15. September 2014
von Steffi
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Oeiras, Belem und Lissabon

Am Ufer der Einfahrt in den Tejo, jenen Fluss, an dem Lissabon liegt, reiht sich Villa an Villa, auch Fort an Fort. Die Einfahrt nach Lissabon muss einst die bestgesicherste Europas gewesen sein!

Fort in Oeiras

Fort in Oeiras

Cascais und Estoril sind die reichen Vororte der Stadt, mit schlossähnlichen Häusern aus alten Zeiten, modernen Villen, breiten Promenaden und allem, was dazu gehört. Nachdem ich das gesehen habe, mache ich mir keine Sorgen mehr um Portugal: Geld ist da!

Was fehlt ist vielleicht ein Mann vom Format eines Sebastião de Mello, einer der den bestehenden Strukturen und Seilschaften mit Weitblick, Verstand und Uneigennutz trotzt. Vielleicht braucht es auch ein Erdbeben, damit so ein Mann Reformen angehen kann: Sebastião de Mello, Premierminister nach dem welterschütternden Erdbeben 1755, organisierte den Wiederaufbau Lissabons als moderne Stadt, schaffte in der Folge die Sklaverei in Portugal und den indischen Kolonien ab, reformierte die Wirtschaft, schuf dabei unter anderem die erste geschützte Weinbauregion der Welt – das Douro Tal – und legte sich mit Kirche und Adel an. Ironischerweise erhielt er für seine Verdienste den adeligen Titel Marquis von Pombal.

Auch Oeiras ist eine gepflegte Vorstadt mit einem Fort, schönen Stränden, Palmen, Schwimmbädern, der Marina und der Strandpromenade. Auf ihr bewegt sich alles: laufend, schlendernd, mit Rollerblades, auf Skateboards, mit Fahrrädern und Karts, im Rollstuhl oder mit Stock, mit Hund und Kind und Kegel: Vorne läuft der Hund, dann die Eltern, dahinter die Kinder auf dem Fahrrad.

In Belém, dem kulturellem Zentrum, herrscht am Wochenende Hochbetrieb, die Portugiesen flüchten aus der Stadt, die Touristen in die Museen, denn sonntags ist freier Eintritt. Wir schenken uns das Hieronymus Kloster, auch wenn es das schönste Gebäude in Lissabon ist: Wir haben es in guter Erinnerung von unserem letzten Besuch hier vor 12 Jahren. Damals waren wir nicht beim Torre de Belem, auch nicht beim Monument der Entdecker – beides ist eindrucksvoll und wird von uns von außen besichtigt. Freier Eintritt heißt ja auch durchgeschoben werden und anstehen. Das haben wir uns in Sintra geschworen, tun wir nie wieder in unserem Kulturraum.

Monument der Entdecker

Monument der Entdecker

Torre de Belem

Torre de Belem

Dafür bewundern wir Fortbewegungsmittel aus vergangenen Zeiten: Die Kutschen der königlichen Familie und der Päpste im Kutschenmuseum, die Schiffe der Entdecker, der Fischer, der Marine, auch die der Könige im Marinemuseum, wo auch ein paar alte Wasserflugzeuge ausgestellt sind.

In Lissabon, übrigens auch in den Vororten, fällt uns als erstes auf, was im restlichen Portugal fast völlig fehlt: Graffiti von der Sorte der Schmiererei, nicht der von mir vielbewunderten Kunst. Eigentlich spricht das gegen allgemeinen Wohlstand und für Verfall, zumindest für Gefälle zwischen Arm und Reich. Ist euch schon mal aufgefallen, dass nicht immer Größe oder Prunk wohlhabende Menschen umgibt, aber ziemlich sicher Sauberkeit und Ordnung oder wenigstens gepflegte und gewollte Unordnung? Deko nennt frau das heute…

Abseits der Touristenrouten herrscht auch in Lissabon Verfall vom Feinsten, doch der Stadt fehlt der Charme: Zu enge Straßen, obwohl sie einst als unsinnig breit galten, zu hohe Häuser, enge Fluchten. Hätte Sebastião de Mello sie doch nur noch breiter bauen lassen!

Durch die Straßen der Cidade Baixa werden Touristen in allen möglichen Gefährten transportiert: Rote Hopp-on Hopp-off Busse, Linienbusse, modere Straßenbahn, alte Tram, Taxis, Rikschas und Busse mit Kreuzfahrern, dazu die Autos, Motorräder und Lieferwägen der Bevölkerung.

Die Kreuzfahrer, gekennzeichnet mit Schildchen, folgen Fähnchen und Täfelchen und entlocken mir ein Stoßgebet: „Quelle des Lebens, lass mich nie alt genug für eine Kreuzfahrt werden! Und wecke in mir Nachsicht und Verständnis für jene, die Kreuzfahrten toll finden!“

Nein, mit Lissabon werden wir nicht warm!

Vielleicht tu ich der Stadt auch unrecht, wenn ich sie nicht mit dem Herzen sehen kann. Erfahrung, Erwartung, meine Einstellung, vielleicht auch mein Frust darüber, dass der Wind uns hier festhält, erschweren es mir, begeistert zu sein.

Mansion after mansion, villa after villa, fort after fort are overlooking the approach to Lisbon and the river Tejo. Cascais and Estoril are the rich suburbs of the city, with mansions of old times and modern villas, wide promenades and all that makes it special. After seeing this I am no longer worried about Portugal: There is enough money.

What may be missing is a leader like Sebastião de Mello, who modernized Portugal and built up Lisbon after the world shaking earth quake in 1755. He ended slavery in Portugal and in the indian colonies, reformed the economy, established the Douro Valley as first wine region in the world and made himself lots of enemies in church and aristocracy. Ironically he was named Marques de Pombal for all his achievements.

Oeiras, where we are berthed, is a well kept suburb as well, with a fort, beaches, palm trees, pools, the marina and a promenade. There’s a lot of movement there: running, walking, strolling, roller blading, skating, biking, in wheel chairs or with crutches, accompanied by kids and dogs: Dog first, then the parents running, followed by the kids on their bikes.

There are a lot of people in Belém, the cultural center of Lisbon, on the weekend. The Portuguese flee the city, the tourists take advantage of the free entry to the museums on Sunday. We skip the famous and beautiful Hieronymus monastery: We have enjoyed our visit there 12 years ago. At that time we did not see the Torre de Belem and the monument of Discovery. Both are impressing from outside. As we neither do want to queue, nor be pushed through we do not go in.

Instead we admire old carriages, ships and planes in the museum of carriages and the marine museum.

In Lisbon and suburbs we cannot help noticing what is almost entirely missed in the rest of the country: graffiti, but not the arty one. To me this is a sign of poverty and depression. Did you ever notice that it is not necessarily splendor which accompanies wealth and abundance but almost always tidiness and decoration?

Just a step away from the usual tourist paths there is decay in Lisbon as well, but the city misses charm. The streets are too narrow, although they once were thought to be too wide, the houses too high. Sebastião de Mello should have built them even wider!

Tourists are driven through Cidade Baixa in all kinds of vehicles: red hop-on hop-off busses, regular busses, modern metro, old fashioned tram, rickshaws, taxis, busses with cruisers, plus the cars, motor bikes and lorries of the inhabitants.

No we won’t become friends, Lisbon and us!

I may wrong the city if I can’t see it with the eyes of my heart. Experience, expectation, approach, or maybe my frustration about the wind coming from the wrong direction make it difficult for me to be enthusiastic.

14. September 2014
von Steffi
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Challenge – meine Herausforderung

Meine persönliche Herausforderung besteht aus einem Sprungturm. Vor vielen, vielen Jahren, vierzig oder so, gab es im Badner Strandbad noch einen 10m Turm. Meine um 20 Jahre ältere Schwester liebte das Leben und so sprang sie in ihrer Jugend mit Begeisterung vom Zehner. Vor 40 Jahren zwar nicht mehr, aber was sie konnte, musste ich doch wenigstens versuchen, oder?
Einmal oben gab es für mich nur mehr einen Weg runter: Springen! Sonst hätte ich mir ja eine Blöße gegeben…

Damals  war ich 15 oder 16.

Etwa 20 Jahre später, nachdem ich 15 Jahre nicht mal vom Beckenrand ins Wasser gesprungen bin, wollte ich dann im Pulheimer Bad vom Dreier springen. Meine Kinder können es bezeugen. Ich stand oben. Es war ein regnerischer Tag, viele Besucher waren nicht im Bad. Den wenigen bot ich ein unterhaltsames Schauspiel.

Ich bin nicht gesprungen. Auch nicht vom Einer, glaub ich.

Und Köpper kann ich schon gar nicht. Nie gekonnt. Ich spreche immer nur von ganz normalen Fußsprüngen.

Und das ist meine persönliche „Challenge“: Wenigstens vom Dreier springen…

Meine Herausforderung

Meine Herausforderung

Tag 1: Ich schwimme 10 Bahnen, also 500m, bin außer Atem, dann klettere ich auf den Einer. Das Wasser unter mir ist glasklar. In diese unendliche Tiefe kann ich doch nicht springen!

Irgendwann tue ich es doch.

Tomy zeigt mir nochmal wie ich mich mit dem Kopf voran vom Beckenrand ins Wasser fallen lassen kann. Ich mache den ersten Kopfsprung meines Lebens! Oder besser Kopffaller.

Mir fehlt der Atem!

Tag 2: Wir springen zuerst, da hab ich mehr Luft. Wird der Kopffaller zum Köpper? Seien wir gnädig: Ja! Fußsprünge vom Einer, kein Problem, die höheren Türme sind zu meiner Erleichterung gesperrt.

Wir sind die einzigen im Bad, die Badewascheln oder Bademeister würden mir sicher aufsperren…

Ich stelle mich auf den Einer, Arme nach unten. Ich muss mich nur fallenlassen…

Im letzten Moment zucke ich jedes Mal zurück.

Kein wirklicher Fortschritt heute, aber Plateau gefestigt!

Nach uns gehen die Badewascheln springen: Ich bin nicht allein! Einer dieser schnittigen Jungs macht perfekte Köpper mit Anlauf vom Fünfer. Vom höheren Brett passt er, nimmt die Leiter.

Tag 3: Ich schaue vom Dreier in die Tiefe. Mein Kopf erzählt mir etwas von einem unangenehmen Gefühl in der Magengrube beim Fallen. Er sagt auch, dass es ja in einer Zehntelsekunde wieder vorbei wäre. Ich springe vom Einer.

Tag 4: Bin erschöpft vom Schwimmen und Besichtigen: Ruhetag!

Tag 5: Zu viele Kinder am Sprungturm – ich will mich doch nicht blamieren!

Tag 6: Ausflug nach Lissabon, wir sind zu müde.

Tag 7: Mentaltraining! Das viele Schwimmen tut meiner Figur gut, atemlos bin ich auch nicht mehr.

Tag 8: Mein Verdacht bestätigt sich. Der Schmerz an meiner Oberschenkelinnenseite kommt von den Fußsprüngen vom Einer: Obwohl ich die Beine wie eine ängstliche Jungfrau zusammenpresse, reißen sie beim Aufprall aufs Wasser etwas auseinander, genug für eine Zerrung. Mit dem Dreier, das wird also erst mal nichts.

Ich bin erleichtert.

„Dann musst halt einen Köpfsprung machen!“ sagt Tomy. Niemals! Nicht vom Dreier, der Einer ist schon unbezwingbar hoch!

Doch ich stehe wieder oben, am Einer, die Augen fest zu, die Zehenspitzen stehen über, die Arme hängen schon fast im Wasser, der Hintern ist in der Höh…

Einfach fallen lassen! Es könnt‘ so einfach sein!

Zweimal klettere ich wieder runter, springe kopfüber vom Beckenrand.

Beim dritten Mal………

 

lass ich mich fallen……..

 

JAAAAAAAAA!

JAAAAAAAAA!

Ich bin so stolz auf mich! 54 Jahre, 9 Monate und 2 Tage musste ich alt werden um meinen ersten Köpfler vom Ein-Meter Brett zu machen!

Na ja, eigentlich war es ein Bauchfleck!

Die Herausforderung geht weiter!

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My personal challenge is this diving paltform. Seome fourty years ago there still was a10m diving platform in Baden’s pool. My late sister, 20 years older than me loved live and jumping from it when she was young. So I thought „If she can, i can do it.“

Once on top there was only one way down for me: jumping. Otherwise I would have made a fool of myself.

I was 15 or 16 back then.

About 20 years later, after I have not been jumping from anything for at least 15 years I tried to jump from three meters in our local pool. My kids were witnesses. I was up there. It was a rainy day, hardly anybody there. Those few watching had fun!

I did not jump that day, not even from one meter.

And I never in my life took a header! When i am talking of jumping I talk of just that – take a step forward and of you go!

So here is my personal „Challenge“: To jump from three meters, at least…

Day 1: After swimming 500m I am breathless. Still I climb onto the one meter platform. The water beneath me is crystal clear: There is no way I can jump into this bottomless deep!

And then I do it!

Tomy shows me how to take a header, or better or to let myself fall into the water head first.

I take the first header of my life!

I do not have enough breath…

Day 2: We jump first, so that I am less breathless. I improve my headers. I jump from a meter. the higher platforms are closed, I am relieved!

We are the only ones at the pool, surely the pool attendants would open it for me…

I climb on the meter, arms down, all I have to do it let go…

But I can’t.

After that the attendants are jumping. I am not alone having troubles to overcome my fear! There is one cool guy taking a perfect header from five meters, but climbs down from the higher platform

Day 3: I look down into the deep from three meters. My mind tells me something about a nasty sensation when falling. It also tells me it would be over in a fraction of a second. I jump from a meter.

Day 4: We are tired from swimming and sightseeing

Day 5: Too many kids around – I am not making a fool of myself.

Day 6. Sightseeing Lisbon, we are tired

Day 7: More mental training. All that swimming is great for my shape, I am no longer breathless.

Day 8: The pain in my tights obviously comes from jumping. No jumping from three meters till it is healed. I am reliefed

„Then you’ve got to take a header!“ Tomy says. Never, not from three meters! One is more than enough!

So here I am again, one meter, eyes tightly shut, toes overlapping, arms down, almost touching the water, butt high up in the air…

Let go… it could be so easy!

Twice I climb down again, taking a header from the pool edge.

The third time…….

 

I let go…….

 

I am very proud of myself. With 54 years, 9 month and 2 days old i took my first header from the one meter platform!

Okay, it rather was a belly flop!

The challenge goes on…

13. September 2014
von Steffi
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Percebes & Peixe

Percebes begegneten uns das erste Mal in A Coruna. Da lagen diese kleinen Füßchen auf unserem Meeresfrüchteteller: kleine, ledrige Stiele mit klauenförmigen Hufen daran. Sie erinnerten uns an Schildkrötenbeinchen, Tomy mochte sie nicht essen. Damit wäre ihr Tod völlig für die Katz gewesen, also probierte ich eines der Beinchen, nicht ohne es vorher einer genauer Inspektion zu unterziehen. Daran bin ich geübt, mein Vater hat mir früher schon vorgeworfen, dass ich die Gerichte vor dem Verzehr einer wissenschaftlichen Untersuchung unterziehe. So stellte ich schnell fest, dass das, was da vor mir auf dem Teller lag keine Füßchen waren, eher so etwas wie Seeanemonen. Aber wie sie heißen, und was es wirklich ist, erschloss sich uns erst hier in Portugal. Zwar wurden sie auch in Spanien auf dem Markt verkauft, doch immer ohne Bezeichnung und mein Spanisch ist lausig. Bisschen verstehen ist eine Sache, nach etwas zu fragen, etwas anderes. Am Markt in Figueira da Foz aber war alles angeschlagen, auch Percebes.

Percebes

Percebes

Entenmuscheln heißen sie auf Deutsch, sind aber Rankenfußkrebse. Sie wachsen dort, wo das Meer die Felsen peitscht, es ist gefährlich sie zu ernten, dementsprechend kostet eine gute Qualität angeblich auch vergleichsweise so viel wie der ähnlich klingende Mercedes: Bis zu 150 Euro das Kilo!

Auf der Suche nach Percebes stieß ich auf Chez Matze. Chez Matze ist ein Freund von gutem Essen und gutem Wein, von Fisch, Käse und anderen Gaumenfreuden, die er bisher vor allem in der Bretagne, Paris, Lissabon, Istanbul, Bangkok und zuletzt Tokio genießen konnte. Darüber schreibt er in seinem Blog, und das ist genauso köstlich und liebevoll zubereitet, wie ein gutes Gericht: Erstklassige Zutaten oder Info, gekonnt verarbeitet, also geschrieben. Wenn ihr gerne reist, esst und lest, dann tut mal eurer Buch und euren Kindle zur Seite, und nehmt den Laptop und Chez Matze mit ins Bett!

Portugals Grundnahrungsmittel sind Peixe, Fische, vor allem Sardinen und Bacalhau. Bacalhau ist Kabeljau, er wird getrocknet und eingesalzen, sein gewöhnungsbedürftiger Geruch erfüllt alte Markthallen und moderne Supermärkte gleichermaßen. Früher war es das Salz von Aveiro, das ihn haltbar genug machte, um ihn mit auf große Fahrt zu nehmen: Ohne Bacalhau wäre Amerika nie entdeckt worden, bis Indien wäre auch keiner gelangt, die Seefahrer wären unterwegs verhungert.

Ob das eine Option für unsere Atlantiküberquerung ist? Bacalhau an der Reeling backbords, Choriço steuerbords?

In Peniche ist die zweitgrößte Sardinenfischereiflotte Portugals beheimatet. Eines Morgens konnten wir beobachten, wie die Fischer das riesige Netz auf dem Hafenplatz auslegten, flickten und dann wieder auf ihr Boot verholten: Es wollte nicht und nicht enden, die Größe machte mir Angst! Da kann doch keine einzige Sardine des Schwarms entkommen, sonst auch nichts! Wie sollen so neue Sardinen entstehen? Täte es der halbe Fang, dafür ums doppelte verkauft, nicht auch? Eine Sardine, gegrillt, kostet selbst im Restaurant nicht mehr als 1,50 Euro. Mit Beilage!

Fischerboot in Peniche

Fischerboot in Peniche

Darüber hinaus hab ich nicht mal in der Bretagne mehr verschiedene Fischsorten und Meeresfrüchte auf den Märkten, ja selbst im Supermarkt gesehen, als in Portugal. Mit Bildchen erklärt, wie sie alle heißen und in Grundzügen wie sie zubereitet werden, steht auch bei Matze.

Der Fischmarkt in Lissabon, der Mercado da Ribeira in der Cais de Sobré, war leider eine Enttäuschung, denn es gibt ihn tatsächlich so gut wie nicht mehr: Die große Halle ist seit Mai diesen Jahres ein schicker Gourmettreff, durchaus geschmackvoll für den Gaumen und das Auge und durchaus einen Besuch wert. Im Gang daneben gibt es eine große Auswahl an Obst und Gemüse, im letzten, schmalen Gang ein paar verloren wirkende Fischstände. Die sind im Vergleich zu dem, was es in Deutschland an Fisch gibt immer noch gut sortiert. Doch während wir mit großen, staunenden Augen an den üppigen und an Varianten reichen Fischständen in Figueira da Foz und Nazaré standen, so waren wir hier über das magere Angebot erstaunt.

Mercado do Ribeira

Mercado da Ribeira

Ovas de Pescada, den Rogen des Seehechtes, wollte ich mal ausprobieren, paniert und ausgebacken. Nun, sie sehen aus wie ein siamesischer schlaffer Penis, fühlen sich an wie die dazugehörigen schlappen Hoden. Richtig behandelt birgt schlaffe Männlichkeit durchaus Potenzial für Genuss, wenn auch selten für den Gaumen. Bei Ovas de Pescada hingegen, würde ich behaupten, ist Hopfen und Malz verloren, oder auch Paniermehl und Öl. Vielleicht lag es ja auch an meinen Kochkünsten – immerhin waren die Ovas essbar!

Ein Foto erspar ich euch!

Ein sensationeller Leckerbissen hingegen entsteht, wenn Portugal auf Japan trifft: gegrillte Sardinen Niguri! Gibt es im Time Out Mercado da Ribeira bei Sea Me!

 

9. September 2014
von Steffi
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Märchenhaftes Sintra

Hoch im Sintra-Gebirge zwischen Lissabon und der See, liegt ein Ort voller Paläste und Villen, bunt in Stil und Farbe durcheinander gewürfelt. Mal sieht es aus wie am Semmering, dann wie in einer gotischen Kirche, dann wieder bunt wie im Pelorinho, nein Sintra passt in kein Schema, in keine Kunstrichtung. Die Neureichen des 19. Jahrhunderts bauten so, wie es ihnen gefiel, zum Entsetzten der Bevölkerung und der Kunsthistoriker und zum Entzücken all jener, die ihrem inneren Kind ein wenig Freude machen wollen.

Sintra

Sintra

Gebirge? Von See aus gesehen sind es einfach nur ein paar Berge, 529 m ist der höchste. Doch als sich der Bus zum Palácio Nacional da Pena die engen Serpentinen hochquälte, wurden die paar Berge doch zum steilen Hochgebirge. Der Palast wurde von einem deutschen Architekten gebaut, im Auftrag eines deutschen Fürsten, der außerdem noch der Gemahl der portugiesischen Königin und brasilianischen Prinzessin, war. Einem Baustil ist er nicht zuzuordnen – Patchwork ist einfach toll!

Palácio Nacional da Pena

Palácio Nacional da Pena

Und wie gar mancher Quilt seine Schönheit eher von der Ferne offenbart, so ist das auch mit dem Palácio Nacional da Pena: Seine wahre Pracht entfaltet er aus der Ferne, vom Castelo dos Mouros, oder im Internet auf professionellen Fotos. Er ist zwar auch innen eindrucksvoll, doch wurden wir von den Massen durchgeschoben – ein Albtraum!

Palácio Nacional da Pena von Quinta da Regaleira aus gesehen

Palácio Nacional da Pena von Quinta da Regaleira aus gesehen

Ja, die Mauren waren auch hier! Doch ihr Castelo ist schon lange verfallen. Auf den Grundmauern eines maurischen Schlosses steht heut der Palácio Nacional de Sintra, die Sommerresidenz des Königs im 14. Jahrhundert. Das Eindrucksvollste an ihm sind die Schornsteine über der Küche: Ganze Ochsen wurden unter ihnen geröstet. Rund um diesen Palast stehen Häuser mit Alpenromantik, mit Türmchen, mit exotischen Gärten, Azujelos, Skulpturen und immer wieder Grotten und Brunnen.

Palácio Nacional de Sintra

Palácio Nacional de Sintra

Doch das wahre Märchenschloss ist die Quinta da Regaleira. Das Anwesen wechselte oft seinen Besitzer, doch den verwunschenen Garten verdankt es wieder mal einem brasilianischen Portugiesen, António Augusto Carvalho Monteiro. Interessiert an Alchemie, Tarot, Freimaurerei und allerlei anderen geheimen und spirituellen Ideen, beauftragte er einen Palast und Garten voller Symbolik, Elfen, Dämonen, mystischen Hinweisen und Gestalten. Grotten, Brunnen, Götterstatuen, atemberaubende Ausblicke, Türmchen und Quellen, verbunden durch verwundene Pfade, inmitten einer tropischen Pflanzenpracht machen ihn zu einem Paradies für kleine und große Kinder.

Quinta da Regaleira

Quinta da Regaleira

Der Brunnen der Initiation war es, der mich hierher lockte: Ein leicht zu übersehener Felsbrocken, der innen wie ein umgekehrter Turm spiralförmig vom Himmel in die Erde führt – oder anders rum.
Wir gingen hinunter, in uns, tiefer und tiefer…
Hinein in den Tunnel, pechschwarz…
Erleuchtet von Kerzenlicht spendenden LEDs verbinden die Tunnel Grotten und Turm miteinander!

Initationsbrunnen ins Dunkel

Initationsbrunnen ins Dunkel

Initationsbrunnen ins Licht

Initationsbrunnen ins Licht

Mein inneres Kind und die Märchentante in mir tanzen miteinander Reigen vor Entzücken! Welch wunderbarer Ort, welch schöne Welt, welches Glück, hier zu sein, zu sehen, zu fühlen, zu atmen! Danke!

Im Leben nach dem Boot muss ich meinen Engel Lian hierher bringen! Welch ein Spaß, hier mit ihm Verstecken zu spielen! Oder wird es eher Geo-Caching sein?

Blick vom Palácio Nacional da Pena

Blick vom Palácio Nacional da Pena

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Sintra ist von Lissabon aus mit dem Zug oder dem Auto zu erreichen. Es ist ein Ganzjahresziel, mit sehr vielen Touristen!

Zum Palacio da Pena und zum Castel dos Muros gehen die kostenpflichtigen Busse vor dem Touristbüro ab. Da es ganz schön weit dem Berg hochgeht lieber fahren, vorallem wenn frau wenig Zeit hat.

Alle Paläste kosten Eintritt, ich weiß leider nicht mehr wie viel. Ins Palacio da Pena selbst würde ich nicht mehr hineingehen, da wird man druchgeschoben, ohne Ausweichmöglcihkeit. Also am besten im Vorhof bleiben.

Zur Quinta da Regaleira kann man zu Fuß gehen, einfach der Straße nach hinten am Touristbüro vorbei ca. 10 Minuten folgen.

Diese Info habe ich anlässlich der Blogparade Burgen und Schlösser in Europa ergänzt.

Wer Burgen mag, mag vielleicht auch Obidos.

Weitere Beiträge der Blogparade sind bisher Reichsburg Cochen, Stadt Greiz, Schloss Juval

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High up in the mountains between Lisbon and the sea there is a village full of palaces and mansions in all styles and colors. At times it looks like the villages in Semmering near Vienna, then like a gothic church, or colorful like Pelorinho in Salvador. Sintra does not fit in any given box, nor does it follow any art style. The new riches of the 19th century built as it pleased them, much to the disgust of art historians and the locals, but for the joy of kids of all ages.

The mountains are not really high, but the narrow street winding up to Palácio Nacional da Pena makes they remind me of the Alps. The palace was built by a German architect in the 19th century, commissioned by a German noble man, who happened to be the husband of the Portuguese queen and Brazilian princess. It can’t be allocated to any architectural style – it is a pretty patchwork!

Like some quilts it only reveals its beauty from afar. It is best seen from Castelo dos Mouros, or on professional photos on the internet. We have not been wise enough to follow this advise, so we had to go through the tourist packed interiors. A nightmare! The interior is decorated like the royal family still lived there, so it is kind of interesting, especially for the American tourists, who took a picture of every single piece in there.

Yes, the Moors have been here as well. The Castelo dos Mouros is long decayed. The Palácio Nacional de Sintra is situated on the old site of a Moorish castle. It was the royal summer getaway since the 14th century. The most impressing feature are the huge chimneys towering above the kitchen unit: They used to barbeque whole oxen there. In the village around it there are houses with alpine features, with little towers, exotic gardens, azujelos, sculptures, grottos and wells.

But the true fairy tale palace it Quinta da Regaleira. The site was sold quite often, but the charmed garden was made to fit the imagination of another Brazilian Portuguese, António Augusto Carvalho Monteiro. He was interested in alchemy, tarot, masonry and other secret and spiritual ideas and therefore commissioned a palace and garden full of symbols, elves, daemons and mystical hints. Grottos, wells, statues of ancient gods, breathtaking views, towers and fountains, all contected with winding paths through tropical plants turn it into a paradise for little and big children.

It was the Well of Initiation which called me to this place: Inside a rock, which could easily be overseen, there is an inverted tower, which leads from heaven down to earth in a spiral – or the other way round.

We went down and inside, deeper and deeper…
Into the pitch dark tunnel…

Tunnels lighted with candle light LEDs connect grottos and inverted tower.

My inner child and the fairy tale lover in me are dancing with joy! What a marvelous place. what e beautiful world, what joy to be here, to feel, to see, to breath!

I need to return one day with my angel Lian. Playing hide and seek in the charmed park will be fun! Or maybe we’ll do geo caching!

6. September 2014
von Steffi
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Homer, Yemanja und der Motor

Als die frühgeborene erschien, die rosenfingrige Eos über dem Meer, dem weinfarbenen, erhob sich die edelste unter den Göttinnen, Yemanja, die flechtenreiche, an Gestalt den Delfinen gleichend, und zeigte sich dem gottgleichen Thomas, Sohn des Berthold und seiner Gemahlin Stefanie, der dunkeläugigen.
Da sprach zu ihm die umsichtige Stefanie, der Roswitha Tochter, denn sie war unter den Genossinnen ihres Alters einzig ausgezeichnet, dass sie die Delfine kannte und das vom Schicksal Bestimmte kündigte. Die sprach wohlmeinend zu ihm und sagte: „Höre mich jetzt was ich sage! Und am meisten zeige ich das dem Thomas an, denn auf ihn wälzt sich großes Glück. Er wird gelangen über das fischreiche Meer noch ehe Helios in der See versinkt!“

Erinnert ihr euch, dass ich unter „Hilfe“ nach Büchern gefragt habe? Von Jessi, der Freundin von Tomys Patenkind, bekam ich daraufhin die Odyssee geschenkt, eine durchaus passende Lektüre für das Queren der Meere. Heute vertrieb ich mir damit die 10 Stunden Fahrt bis Lissabon: Einmal in diese Sprache eingelesen, ist die Geschichte doch tatsächlich spannend, ja die gespreizten Formulierungen sind sogar ausgesprochen inspirierend und erheiternd!

Gar nicht heiter begann der gestrige Tag: Nebel! Dichter Nebel. Morgens früh sahen wir nicht mal die Ausfahrt. Doch wir wollten nach Lissabon, waren deshalb schon um sechs Uhr früh aufgestanden – quasi kurz nach Mitternacht für uns. (Ich denke bewundernd an meine älteste Tochter, die um diese Zeit schon arbeitet). Wenn wir uns schon aus dem Bett quälen, dann kann uns Nebel auch nicht aufhalten. Schließlich kann der nach einer Stunde oder nach ein paar Meilen auch ganz weg sein.

Und wirklich, er riss auf, als wir die Leinen losmachten. Weit kamen wir nicht, der Motor spuckte kein Wasser mehr, hatte also keine Kühlung. Zurück am Steg war das Corpus Delicti schnell gefunden: der Impeller, Wasserpumpe für Landratten, war total zerfetzt. Flugs tauschte Tomy ihn aus, und mit nur einer halben Stunde Verzögerung machten wir uns erneut auf in die wieder sehr milchige Welt. Nach zweieinhalb Meilen schreckte uns ein grelles Piepsen aus der Im-Nebel-Nach-Fischernetzen-Ausschau-Halten-Trance: Motorüberhitzung. Kühlwasser kam, wir konnten uns den Grund nicht erklären, mussten aber doch den Motor ausmachen.

Da trieben wir nun manövrierunfähig in Nebel und Flaute, hörten die Fischerboote um uns herum näher kommen, sich entfernen, näher kommen… Ein blödes Gefühl!

Nach ein paar Minuten konnten wir den Motor wieder anmachen und langsam zurück in den Hafen tuckern. Dort überprüfte Tomy nochmal alle möglichen Fehlerquellen, fand aber keinen.

Beim Bezahlen der zusätzlichen Nacht meinte der Hafenmeister: „Manchmal ist einfach nicht der richtige Tag zum Auslaufen, dann streiken die Schiffe.“

Seeleute sind abergläubisch.

Also noch mal um sechs Uhr aufstehen…

Vor der Hafeneinfahrt bewegte sich etwas.
„Delfine, Tomy, Delfine!“
Elegant glitten 5 oder 6 Tiere durch das von der aufgehenden Sonne gelblichrosa verfärbte Meer bis tief hinein ins Hafenbecken.
Da war mir klar: Heute meint Yemanja es gut mit uns, wir kommen sicher an!

Delfine Peniche

Delfine im Hafenbecken von Peniche

The first few sentences are a homage to Homer’s Odyssee, which I am currently reading. The book was presented to me by Jessi, the girl friend of Tomy’s godchild. As soon as you are used to the weird language it is actually a fun an interesting read, definitely suitable for long sailing trips.

The day yesterday did not start funny: Fog, thick fog! We could not even see the port’s entrance. However we wanted to proceed to Lisbon. We had gotten up quite early (in our opinion), at six in the morning. So we would not let the fog holding us back. Nevertheless it can be there for the whole day or just an hour, who knows!

It became clear when we got off, but we did not even get to the entrance: No engine cooling water was visible. So we headed back to berth. Tomy found the problem easily: The water pump was broken to pieces. He changed it and all was well. We went off again. Half an hour later the alarm went off: The engine was hot. We had no idea why, as water was coming the pump was fine. Still, we had to turn off the engine, at least for a while.

There we sat in the fog, hearing, but not seeing operating fishing boats around us, not being able to move as there was no wind either! Not funny!

However after a few minutes we could turn the engien back on. We made it slowly back to the harbour. Tomy checked everything again, but could not find any cause.

When paying the additional night, the harbor master said: „Sometimes the ships do not want to leave.“

Sailors are superstitious.

So we had to get up again at six in the morning, shortly past midnight…

Something strange was moving in the port entrance.
„Dolphins, Tomy, Dolphins!“
Five or six of them elegantly glided deeply into the port basin.
And I was sure, Yemanja personally was with us that day, we will arrive safely!