Drachenbaum auf La Palma

6. November 2014
von Steffi
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Drachenblut

Kennt ihr noch das Nibelungenlied? Die Geschichte von Siegfried, dem Drachentöter, der unverwundbar wurde, als er im Blut des von ihm getöteten Drachens badete? Nur nebenbei: Ich habe auch in Drachenblut gebadet, bin deshalb unverwundbar, zumindest können die Schwerter, Stöcke und Gewehre der Nachbarskinder mir nichts anhaben ;-)

Also Drachenblut macht tatsächlich unverwundbar, zumindest dann, wenn frau aus Holz ist. Zur Imprägnierung von Fenstern und Türen, von Holz, wurde es früher verwendet. Davon bekam das es auch eine charakteristische tief rot-braune, dunkle Farbe. Auch die Stradivaris, so heißt es, wurden damit behandelt. Und Menschen, denn das rote Harz wurde auch als Allheilmittel eingesetzt – und als Engelmacher!

Und wie das so ist: Um Blut zu geben, muss der Drache verwundet werden. Oder gleich sterben.

Genau das ist mit den Kanarischen Drachenbäumen geschehen, denn sie sind es, die bluten, die ein dunkelrotes, imprägnierendes und desinfizierendes Harz abgeben, wenn sie verwundet werden. Entweder sie wurden zu stark angeritzt, bluteten aus, oder sie wurden gleich gefällt. Und so gibt es heute nur mehr in La Palmas abgelegenen Nordwesten, unterhalb von Las Tricias, ein paar alte, wilde Drachenbäume.

In den Nordwesten von La Palma führen drei Wege: Endlose Serpentinen an der Nordküste, unendlich viele Serpentinen über den Rand der Caldera de Taburiente, oder Serpentinen hinauf auf den Cumbre Vieja, dann durch den Tunnel drunter durch, und nach Los Llanos, dann Serpentinen tief in den Baranco de Las Angustias, also die Schlucht hinein und auf der anderen Seite wieder hinauf. Seht euch mal die Luftaufnahme von La Palma an, dann bekommt ihr eine Vorstellung davon, wie riesig und tief diese Schlucht ist, die aus und als einziger Zugang in die Caldera de Taburiente führt! Schwer beeindruckend!

La Palma, Bildquelle Wikipedia

La Palma, Bildquelle Wikipedia

Aridane valley

Baranco de Las Angustias

Drachenbäume sind interessant: Es sind nämlich gar keine Bäume, sondern baumförmige Pflanzen. Sie bilden nämlich keine Jahresringe, ihr Inneres ist schwammartig. Es sind Spargelgewächse, wer hätte das gedacht! Lange wächst nur ein Stamm in die Höhe, nach etwa 10 Jahren blüht die Pflanze zum ersten Mal, von da an verzweigt sie sich immer nach der Blüte – alle 15 Jahre. Sie eignen sich übrigens auch als Zimmerpflanzen. Ich wette, fast jeder von euch hat es schon mal mit einer Dracaena im Topf versucht! Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Drachenblut auch aus anderen Pflanzen gewonnen wird.

Vom Kirchenplatz in Las Tricias wandern wir hinunter zu den Drachenbäumen. Der Weg ist gesäumt mit Mandelbäumen! Wunderschön muss es hier sein, wenn sie blühen! Dazwischen verstreut liegen ein paar kleine Bauernhäuschen, manch ein halbverfallenes wird von Aussteigern wieder bewohnbar gemacht. Im Schatten der Drachenbäume finden sie, was ihr Herz begehrt: Saubere Luft, fruchtbares Land, um sich selbst zu versorgen, ein scheinbar selbstbestimmteres Leben in einem Paradies mit Baumhäusern, Sonnenkollektoren, Feuerstellen und üppiger Natur.

dropout home

Dropout Home

Farmer's house

Farmer’s House

Scheinbar – was unsere Grenzen bestimmt, entscheiden immer wir selbst, auch wenn es nicht immer so aussieht und oft schwer glaubhaft ist. Es gibt immer einen anderen Weg, aber wollen wir ihn gehen?

Wir wollen heute nicht weiter gehen, zu tief sind wir schon unten, wir müssen ja wieder hinauf! Zogen beim Abstieg abwechselnd der steinige Weg und der Blick über das Meer und die Drachenbäume unsere Aufmerksamkeit auf sich, so ist es jetzt der Wegesrand. Genauer, das was dort wächst und in brach liegenden Feldern nicht geerntet wird: Mandeln, Orangen und Kaktusfrüchte. Der moderne Mensch kauft lieber, als dass er erntet, vor allem, wenn er das Geerntete erst noch knacken oder entdornen muss…

LP 7 Ernte

Wayside Harvest

Nahrung gibt es jedenfalls genug hier!

So, und jetzt fangen wir den Ausflug von vorne an: In Los Llanos Aridane, dem größten Ort der Insel. Dort waren wir heute Morgen, vor der Wanderung. Er ist überraschend hübsch, voller netter Geschäfte, alter Gassen, einen entzückenden Garten und beeindruckenden Wandbildern. Dem Garten und der Kunst gebührt ein eigener Blog, kommt nächste Woche.

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6. November 2014
von Steffi
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Im Lidl

Wir entdecken einen Lidl. In Deutschland lasse ich ihn links liegen, warum weiß ich nicht,  doch wir werden unsere Vorräte nochmal auffüllen müssen, bevor es weitergeht.

Wir sind überwältigt!

Alles was das Herz, besser der Magen, begehrt!

Sogar Sauerteigbrot! ROGGENBROT!

Unglaublich wie gierig ich ob der Leckereien hier werde! Ich kenne mich selbst nicht mehr.

Liebe Leser und Freunde in Deutschland und Österreich, wenn ihr das nächste Mal geneigt seid schnell und genervt durch den Supermarkt zu hetzen – haltet ein, atmet gut durch und geht mal bewusst durch dieses Schlaraffenland:

– In euren Supermärkten bekommt ihr alles zu kaufen, was die EU zu bieten hat: Griechischen Sahnejoghurt, holländischen Gouda, französischen Rotwein und Käse, österreichische Knödel (und Mannerschnitten), spanische Chorizo und Oliven, italienischen Schinken und Pasta, dänischen Butterkäse, irische Butter…

– Ihr bekommt darüber hinaus Spezialitäten aus aller Welt: Tortilla Chips, Wok Saucen, indische Chutneys und Gewürzmischungen, Kokosmilch, Sojasauce, exotische Gewürze…

– Es gibt spezielle Geschäfte mit türkischen, asiatischen, russischen und brasilianischen Köstlichkeiten.

– Ihr bekommt jede Menge diätischer Lebensmittel, Sojaprodukte, Mandelmilch, Glutenfreies, Laktosefreies, Biologisches, Produkte für Veganer und Allergiker…

– Und Brot in tausend Varianten, auch in flüssiger Form, mit und ohne Alkohol.

– Und ihr könnt beinahe alle Früchte dieser Welt auf euren Speiseplan setzen: einheimische Kohlgewächse, leckere Äpfel, alle erdenklichen Kräuter, Zwiebeln in allen Größen und Farben, Radieschen und Radies, verschiedene bunte Salate, dazu Orangen, Bananen, Mangos, Maracuja, Limetten, Papaya, Kiwi, Melonen, Paprika und Peperoni, Zucchini, Ananas, verschiedene Pilze, Kürbisse, Gurken, mehlige und speckige Erdäpfel, etliche Sorten Tomaten, Avocados und vieles mehr, alles in guter Qualität. Und Sellerie – ist in Portugal praktisch nicht erhältlich.

Glaubt mir, diese Vielfalt ist schon in Holland nicht mehr gegeben! Sicher haben Holland, Frankreich, Spanien und Portugal ihre eigenen Spezialitäten, Leckereien, die in Deutschland und Österreich nicht erhältlich sind. Doch so leicht zu so vielen unterschiedlichen Waren Zugang, haben sie nicht!

Und wir auch nicht, noch dazu, wo wir meist in kleinen, schlechtsortierten Supermärkten in Hafennähe einkaufen müssen. Außerdem ist unser Kühlschrank klein und auf See nur bedingt verwendbar: Den Strom brauchen wir für Plotter, Funke und Licht.

In Portugal einkaufen fand ich besonders schwierig und ungewohnt, so ist ein Lidl – mit spanischen Produkten – schlicht der Himmel für uns!

Ich stürze mich auf Brot, Käse, Oliven, Schinken, Navajas; auf Avocado, Salat und Fisolen, ich kaufe viel zu viel…

Wir haben doch nur mehr ein paar Tage zum Aufessen der verderblichen Waren!

 

Salinas

5. November 2014
von Steffi
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Weißes Salz unterm schwarzen Vulkan

An La Palma fasziniert mich, dass das Land immer noch im Entstehen ist, durch Vulkanismus und Erosion, Geologie zum Zuschauen.

Sicher, letztendlich ist jede Landmasse durch Vulkanismus entstanden, auch die Alpen oder die Eifel. Und ja, auch dort geht Erosion weiter, doch so offensichtlich und schnell wie auf dieser verhältnismäßig jungen Insel nicht.

Oben in La Cumbrecita zeigen die Schautafeln recht genau, wie die Landschaftsformen entstehen. Doch eigentlich braucht es nur einen wachen Blick, einen Griff ans Gestein: Oft zerbröselt es unter den Fingern, es ist klar, dass schon nach dem nächsten Regen ein Stück mehr der Basaltwand, mitten im weichen Gestein, frei liegen wird. Hänge sind erst kürzlich abgerutscht, der nächste Riss ist schon sichtbar. Kleine Rinnsale graben sich bei Regen tief in den weichen Boden, werden breiter, waschen zu tiefen Schluchten aus: Nächstes Jahr sieht La Palma anders aus, ein wenig zumindest.

Wer weiß, vielleicht bricht auch ein Vulkan aus? La Palma ist die vulkanisch aktivste Insel der Kanaren, zwei Ausbrüche gab es in den letzten 65 Jahren. (Der letzte Vulkanausbruch auf den Kanaren war allerdings im Meer zwei Kilometer vor El Hierro im Jahr 2011). Die Spuren dieser Ausbrüche sind im Süden deutlich zu sehen. Dort, am Teneguía, waren wir zwar schon vor ein paar Tagen, doch heute zog es uns nochmal dorthin.

Erst mal verfahren wir uns: Plötzlich sind wir am Flughafen. Ich blicke rechts hinauf und muss fast schmunzeln: Aus der Südostseite La Palmas erheben sich kleine Vulkankegel wie Pickel im Gesicht eines Jünglings.

Dann, im Süden, unterhalb des Teneguía und San Antonio, beschleicht uns das Gefühl, an gerade erkalteter Lava vorbeizufahren: Schwarz, zerklüftet und bedrohlich ergießt sich der Strom in Richtung Meer. Nichts wächst darauf. Selbst die alten Lavaströme sind kaum bewachsen.

Lava

Lava

Beinahe hätten diese Ströme des Teneguía auch den Leuchtturm und die Salinen verschüttet. Im alten Leuchtturm ist eine Informationsstelle über die Meeresschutzzone an der Westseite der Insel untergebracht. Sie ist gut gemacht, der gezeigte Film ist wirklich interessant. Voller Wunder ist die Unterwasserwelt und so sehr bedroht von menschlicher Ignoranz, Gier und Achtlosigkeit!

Eindrucksvoll ist der Salzgarten, in denen dank der Subventionen der EU und mit Unterstützung der UNESCO „Sal Marina Teneguía“ in traditionellem Verfahren gewonnen wird. Wie rosa-weißer Schnee liegen die Salzbecken auf dem schwarzen Gestein. Die Farbe kommt von salzliebenden Algen und ist so intensiv, dass sie am Ende der Nahrungskette Flamingos rosa färbt.

Salzgarten

Wir fahren weiter Richtung Las Manchas, kilometerweit durch eingemauerte, von Schutzplanen bedeckten Bananenplantagen! Schluchten sind das, die wir entlangfahren! Hie und da geben sie den Blick frei auf die Lava, auf die sie gebaut sind: Wie wird aus diesem zerklüfteten Gestein bloß fruchtbarer, bewirtschaftbarer Boden? Unglaublich, was Menschen alles schaffen – im Guten und im Schlechten!

Bananenplantagen

Bananenplantagen

Doch am meisten beeindruckt mich die Bananenwaschanlage:

Washing bananas

Washing bananas

Den Tag beenden wir mit Tapas und einem Gläschen Rotwein in der Bodegon Tamanca, so etwas wie ein in den Fels gehauener Heurigen. Lecker war es!

Lauchtturm Fuencaliente und Salinas

Lauchtturm Fuencaliente und Salinas

4. November 2014
von Steffi
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La Cumbrecita

Heute konnten wir sehen, wo wir in den vergangenen Tagen herumgekraxelt sind.

Ein paar Tage haben wir noch vor unserer Genesungspause, bis dahin werden Tomys Gedärme von einer Bandage dort gehalten, wo sie hingehören. Das Wetter soll heute besser sein, also auf nach Las Tricias zu den Drachenbäumen.

Kaum kommen wir aus den Tunnel unter der Cumbre Vieja, strahlt die Sonne, kaum eine Wolke trübt den blauen Himmel. Ich blicke hinauf Richtung La Cumbrecita – der Blick in die Caldera de Taburiente ist frei.

„Tomy, halt an! Lass uns hinauf zur Aussichtsplatform La Cumbrecita fahren, der Blick ist heute frei, für die Drachenbäume brauchen wir nicht ganz so gutes Wetter.“

Tomy dreht an der nächsten Kreuzung, wir parken am Centro dos Visitantes. Eine Parkerlaubnis für La Cumbrecita haben wir nicht: Oben ist nur Platz für 16 Autos, die Genehmigung muss einen Tag vorher eingeholt werden. Doch es gibt ein Taxi hinauf.

Der Taxifahrer spricht deutliches Spanisch mit uns, wir spanisch ausgesprochenes Portugiesisch mit ihm. Kaum zu glauben: Damit können wir uns wunderbar über die Isla Bonita, unseren ersten Besuch hier und übers Segeln unterhalten.

Oben angekommen ist die Aussicht fantastisch: Nach Süden erstreckt sich die Cumbre Vieja, diesmal lässt sich die Wolkenkaskade immerhin erahnen. In der Ferne erhebt sich einsam der Pico Birigoye: Dort oben waren wir Wahnsinnigen? Wenn ich den vorher gesehen hätte…

Um die Sache klarzustellen: Vom Parkplatz El Pilar wanderten wir erst in Serpentinen auf den rechten Gipfel, dann über den Kamm, dann wieder in Serpentinen auf den Gipfel um dann links über den Abhang einen Weg durchs Geröll quasi wie ihm Tiefschnee hinabzufahren, besser zu stolpern, zu schlittern, irgendwie zu gehen.

Nach Norden ist der Blick in die Caldera de Taburiente frei. Atemberaubend! Dort, auf den Gipfeln gegenüber, waren wir vor ein paar Tage, blickten in die Tiefe und sahen – nichts!

Wir kletterten von der rechten Seite des Gipfels, der sich über der rechten Wolke befindet, innen an der Wand entlang auf den Gipfel zur Linken. Dort stehen die Teleskope und Weltraumspiegel. Noch weiter links ist der Roque dos Muchachos, doch dort waren wir mit dem Auto.

Wir spazieren durch den Kiefernwald von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt, lassen uns von den aufgestellten Info-Tafeln über Flora und Fauna und über die Entstehung der verschiedenen Landschaftsformationen belehren. Eine der Schautafeln klärt über die Schäden eines Sturmes auf: Mit 325km/h fegte der Wind im November 2005 über die Gipfel! Und hier wollen, nein müssen, wir unsere Yemanja alleine zurücklassen?

Wir werden sie gut festmachen und auf das Beste vertrauen!

Hinunter gehen wir zu Fuß:

Mit Genuss saugen wir den warmen Duft der Kiefernadeln auf – so riecht Urlaub! Im Tal geht der Kiefernwald in Felder über: Wein, Feigen, Mandelbäume und Kaktusfrüchte wachsen darin. Wir schlendern vorbei an dicht behangenen Orangenbäumen, nicht weniger üppigen Avocados. Wenig später steigt uns der würzige Duft von Fenchel in die Nase. Wir rätseln, warum einige der Terrassen nicht kultiviert sind – bis wir die Kuhfladen entdecken. Also hier weiden dann schon mal Kühe…

Mittlerweile ist der Himmel wolkenverhangen, La Cumbrecita nicht mehr zu sehen und sonst auch nicht viel. Es ist wieder grau und unwirtlich – schnell heim, aufs Schiff! Aber vorher gehen wir noch einkaufen…

 

3. November 2014
von Steffi
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Von schweren Lasten

Von einem Moment zum anderen ist alles anders, jeder Plan Schall und Rauch. Tomy hat sich langsam und schleichend einen Leistenbruch zugezogen. Gemerkt hat er nichts, er weiß ja auch nie, wo seine schwarz-blauen Flecken und blutigen Schrammen her kommen. Er merkt einfach erst, wenn ich ihn nach dem Kopf unter seinem Arm frage, dass da eine Guillotine war. Er geht auch davon aus, dass „was von allein kommt, auch wieder von allein geht.“ Im Grunde stimme ich dem zu, doch als er mir endlich im Stehen die Beule in der Leiste zeigt, ist sie so groß wie eine Männerfaust.

„Ich hab da manchmal so eine Beule, was kann das sein? Es gluckst darin.“
„Ein Leistenbruch, was sonst!“

Die Fotos im Internet erhärten meinen Verdacht.
Was tun?

Wir rufen den Trans-Ocean Stützpunktleiter in Santa Cruz, Benno Maßmann, an, mit der Frage, ob er uns einen Arzt empfehlen kann. Wenig später steht Benno mit einer Adresse und zwei Chayotes aus seinem Garten bei uns am Schiff. Er nimmt Tomy kurzerhand im Auto mit, um ihm zu zeigen, wo der Arzt ordiniert, morgen ab halb Zwölf. Danke, Benno, wenn frau einen Menschen braucht, brauchen wir Stützpunktleiter wie dich!

Dr. Kapser bestätigt heute Morgen die Diagnose, verschreibt Weichmacher für den Stuhl und eine Bandage. Und er bestätigt unsere Befürchtung: Tomy muss operiert werden und die Wunde gut verheilt sein, vorher können wir nicht weiter.

Und jetzt? Soll ich schreien, toben, vor Enttäuschung heulen?

Seltsamerweise sind wir beide völlig ruhig. Et kütt, wie et kütt und et is wie et is. Kölsches Grundgesetz. Unser Leben von jetzt auf gleich von unten nach oben umgekrempelt, haben wir auch schon oft genug, also was soll’s. Hauptsache Tomy wird gesund.
Den Besuch der Kap Verden werden wir sehr einschränken müssen, Gambia fällt somit sicher raus, beides ist enttäuschend. Nur nach Brasilien wollen wir. Doch vor Ende Januar wollten wir sowieso nicht über den großen Teich, wenn das klappt ist es gut, wenn nicht, treiben wir uns eben eine Saison auf den Kanaren herum. Ist dann eben so.

Zwei Stunden später ist der Flug mit Condor gebucht, der Liegeplatz hier reserviert und ein OP-Termin dank guter Freunde anvisiert.

Diejenige, die unter den neuen Umständen am meisten leidet, ist unsere jüngste Tochter: Sie wollte uns in zwei Wochen auf den Kap Verden besuchen. Jetzt hat sie die Wahl zwischen teurem Stornieren oder zwei Wochen alleine auf Sal zu verbringen. Außerdem werden wir während unseres Heimaufenthaltes quasi bei ihr wohnen.

Doch die Freude aller drei Töchter darüber, dass wir Weihnachten zu Hause sind, ist deutlich spürbar!

Und ich bin bass erstaunt, über das, was da in den Tiefen meines Herzens wohnt: Grenzenlose Erleichterung! Und schiere, pure Freude darüber, zwei Monate bei meinen Kindern zu sein. Sicher, sie fehlen mir, die ursprüngliche Aussicht, sie womöglich erst im Mai wieder zu sehen, lastete auf mir. Das wusste ich schon. Aber nicht wie sehr! Das weiß ich erst, seit diese Last weg ist.

Und Tomy? Dem geht es genauso!

Bleibt uns treu, liebe Freunde und Leser, noch sind wir hier, noch erzähle ich vom schönen La Palma und von daheim werde ich berichten, wie es mit Tomys Genesung weitergeht! Außerdem kommen wir wieder! Denn so sehr ich mich auf zu Hause freue, so sehr weiß ich, dass ich da nicht bleiben kann – der Ruf des Abenteuers ist zu stark !

Alte Apotheke in Santa Cruz de La Palma

Alte Apotheke in La Palma