an Minas Gerais. Der ganze Ria de Muros e Noia sieht aus wie der Attersee von Weyregg aus betrachtet: Sanfte, bewaldete Hügel, dazwischen kleine Orte und Höfe. Auf der anderen Seite des Ria sieht es wieder mehr nach kroatischem Karst aus…  Darüber übersehe ich fast die Sandstände, die Fischerboote, die Segler und die einzigartige Schönheit der Kombination all dieser Elemente. Und die Zahnstocher! Wie kann ich nur die Zahnstocher  vergessen, die wie Haare auf den Kopf von Kinderzeichnungen von den Hügelkuppen abstehen: Windmühlen, große und kleine, einzeln und in Gruppen!

Womit wir wieder beim Abgleichen, Einsortieren und Kommentieren wären…

Also retour: Luft in der Nase, Wind im Gesicht, Popo auf dem Sitz…

 

* Ezra Bayda: Zen sein – Zen leben
* Deepak Chopra und Rudolph E. Tanzi: Superbrain

19. Juli 2014
von Steffi
Keine Kommentare

Laxe und Camarinas

Eine einsame Bucht, kristallklares, türkisfarbenes Wasser vor weißem Strand und grünen Palmen – so stelle ich mir unsere Ankerplätze vor. Unser erster, der vor Laxe, hatte damit gerade einen Sandstrand und grüne Wälder darum gemeinsam. Weiter war in Laxe nicht viel, jedenfalls auch nicht der im Reeds angekündigte Ponton. Also fuhren wir unser erstes Ankermanöver und siehe da, der Anker hielt auf Anhieb! Schnell Spagetti Alio e Olio gekocht und ab ins Bett!

Eigentlich hatten wir bis Camarinas fahren wollen, doch unser Plan, erst mal mit halbem Wind schnell raus zu segeln und dann langsam mit Motor gegen 20 Knoten Wind,  ging nicht auf: Wir hätten dafür die Fock gebraucht, doch Tomy hatte ja mutig die Fockleine erneuert. Hat er auch gut gemacht! Es fehlte nur eine Kleinigkeit: Der Knoten hätte weiter hineingezogen werden müssen, dann hätten wir sie auch ausrollen können. So mussten wir von dem Moment an, an dem sich der Nebel lichtete, mit Motor gegen den Wind, mal hatten wir 12 bis 15 Knoten gegen uns, mal 18 bis 20 oder 21. Vor Laxe gaben wir auf: Am nächsten Tag sollte der Wind zwar auch aus Süden kommen, aber viel schwächer. Das war zumindest die ganze Woche über so angesagt, im Windfinder stand abends immer noch etwas von höchstens 17 Knoten heute Nachmittag um 5 Uhr vor Cabo Vilano.

Um 13:00 Uhr blies es vor Cabo Vilano konstant mit 20 bis 27 Knoten gegen uns, auch schon mal mit knapp über 30. Also gaben wir unseren Versuch nach Muros zu kommen auf und steuerten Camarinas an.

Es blies weiterhin und es schüttete.

Die Kirmes in Camarinas zu Ehren der Virgen del Carmen fand deshalb ohne uns statt. Die Musik spielte dennoch bis heute morgen um fünf, übertönt vom Wind und vom Regen.

Und Camarinas selbst? Erinnert uns an Bahia: bunte Häuser, schöne alte Steinhäuser, dann wieder mit schwarzen Schimmel überzogene Häuser, Gassen, in denen man sich fragt, wer hier wohl haust, Blumen dazwischen, Plastikmüll im Hafenbecken  – allein uns fehlt das liebende Auge! Es liegt nicht an Camarinas, dass es uns nicht gefällt – es liegt an unseren Erwartungen an einen Ort in Europa.

Fischer im Nebel vor A Coruna

Fischer im Nebel vor A Coruna

The day before yesterday we tried to get to Camarinas, against the wind. We could have made it, if Tomy had not been repairing the fore sail. He did it well, except for the knot which is a bit in the way. It can’t be moved. So we had to go by engine from the moment the mist lifted, against the wind with 12 to 15 or 18 to 20 knots. We gave in and went to Laxe, where we had to anchor. The ponton, mentioned in the Reeds Nautical Almanac, was not there.

The next day the wind should have been less,  maybe 17 knots before Cabo Vilano in the late afternoon, long after we would have passed. Well, it was 20 to 27 knots at 1 pm, with peaks over 30. No way to get to Muros, we navigated to Camarinas.

The wind keept blowing and it started raining.

Today we went looking  – Camarinas looks like Bahia, colorful houses, some nice old ones, ond lots covered with black mould, plastic trash in the harbor – we lack the loving eye! It is not Camarinas fault, that we do not like it, it is our expectations how a town in Europe should be.