19. September 2019
von Steffi
Keine Kommentare

Sinnliche Azoren

Ein Aufenthalt auf den Azoren ist wie Weihnachten: Ein Fest für die Sinne!

An keinem anderen Ort der Welt betörten mich die sinnlichen Eindrücke so nachthaltig, wie auf den Azoren. Welches sinnliche Erlebnis ich am meisten genoss? Rate…

Sehen:

Als visueller Mensch, der sich schon als kleines Kind am liebsten mit Farben beschäftigte, war ich schon kurz nach Mitternacht, bei der Einfahrt auf unsere Quinta hin und weg: Zwar konnte ich die majestätischen Bäume nur ahnen, doch das war umwerfend. Am nächsten Morgen sah ich sie mir genauer an, bat Tomy sie mit der Drohne von oben zu fotografieren: Wir wohnten im Paradies!Sinnliche Azoren - www.sy-yemanja.de

Die Hortensien auf der Insel waren fast alle verblüht, doch die Belladonnalilien mit dem bezaubernden Namen Mädchen-geht-zur Schule, öffneten täglich mehr ihrer zartrosa Blüten – vorzugsweise am Wegesrand oder auch auf dem Schulweg. Lustigerweise heißen sie auf Englisch Naked Ladies – nackte Frauen.

Sao Miguel selbst ist eine Parklandschaft, mit einem Miradouro, einem Aussichtspunkt an beinaher jeder Wegbiegung. Jeder dieser Ausblicke ist etwas Besonderes!

Hören:

Ich höre nicht gut, oder besser gesagt, ich kann das gesprochene Wort nicht so gut aufnehmen, wie einen visuellen Eindruck. Doch wie könnte ich die Steine am Ufer überhören, wenn die Wellen sie an Land spülen und wieder zurück ins Meer rollen? Oder die zirpenden Grillen? Und erst recht nicht das unheimlichste und doch nach einer Weile heimeligste Geräusch der Azoren: Die Rufe der Cagarros, der Sturmvögel, Corys Shearwater im Englischen. Sie leben am Meer, nur nachts kommen sie in die Nähe des Landes, nur nachts schreien sie. Und wie! Wer sie das erste Mal hört, denkt unwillkürlich an Geister… Doch je länger du dort bist, umso sehnsuchtsvoller wartest du darauf, dass sie dich in den Schlaf kreischen. Oder dir nachts versichern, dass du geborgen bist.Sinnliche Azoren - www.sy-yemanja.de

Schmecken:

Cozido schmeckt nach Schwefel, musst du kosten, vermutlich reicht einmal! Die Bananen schmecken nicht nach süßer Stärkepampe, wie bei uns, sondern fein säuerlich bananig. Der absolute kulinarische Höhepunkt ist aber…

Trommelwirbel

Eine reife azoreanische Ananas, am besten noch eine biologische.

SO EINE SÜßE UND GUTE ANANAS HAST DU NOCH NIE GEGESSEN!

Sinnliche Azoren - www.sy-yemanja.de

Die kleinen aber feinen Ananas der Azoren

Tasten

Das Meer.

Den Regen.

Den Wind.

Das Wasser der heißen und kalten Quellen

Das weiche Gras unter deinen Füßen…

Und jetzt…

Nochmal Trommelwirbel

Riechen!

Jeden Tag noch vor Sonnenaufgang ging ich hinunter ans Meer, vorbei an uralten Feigenbäumen, um meine Gymnastik zu machen! Wie warm und süß sie duften! Jeden Tag sog ich diesen unwiderstehlichen Geruch tief in mich hinein. Kurz dahinter kam ich an wildem Fenchel vorbei, zurück nahm ich den Weg durch das Eukalyptuswäldchen.

Auch bei unseren Wanderungen kamen wir an duftenden Feigenbäumen vorbei, durch Kiefernwälder oder wir gingen durch eine Duftwolke des wilden Ingwers. Dieser ist ja eine Plage auf Sao Miguel, aber dieser Duft…Sinnliche Azoren - www.sy-yemanja.de

Sinnliche Azoren - www.sy-yemanja.de

Wilder Ingwer

Manchmal stinkt es auf Sao Miguel auch gehörig nach Schwefel, aber das bin ich aus meiner Heimatstadt gewöhnt. Den Duft der Feigenbäume jedoch wird mich von jetzt an immer nach Sao Miguel tragen…

Schön, dass ich einen im Garten habe! So werde ich jedesmal, wenn ich daran vorbei gehe an Sao Miguel erinnert!

Meinen persönlichen kleinen Reiseführer für einen Urlaub auf Sao Miguel mit großen, kleinen und inneren Kindern findest du hier.

13. September 2019
von Steffi
Keine Kommentare

August-Segel-Alltags-Abenteuer

Der August war ein geteilter Monat: Eine Hälfte verbrachten wir auf dem Schiff, die andere Zuhause. Natürlich sind die Erlebnisse mit und auf dem Schiff weniger vom häuslichen oder beruflichen Alltag geprägt, und damit scheinbar wundervoller. Aber ist dieser Alltag daheim denn wirklich so eintönig? Sicher, wir sind nicht mehr berufstätig, von daher haben wir vielleicht leicht lachen, trotzdem denke ich: Abenteuer und Wunder macht sich jeder selbst! Es kommt auf den Blickwinkel an: So können Rotweinflecken an der Zimmerdecke wie Blüten aussehen… Weiterlesen →

8. September 2019
von Steffi
Keine Kommentare

Campo nell’Elba und Marciana Marina

Hier herrscht ein wenig Durcheinander: Wir waren natürlich erst auf Elba und dann in Lerici, das ist mir beim Posten etwas durcheinander geraten… Und jetzt sind wir wieder in Genua und da kommt wieder was Anderes!

Also reset: Wir sind in Korsika, in Marina de Taverna, einer netten kleinen Marina ohne viel Schnickschnack mitten im Nirgendwo der Ostküste. Sie dient vielen Seglern als Zwischenstation auf dem Weg zwischen Elba und Korsika oder Sardinien. Dafür ist sie auch bestens geeignet. Nach einer Woche dort reicht es aber auch: Wir segeln nach Elba! Weiterlesen →

28. August 2019
von Steffi
2 Kommentare

Lerici – Gehen mit Yemanja

Tomy rudert uns an Land. Der Außenborder funktioniert zwar wieder, wir sind aber zu bequem ihn anzubringen. Wir machen das Dinghi am großen Poller bei dem Fischrestaurant fest. Am Strand, dort wo ich an dem gestrigen trüben Tag kleines, aber feines Seaglass gefunden habe, ist heute die Hölle los: Halb Lerici scheint sich dort zu sonnen. Wir reservieren noch schnell einen Tisch für den Abend, dann erkunden wir den Ort.

Rechts des Restaurants ist eine dunkle Öffnung im Fels. Tomy schaudert kurz: Uh, ein dunkler Tunnel! Weiterlesen →