Gustav-Blüte

27. Juli 2016
von Steffi
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Gustavs Abenteuer in Brasilien

Es war ein aufregendes erstes Halbjahr, nicht nur für uns, auch für Gustav. Er erlebte nicht nur in Bolivien, nein, auch in Brasilien unglaubliche Abenteuer. (Nachdem er sich in Bolivien mit Viagra eingedeckt hatte, fühlte er sich besonders den Damen zugeneigt):

In Mangue Seco verlor er sich fast im Sand:

In Itaparica bandelte er mit Oxum, der Kraft des Süßwassers, an:

In Jacare wurde er beinahe von einem Krokodil verschluckt:

Er floh mit dem Zug nach Joao Pessoa

und nach Olinda, wo er sich in einen Ameisenhaufen setzte:

Gustav war Zaungast – oder wollte er einbrechen?

Jedenfalls versteckte er sich unter einer Blüte:

In den Museen Brennand jagte er den Damen hinterher:

und musste Schutz bei einem Ritter suchen:

Danach überraschte er mich wirklich: Er wurde Berater von Che, sozusagen Che-Flüsterer!

Im Moment friert er ein wenig im deutschen Regen und fiebert neuen Abenteuern entgegen – das wärmt!

 

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Begegnung mit kleinen grünen Männchen

15. Juli 2016
von Steffi
1 Kommentar

8 Gründe, um in die Ferne zu schweifen oder weit zu segeln

Was hat mich dazu bewogen, die mir fünf liebsten Menschen – Melanie, Laura, Melisa, Lian und Matti – und fast alles, was mir Kraft und Sinn gibt – meine Mutter, meine Großfamilie, meinen Garten, Nähen und kreatives Arbeiten, die Nachbarn und Freunde, meinen Beruf, Europa, mein treues Hundchen Tessa, unsere süße Katze Mussja – zurück zu lassen, um mit dem Liebsten um die Welt zu segeln? Oder zumindest weit zu segeln?

Wie oft habe ich mir vor der Abfahrt diese Frage gestellt? Und immer wieder nur eine Antwort gefunden:

Liebe!

Liebe ist der Grund, warum ich kam und Liebe ist der Grund, warum ich gehe. Singt John Denver.

Und das passt für mich sehr gut!

1. Ich liebe und achte Geld

Richtig gelesen! Ich liebe Geld, für das, was es für mich tut, auch wenn ich weiß, dass mir kein Gut und Geld der Welt etwas nützt, wenn ich nicht das Licht wahrnehmen kann, das in meinem Inneren brennt.

Der Kauf des Schiffes und seine Ausrüstung haben mehr gekostet, als viele Menschen ein Leben lang verdienen. Oder so viel wie eine kleine Wohnung (aber nicht in München oder Köln, da sind sie teurer). Für dieses Geld hat Tomy jahrelang gearbeitet, und nicht nur er – ohne die Großzügigkeit meiner Familie wäre es uns vermutlich nicht gelungen, genug zu sparen. Davor habe ich Respekt. Würde wir unser Vorhaben einer Segelreise, die uns vielleicht um die Welt führt, nicht verwirklichen, hätten zwar viele Menschen gut an unseren Investments ins Schiff verdient, doch für uns wäre es verloren gewesen.

Unabhängig vom Segeln gebe ich mein Geld lieber für Abenteuer und Erlebnisse aus, als für Dinge.

2. Ich liebe Wachstum und Entwicklung

Ich liebe meinen Garten. Was immer mich belastet, nimmt die Erde auf, in der ich beim Jäten und Pflanzen wühle. Die Blütenpracht in leuchtenden Farben, die daraus entsteht, lässt mein Herz vor Freude tanzen, und das der Nachbarn auch. Ich könnte mich damit bis zum Ende meines Lebens vergnügen. Aber viel Neues wäre nicht dabei.

Mit Farben spielen, nichts tue ich lieber! Nähen, Art-Quilts und andere, Stricken, Häkeln, Mosaike herstellen – Kreativität ist mein Leben! Und die lässt sich noch sehr weiterentwickeln! Es gäbe da einiges, das mich wachsen ließe: Kurse geben, an Wettbewerben teilnehmen, meine Werke verkaufen.

Menschen daran erinnern, wer sie wirklich sind, als Coachin oder spirituelle Lehrerin zu arbeiten, da hätte ich genug Entwicklungsmöglichkeiten und Herausforderungen. Sollte frau meinen.

Aber: Die Grenzen, die ich dabei überwinden müsste, locken mich nicht. Das, was dahinter liegt, scheint mir nicht attraktiv zu sein.

Sicher, nichts spricht dagegen, das, was ich immer schon getan habe zu erweitern, zu vertiefen, zu vervollkommnen! Aber wer weiß, was noch in mir steckt? Da ist vieles, das sich entfalten will, das gesehen werden will, ausgedrückt werden will. Vieles, das sich nicht zeigen, nicht entwickeln würde, zu Hause, wenn ich tue und denke, was ich immer schon getan und gedacht habe.

Nein, etwas tun, das nur verhältnismäßig wenige tun, etwas, das ich mir kaum zutraue, dabei innere und äußere, mir fremde Welten zu entdecken, das ist es, von dem ich mir am meisten Wachstum und Freude erhoffe.

Mein Garten im Juni

3. Ich liebe Erfolg

Erfolg ist, wenn frau erreicht, was sie will. Will ich Quilt-Shows gewinnen? Meine Werke bei DaWanda verkaufen? Jedes Jahr Tulpenzwiebeln für den Rest meines Lebens pflanzen? Marketing betreiben? Nein!

Will ich reisen, die Welt entdecken, die innere und die äußere? Sehen, was in mir steckt? Will ich mit Tomy zusammen sein? Ja! Will ich mit meinen Kindern verbunden sein, mit den Engelskindern die Welt entdecken? Ja! Kann ich das wenn ich mit meinem Mann segle? Nun, ich denke wir haben mit unseren häufigen Urlauben daheim einen Weg gefunden!

4. Ich liebe meine Kinder

Meine Kinder und meine Engelskinder brauchen Flügel! Und nicht nur das – auch den Mut, sie zu benutzen. Vorbilder helfen da – hoffentlich! Sie müssen wissen, dass ihre Träume gelebt werden können und dürfen! Das Leben, die Welt ist voller Wunder – in dem ich ihnen und euch davon begeistert erzähle, erwacht vielleicht der Geist der Inspiration auch in ihnen und euch!

Ich stelle mir vor, wie meine Engelskinder mit seinen sesshafteren – und wunderbaren – Großeltern im Kindergarten Laternen bastelt. „Wo sind denn deine anderen Großeltern?“ “ Die können nicht kommen, die segeln unterm Kreuz des Südens und eines Tages segle ich mit!“, ist ihre Antwort!

Da ist handfeste Liebe und da ist Phantasie, Imagination vom Feinsten!

Und ja, ich vermisse sie schmerzlich! Doch ich weiß sie geborgen in einer liebevollen Gemeinschaft von Schwestern, Tanten, Onkeln, Brüdern, Eltern und Großeltern und den unvergleichlichen Mädels. Außerdem gibt es nichts – nichts – das uns trennen könnte. Und falls ich von der Illusion der Trennung überfallen werde: Es gibt Computer, Internet, Skype und Flugzeuge, dem Himmel sei Dank!

5. Ich liebe das Leben

Ich will lange etwas davon haben – also gesund an Jahren zulegen, körperlich und geistig bei bester Fitness. Immer, wenn wir etwas wagen, wenn wir reale oder eingebildete Grenzen überwinden, bilden sich in unserem Gehirn neue Synapsen. Frau könnte auch sagen: Es macht klug oder intelligent. Außerdem macht es glücklich, denn gleichzeitig wird das Glückshormon Dopinamin ausgeschüttet. Was kann eine bessere Altersvorsorge sein?

Sonnenuntergang in Camamu

6. Ich liebe meinen Mann

Er träumt den Traum von der Weltumsegelung seit er als Jugendlicher segeln gelernt hat. Seit er mich kennt, sagt er, will er das mit mir tun. Es ist nicht mein Traum, also das Segeln nicht. Um die Welt reisen, fremde Welten entdecken schon! Seit ich begriffen habe, dass alles, was ich brauche in mir ist, und von mir „gemacht“ werden kann, ist das Transportmittel für mich zweitrangig. Also tue ich alles, damit er seinen Traum verwirklichen kann.

7. Ich liebe mich

Und so sorge ich für möglichst viel Freude, Liebe, Fülle, Verbundenheit, Abenteuer, Licht, Glück, Wohlstand, Gesundheit, Freiheit, Wachstum, Frieden in meinem Leben. Wenn ich feststelle, dass ich etwas tue, das mich davon entfernt, dann ändere ich das. Deshalb sieht es im Moment so aus, als würden wir den Atlantik nicht verlassen.

8. Ich liebe es, daheim zu sein

Verrückt – aber ich segle und reise, weil ich dadurch das Schöne und Gute daheim in Deutschland, Österreich oder einfach Europa viel mehr schätze und genieße. Ja, das Gute liegt nah – doch erst die Ferne macht mir das so richtig bewußt.

Warum reist du? Was liebst du daran? Bitte hinterlasse einen Kommentar!

 

Die obigen Zeilen schrieb ich schon vor unserer Abreise. Ich las sie immer wieder durch und prüfte, ob sie immer noch aktuell waren. Die Antwort war immer „Ja“ mit unbedeutenden Änderungen. Ich fand nur keinen Zeitpunkt für die Veröffentlichung. Ich denke, die Blogparade „Warum in die Ferne schweifen“ von Yummy Travel ist dafür bestens geeignet. Schaut mal bei ihr vorbei, es gibt viele Beiträge!

 

Hertogenbosch | Segeln mit Yemanja

6. Juli 2016
von Steffi
4 Kommentare

Im Garten der Lust ist was im Busch – oder war es umgekehrt?

Weiß einer von euch, was Hieronymus Bosch sich eingeworfen hat? Ich möchte das auch!

Kann natürlich sein, dass sich der eine oder andere von euch fragt: Wer zum Henker ist das? Spielt der Fußball?

Nein, er hat gemalt. Vor 500 Jahren. In ‘s-Hertogenbosch, seiner Heimatstadt nach der sich Jheronimus van Aken benannt hat. Die feiert dieses Jahr seinen 500. Todestag. Und wie sie feiert!
Erst mal holte sie – fast – alle seine Gemälde zu einer (bereits beendeten) Ausstellung in die Stadt. Ein Triptychon, also ein Altarbild, genannt „Der Garten der Lüste“ blieb in Madrid im Prado. Doch die Organisatoren machten daraus eine Tugend, baute Figuren auf dem Bild nach und stellte sie in der ganzen Stadt aus.

Und was für Figuren! Hieronymus Bosch malte Tiermenschen, durchbohrt von Pfeilen, Fantasiewesen, sexuelle Anspielungen, Hinweise auf die Todsünde der Wollust. Er malte Himmel und Hölle, Dämonen und Monster, die heute noch in jedem Horrorfilm Furore machen könnten.

Also wenn ich es mir genau überlege: Ich will das Zeug doch nicht!

Aber nach ’s-Hertogenbosch wollte ich, nachdem ich auf einem Reiseblog in Jacare davon gelesen hatte. (Ich weiß leider nicht mehr, bei wem). Dort hatte ich ja kaum mehr zu tun, als mich wegzuträumen!

Von Köln aus ist es nicht weit bis nach Herzogenbusch, in knapp zwei Stunden sind wir da. Wir wollen nur mal eben einen Eindruck gewinnen, deshalb haben wir Tessa, unseren Hund, mit dabei. Das und schlechtes Wetter schränkt unsere Entdeckerfreude leider etwas ein, kann aber eines nicht verhindern:
’S-Hertogenbosch begeistert uns! Es hat alles, was Holland so großartig macht: Kanäle, liebevoll dekorierte Häuschen, hübsche Vorgärten, einen großen Markt, kleine Winkels, wie die Geschäfte heißen, und eine beeindruckende (Außen)gastronomie). Tomy findet diese Stadt noch schöner als Brügge!

Wir beginnen den Rundgang durch ’s-Hertogenboschs Lustgarten an der Sint-Janskathedraal. Ich würde gerne auf das Dach steigen, um mir die Steindämonen, die Boschs Zeitgenossen geschaffen haben, anzusehen. Doch leider habe ich kein Ticket im Vorfeld gekauft, so dass erst am Nachmitttag wieder eine Führung frei ist. Wegen der Wettervorhersage scheue ich mich, noch schnell ein Ticket für apäter zu kaufen. So sehen wir uns die Kerk von innen an: Die Orgel, die leuchtenden Fenster, die zierlichen Säulen und Deckenmalereien machen sie sehenswert.

Sint-Janskatedraal

Von da an führt der Weg durch alte Gassen, vorbei an kleinen Häuschen, lauschigen Innenhöfen, blühenden Gärten, gekonnt arrangierten Dekorationen und bemalten Wänden. Das Paradies liegt nur einen meiner Ballwürfe von der quirligen Innenstadt entfernt. Meinen Ballwurf wohlgemerkt, nicht einer vom Boateng! Ich und Bälle sind natürliche Feinde, sie fallen im Allgemeinen unweit meiner Füße zu Boden…
Wir schlendern vorbei an Brücken und Bögen, immer wieder überraschen witzige Details das Auge des Betrachters.

Im Tuchhaus ist eine Ausstellung über die Stadt, in der Hieronymus Bosch lebte: Welche Gerätschaften verwendete die Hausfrau, womit spielten die Kinder, woran erkannte man einen Pilger? Das Museum ist gut und interaktiv gestaltet, leider ist alles auf Niederländisch. Zwar bekomme ich eine deutsche Broschüre mit, aber das ist doch nicht das Gleiche. Da Tomy mit Tessa draußen wartet, gehe ich nur noch schnell pinkeln – und finde den Schatz des Museums, rein subjektiv natürlich: Die Beschilderung der Toilettentüren!

Bald danach nähern wir uns wieder dem Markt.

Ah, der Markt! Dieser Überfluss an Gerüchen und Geschmäckern, dieser Reichtum! Die Blumen, die Nüsse, das Brot, der Fisch, der Käse, das Obst: Wieder ist alles verlockend angerichtet, ein Fest für die Sinne! Wir kaufen Matjes und Käse, lassen uns ein paar Loempias schmecken und ich widerstehe der Versuchung, eine Pflanze zu kaufen…

Blumen

Brot

Käse

Noten – Nüsse

Es hat zu regnen begonnen, mein Wieckse Witte, mein Lieblingsbier, fällt ins Wasser. Doch trotz Regen sind die Plätze draußen unter den Schirmen der zahllosen Eetcafes und Restaurants alle belegt. Wir huschen vorbei an Spezialitätenläden, Boutiquen, internationalen Modeketten und allerlei Krimskrams, zurück ins Parkhaus. Vorher kommen wir noch an einen Supermarkt vorbei: Ein Sixpack muss es sein!

Auch die Auslagen sind mit Boschs Figuren geschmückt – und mit meinem Spiegelbild

Ein wenig traurig verlassen wir dieses holländische Kleinod. Es gäbe noch viel zu sehen: Die Bosch-Lichtshow am Abend, wenn seine Gemälde an die Fassaden der Häuser am Marktplatz geworfen werden; die Himmel und Höllen Bootstour durch die teils unterirdischen Kanäle, die ich mir wie eine Art Geisterbahn vorstelle.

Kriche mit Skulpur aus dem Garten der Lüste – Yemanja?

Vielleicht fahren wir nochmals, gefeiert wird in ’s-Hertogenbosch ja noch bis Oktober!
Ach so: Neue Dosen hab‘ ich auch gefunden, leider keine von Hieronymus Bosch!

INFO Hertogenbosch

Überall im Ort stehen Helfer, die Booklets an Touristen verteilen und Fragen beantworten.
Außer einer Broschüre gibt es auch eine kostenlose App, die durch die Straßen führt.

Für die Ausstellungen kannst du die Tickets direkt vor Ort kaufen, für die Bootstour und das Dach der Kathedrale ist es sinnvoll, sie vorher online zu kaufen. Die Infos findest du hier:

Wanderung über das Dach der Kathedrale:
Tickets unter www.eenwonderlijkeklim.nl

Himmel und Hölle Bootstour
www.dagjedenbosch.com

Lichtshow
Täglich ungefähr um 21:00, genaue Zeiten hier:
www.bosch500.nl/nl/manifestatie/bosch-experience/bezienswaardigheden/bosch-by-night-lightshow

Alles im Allem hat die Stadt ein tolles Programm aufgelegt. Nur zwei Dinge hat sie nicht geschafft: Eine Website, die klar und übersichtlich zu den einzelnen Attraktionen und dem Ticketverkauf führt und das Ganze auch in Englisch!
Weitere Webseiten: www.bosch500.nl/nl/jheronimus-bosch
Eine Übersicht: www.bosch500.nl/experience

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