Gustav-0378

29. Juni 2016
von Steffi
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Gustavs unglaubliche Abenteuer in Bolivien – Best 1/2016

Du vermisst Gustav? Er war auf einer abenteuerlichen Reise in Boliven…

Dort enstanden auch die besten Fotos im ersten Halbjahr 2016, mit denen ich hier von seinen Abenteuern erzähle – es sind ein paar mehr als sieben!

Er spielte Schach in Santa Cruz de la Sierra:

Kategorie Schwarz Weiß, naja fast!

Und Klavier in La Paz

Gustav???
Gustav!!!! Das hast du doch nicht nötig! Das wird mir jetzt zu bunt!

Kategorie Bunt

In La Paz kämpfte er mit einem wilden Stubentiger:

Kategorie Tierisch

schloß Freundschaft mit einem Pferd

und versuchte sich daraufhin als selbständige Kühlerfigur:

Kategorie Fahrzeug

Er fuhr mit der Seilbahn

In Copacabana am Horca del Inca verlor er sich in Zeit und Raum:

Gustav bewunderte die Grüne Lagune:

Kategorie Natur

An der Laguna Colorada hütete er Lamas:

Im Valle de las Rochas ruhte er sich aus – war übrigens verdammt hart, dieses Grünzeug, soll ich euch sagen:

Kategorie Lieblingsbild

Als Gustav Gwayne wartete er auf den Mittagszug:

Und der Feind kam – siehe Titelbild…

Er machte erstaunliche Fotos auf dem Salzsee Uyuni:

Und verhinderte, dass unser Jeep davonrollte:

Auf der Kakteeninsel Incahuasi fühlte er sich wie ein Fakir:

Kategorie Licht

Am Friedhof der Züge spielte er Verstecken:

Bei Sucre im Parque Cretacico wurde Gustav beinahe von einem riesigen Dinosaurier zertrampelt!

Und von einem Rattensaurier gejagt:

In Sucre schlug er die Stunde:

Bei Samaipata im Parque Amboro badete er im Amazonas, oder etwas, das mal Amazonas wird:

In einer Nische in El Fuerte wurde er als Inca-Gott verehrt:

Und entspannte im warmen Wasser in der Nähe des Wasserfalls:

Haben dir Gustavs Abenteuer gefallen? Bald gibt es mehr davon! Er ist schon ganz aufgeregt…

 

Mit diesem Beitrag nimmt Gustav an der Fotoparade 1-2016 von Erkunde die Welt statt, nicht ganz regelkonform, aber ich hoffe unterhaltsam! Viele weitere tolle Fotos und Blogs der Teilnehmer findest du hier: fotoparade-1-2016-highlights

Danke für die Fotoparade, Michael! Hat Spaß gemacht, ich hoffe du lässt Gustav trotz Regelverstoß mitmachen!

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Recife, Altstadt, Waterfront

22. Juni 2016
von Steffi
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Recife: Eine Stadt zum Leben. Zumindest am Sonntag

Recife hat einen schlechten Ruf. Die Stadt gilt als gefährlich.
Nun gut, welche große Stadt nördlich von Sao Paulo gilt in Brasilien schon als sicher?

Recife gilt außerdem als das Venedig Brasiliens, weil es auf einer Insel liegt, von Wasser umgeben, mit Brücken verbunden. Damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf und doch ist Recife auf seine Arte eine sehr reizvolle Stadt, in der du dich durchaus wohl und sicher fühlen kannst.

Zumindest am Sonntag. Da ist nämlich die gesamte Altstadt, das ehemalige Hafenviertel, für Autos gesperrt, Fußgänger und Fahrradfahrer haben freie Bahn. Wir schlendern von der Bushaltstelle direkt zum Marco Zero, jenem Platz, an dem Grundstein der Stadt von den Portugiesen gelegt wurde. Recife, der Name kommt von den vorgelagerten Riffen, Recife auf Portugiesisch, blieb jedoch bis zur Ankunft der Holländer ein Dorf in den Sümpfen. Diese legten die Sümpfe trocken, bauten einen Hafen und entwickelten den Ort zu einem Handelszentrum, das in der Folge Olinda den Rang ablief. (Dabei geholfen hat sicher auch, dass die Holländer Olinda in Brand steckten…)

Altstadt Recife, Marco Zero

Am Marco Zero herrscht reges Treiben: Eine Trommelgruppe wirbelt, Skateboarder üben ihre Kunststücke, Kinder fahren Go-Kart, Familien und Sportler sind mit dem Fahrrad unterwegs. Viele lassen sich von kleinen Bötchen auf den gegenüberliegenden Wellenbrecher bringen um zu den südlichen Stränden oder eine große Runde zu fahren.

Marco Zero, Recife

Auch wir setzen über, wundern uns wieder über die Skulpturen von Francisco Brennand, die anlässlich der 500-Jahrfeier der Stadt dort aufgestellt wurden. Wir schlendern an einem der Yachtclubs und den Grundmauern eines historischen Badehauses vorbei Richtung Boa Viagem, einem der neuen, modernen Stadtviertel. Wir wundern uns desweitern über diverse Bausünden und fragen uns, warum Menschen unbedingt in Hochhäusern leben wollen. In der Ferne sehen wir noch einige Yachtclubs und eine Regatta der Optimisten, der jüngsten Segler – es sieht alles sehr einladend aus. Warum genau segelt niemand nach Recife?

Wir gehen zurück, setzen wieder über und erkunden das alte Hafenviertel. Denn ja, da wo sich heute die Mittelklasse aufwärts vergnügt, wurden einst Waren umgeschlagen, Freier betrogen und Matrosen angeheuert. Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass Heuer, Hure und hora/hour/(Stunde) den gleichen Wortstamm haben? Uhr auch?

Altstadt Recife

In den Gassen hinter der Waterfront stehen einige wunderschöne alte Gebäude, die meisten renoviert. Sie erinnern uns an die großen alten Seebäder in Europa, an Abazia (Opatija) und Brighton. Die älteste Synagoge auf amerikanischen Boden befindet sich in einer dieser Gassen, leider ist sie geschlossen. Viel Spaß haben wir nebenan mit Elvis, David Bowie, Yoda, Darth Vader, dem Papst, Che und Frieda – alle überlebensgroße Karnevalspuppen. Davor wird der Nachmittagsmarkt aufgebaut, Kunsthandwerk und Handarbeiten werden feilgeboten.

Frieda, Che und ich

In einer anderen Ecke des alten Viertels steht das alte Zollhaus, wunderschön renoviert. Innen drinnen befindet sich ein modernes, exklusives Shopping Center! Sehr nett. Daneben ist eine Kirche, hübsch für eine Hochzeit dekoriert und gegenüber gutes Graffiti, auf der anderen Seite eine unschöne moderne Bücherei und daneben ein abgewracktes, hässliches Parkhaus…

Es ist nicht die einzige Bausünde hier.

Mittlerweile sind meine Beine einigermaßen müde, die Erkundung des Viertels am anderen Ufer mit Kirchen und alten Regierungsgebäuden, entfällt. Stattdessen finden wir ein Plätzchen in einem der Restaurants in den alten Lagerhäusern. Downtown Pier heißt der Schuppen und gehört wohl Heineken. Tomy will erst nicht hin, denn Heineken ist in seinen Augen kein Bier. Stimmt. Es ist eine Brauerei, also gibt es dort auch Bavaria Bier. Und sehr leckeres Essen zu einem sehr anständigen Preis.

Ich mag Recife. Mir tut es schon am Abend, als ich noch einiges nachlese, Leid, dass wir nicht mehr Zeit und Energie hatten um das Museum Poço do Frevo, wo sich alles um den Karnevalstanz dreht, zu besuchen, oder eben die andere Seite oder den Torre: In Recife steht der einzige noch verbliebene Anlegemast der Zeppelins Hindenburg und Graf Zeppelin. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts flogen diese direkt von Frankfurt nach Recife!

Fazit unserer drei Tage in Olinda und Recife:
Prädikat erlebenswert.
Fahrt hin.
Segelt hin.

INFO Recife

Anfahrt öffentlich von Olinda mit dem Bus nach Casa Cajada. Die Altstadt ist erkenntlich, trotzdem zur Sicherheit den Schaffner nach der richtigen Haltestelle fragen. Rückfahrt nach Rio Doce oder fragen „Passa Olinda?“
Museen sind montags geschlossen
Sonntags ist die Altstadt um den ehemaligen Hafen für Autos gesperrt.

Es gibt viel zu sehen in Recife: Die Altstadt, das Frevo Museum, den Torre, die Strände, die beiden Brennand Museen, die Synagoge, den Handwerksmarkt am Sonntag, die Kunsthandwerkshalle in einer Hafenlagerhalle, Shopping, viele Restaurants und Bars…
Plane mindestens zwei, besser drei Tage ein – und einen für Olinda!

Wenn du Segler bist – ich würde heute wenigstens für ein paar Tage Recife anlaufen!

 

Dieser Beitrag ist einer von dreien, in denen ich von Recife, den Museen Brennand und Olinda berichte. Sie entstanden außerdem im Rahmen unseres Aufenthaltes in Jacare und Joao Pessoa.

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Ein Spaziergang entlang der Newa | Segeln mit Yemanja

15. Juni 2016
von Steffi
6 Kommentare

Die Newa

Ob ich einmal nach St. Petersburg segeln werde? Lust hätte ich schon, denn

Ich hatte eine Wohnung am Ufer der Newa…
Die Sonne tauchte mich im Sommer in meinem Bett bis kurz vor Mitternacht in ihr gold-rot-lila Licht, im Winter verzauberte sie meine Welt mit glitzernden Feenstaub.

Blick aus unserem Fesnter; Sonnenuntergang über der Peter und Paul Festung

Jeden Tag führte ich meinen kleinen Hund Tessa an ihren Ufern spazieren.
Komm, ich nehme dich mit, erst mit dem Schiff, dann zu Fuß…

Die Newa ist ein 72 km kurzer, aber wasserreicher schiffbarer Fluss, der bei Schlisselburg dem Ladogasee entspringt und bei St. Petersburg in die Baltische See mündet. Auf den Flüssen, die in den See entwässern, könnte man bis ins Schwarze Meer gelangen…

Eine beliebte Flusskreuzfahrt beginnt in Moskau und geht über den See bis nach St. Petersburg. Fahren wir ein Stück weit mit:

In der Festung Schlisselburg wurde einst Zar Iwan VI von Zarin Elisabeth I sein ganzes kurzes Leben festgehalten, eine komplizierte und grausame Sache. Nicht weit von hier führte die Straße des Lebens über den zugefrorenen See: Auf ihr wurden im zweiten Weltkrieg Lebensmittel in die von den Nazis belagerte Stadt transportiert. In ihrer Nähe fand die zum Durchbruch der Blockade St. Petersburgs führende Schlacht statt. In einem Diorama, einem riesigen Schaukasten, wird die Szene mit Modellfiguren und -landschaften vor einem halbkreisförmigen, bemalten Hintergrund dargestellt. Es ist ganz schön beindruckend!

Festung Schlisselburg

Das Diorama zeigt die Schlacht zum Durchbrch der Blockade von St. Petersburg

Danach windet sich die Newa wie eine Schlange vorbei an kleinen Dörfern, Kirchen, alten Häuschen und hässlichen Industriegebäuden, bis sie die ersten Vororte von St. Petersburg und bald auch die Autobahnbrücke erreicht. Diese Brücke ist in den weißen Nächten die einzige, die sich nicht öffnet, weil sie hoch genug ist, und damit ist sie die einzige Verbindung zwischen den beiden Ufern.

Usd Ischora

Typisches Holzhaus am Land

Kraftwerk an der Newa

Weiter geht es flussabwärts, vorbei am Alexander Newsky Kloster, auf dessen Friedhof einige berühmte Menschen die letzte Ruhe fanden. Nicht lange danach kommen die blauen Türme von Smolny in Sicht, von Elisabeth I als Kloster und Altersruhesitz erbaut. Später beherbergten die Klosterräume die erste Bildungsanstalt für Mädchen in Russland. Auch heute ist noch ein Lyzeum dort untergebracht, die Kirche dient als Ausstellungsraum.

Smolny

Bald kommen wir an die Liteiny-Brücke, dort steigen wir am rechten Ufer aus dem Boot und gehen zu Fuß weiter – auch wenn dort in Wirklichkeit gar kein Anleger ist. Vor uns liegt die Aurora, von der aus angeblich der Startschuss für die Oktoberrevolution kam. In Wirklichkeit war diese zu dem Zeitpunkt schon längst im Gange.

Panzerkreuzer Aurora

Dahinter liegt Peters Häuschen: Der fast zwei Meter große Zar Peter I der Große wohnte während der Erbauung der Stadt und Trockenlegung der Sümpfe des Mündungsdeltas tatsächlich in diesem winzigen Haus. Heute ist darum herum ein größeres gebaut, so dass wir herumgehen und bei den Fenstern hineinspingsen können. Selbst dieses äußere Haus ist noch recht klein!

Ganz anders hingegen die Peter und Paul Festung! Sie ist benannt nach den Heiligen der kleinen Kirche, in der die Zaren ihre letzte Ruhe fanden. Umgeben ist sie von einer Festungsmauer, die sich auch in der kühlen Sonne des Nordens schnell erwärmt, sogar im Frühling, wenn noch Schnee liegt. Dann stehen die Petersburger in der Badehose an die Mauer gelehnt und sonnen sich.

Sonnenanbeter vor der Peter und Paul Festung

Im Sommer stehen dort viele Schaulustige und beobachten die Spektakel auf dem Fluss: Schiffsparade, Motorbootrennen, Segelregatta – hier zwischen der Festung und dem Winterpalast ist der zentrale Veranstaltungsort auf der Newa.

Regatta

Eine Brücke über die Kleine Newa führt zur Strelka, wo sich die Newa in die Kleine und die Große Newa teilt. Peter der Große wacht in der Gestalt des Neptun über die Stadt, sowohl an der Börse als auch an einer der Rostalsäulen. Viele Brautpaare lassen sich hier mit dem Winterpalast oder dem Springbrunnen im Fluss fotografieren. Sie fahren in großen Stretch-Limousinen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, machen Fotos und trinken jede Menge Sekt. Der Müll bleibt liegen…

Sonnenaufgang an der Strelka

Neptun – Peter der Große wacht an der Börse über die Newa

Der Brunnen an der Strelka mit brennenden Rostalsäulen (Alje Parussa Fest, Sonnenuntergang)

Hochzeit an der Newa

Der Müll bleibt liegen

Die meisten Touristen würden jetzt über die Schlossbrücke zum Winterpalast gehen. Aber wir führen ja meinen kleinen Hund Gassi und so schlendern wir weiter an der Kunstkamera und dem Menschikoffpalast vorbei entlang der Großen Newa. Gegenüber fällt der Blick auf die Admiralität, die imposante Isaakskathedrale und ehemalige Paläste und Herrenhäuser.

Blick zurück zur Schlossbrücke und Winterpalast/Eremitage

Isaakskathedrale

Oh, vorher wirft sich noch ein Mann im Anzug vor Tessa auf die Knie und fragt, ob er sie küssen darf. Sie sieht nämlich aus wie eine glücksbringende Hundestatue in einem Hinterhof: Wer sie küsst, kommt zu Geld…

Tessa, der Glück bringende Hund

Glück bringt auch das Berühren einer der beiden Sphinxen am Kai vor der Universität – wie überhaupt fast jede Statue in St. Petersburg eine Stelle hat, an der die Berührung derselben Glück bringt. Die dreieinhalbtausend Jahre alten Sphinxen stammen tatsächlich aus Ägypten, rechtmäßig erworben übrigens, und sehen das alles gelassen.

Blick von der Isaakkathedrale auf die Universität, davor die beiden Sphinxen

Ein Stückchen hinter der letzten, der Blagoweschtschenski-Brücke. liegen ein paar alte russische Traditionsschiffe und ein U-Boot. Gegenüber machen die Kreuzfahrtschiffe und ausländische Traditionsschiffe fest. Wir gehen aber über die Brücke, an der im Sommer hunderte Spinnennetze hängen und die Mücken fangen, die zu Millionen mit dem Wind in die Stadt getrieben werden. Von hier aus kannst du in der Ferne die Hafenkräne an der Flussmündung sehen und die Baltische See erahnen.

Russische Schiffe

An der Anlegestelle der seegängigen Kreuzfahrtschiffe

An pastellfarbenen Fassaden vorbei führt unser Weg zum Admiralitätspark. Hier exerzieren Soldaten am Stadtgeburtstag, heben Heißluftballone ab und wir treffen dort auch wieder auf eine Hochzeitsgesellschaft. Und auf den ehernen Reiter, natürlich Peter der Große.

Exerzieren zum Geburtstag von St. Petersburg am 31. Mai

Ballonfestival vor der Isaakskathedrale

Zugegeben, der Hund möchte jetzt lieber durch den Park gehen, doch auch an der Newa entlang ist ein Grünstreifen. Im Sommer sind dort Bierbuden aufgebaut, es ist ein wunderbarer Platz um den Sonnenuntergang zu erwarten. Familien spazieren vorbei und Touristen aus aller Welt, die Newa-Walrosse gehen baden. Noch schöner aber ist es dort vielleicht an einem sonnigen Tag im Winter, wenn die Temperatur unter 25 Grad minus fällt und aus der Newa Dampf aufsteigt. Das sind die magischen Tage, an denen die Luftfeuchtigkeit gefriert und als golden glänzender Feenstaub auf dich rieselt…

Familienausflug am Newa Ufer

Die Walrosse der Newa

Blick über die Newa zur Peter und Paul Festung mit Weihnachtsbeleuchtung

Blick auf die Kunstkamera an einem der magischen Wintertage

Doch die meisten Menschen kommen in den weißen Nächten nach St. Petersburg. Während du im Rest der Stadt kaum etwas davon merkst – außer vielleicht am Newsky Prospekt, auf dem bis spät in die Nacht flaniert wird, herrscht hier unten an der Schlossbrücke Partystimmung: Feuerspucker, Tänzer, Musik und jede Menge erwartungsvolle Menschen treffen wir dort: Um etwa halb zwei Uhr nachts gehen die Brücken auf, die Containerschiffe die auf der Newa Waren vom Schwarzen Meer bis in die Baltische See bringen, haben nun freie Fahrt.

Weiße Nächte – Öffnung der Brücken

Aber halt, da will noch einer rüber! Auch wenn die Brücke schon ein wenig geöffnet ist, springen die letzten Wagemutigen über den Spalt.

Denn wer nicht rechtzeitig da ist, kann erst morgens früh heim!
Natürlich sperrt die Polizei die Brücke ab – für die Autos!

Wir gehen weiter, vorbei an der Eremitage, diesem weltberühmten und unbedingt sehenswerten Museum im Winterpalast. Es dauert eine Weile, bis du die ganze Pracht darin erfasst, aber dann wird dir der Mund vor Staunen nicht mehr zugehen!

Natürlich darf Tessa dort nicht hinein, es ist ja jetzt auch schon dunkel, also bleiben wir am Ufer: Stell dir vor, heute ist der Samstag nach dem 21. Juni: Heute feiert St. Petersburg das größte Schulabschlussfest des Landes, Alje Parussa – Purpursegel – nach einem Roman von Alexander Grin benannt. Das choreographierte Feuerwerk, das Spektakel, mit Lifemusik aus dem Marijinski Theater, Lasershow, Wasserballett, Schiffsprozession vor der Peter und Paul Festung sucht seinesgleichen und verdirbt dich für immer, was Feuerwerk angeht! Ich wette mit dir, du wirst nie mehr ein vergleichbares Spektakel life sehen!

Alje Parussa – Riesenspektakel für die Schulabgänger (Abiturienten)

Ich aber verabschiede mich jetzt von dir und schleiche mich hinauf in mein Apartment. Die Sonne, deren Weg ich hinter der Peter und Paulfestung verfolgen kann, wird bald aufgehen und mich an der Nase kitzeln.  Du kannst noch weiter gehen, übers Marsfeld in den Sommergarten und dich dann in den kanalisierten Nebenflüssen des Mündungsdeltas der Newa verlieren: An der Fontanka und der Moika gibt es noch viel zu sehen! Vielleicht zeige ich es dir ein andermal!

Bald geht die Sonne wieder auf

 

Danke, Sabine von Ferngeweht, mit der grandiosen Idee zur Stadt-Land-Fluss Blogparade hast du mich gleich dreifach inspiriert:

  • Ich las davon vor einer unangenehmen Segelstrecke und spielte daraufhin in Gedanken dieses Spiel, einfach um mich selbst bei Wind und Welle bei Laune zu halten.
  • Die vielen Beiträge feuerten mein Heim- und mein Fernweh an und erinnerten daran, wie schön die Welt doch ist!
  • Vor Allem aber weckte ich mit meinem eigenen Beitrag viele Erinnerungen an ein außergewöhnliches Leben in einer herausfordernden Stadt. Oder war mein Leben dort herausfordernd und die Stadt außergewöhnlich?

Schnee von gestern, oder auch Humus, der mein Leben jetzt nährt!

Hier geht es zu den Beiträgen, die mein Fern-Heim-Weh triggern:

Donau von family4travel
Dänemark von genussbummler
Elbe von punktkommatext
Ganges von Traveling the world
Kroatien von Delightful spots
Lissabon von 1thingtodo
Olifants River von Zypresse unterwegs
Rumänien von Faszination Europa
Rhein von entdeckergreise
Xian von bambooblog
Yazd von  in extenso
Zambezi von parkvogel

PS: Ich habe von 2004 bis 2009 in St. Peterburg gewohnt, von damals sind auch die Fotos und die Informationen. Es kann sein, dass sich das eine oder andere geändert hat, zum Beispiel weiß ich nicht, ob es den Brunnen noch gibt oder wie das mit der Brückenöffnung heute gehandhabt wird.

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