Yemanja

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Yemanja sorgt für ihre eigene Taufe

Heute brachten wir einen Schriftzug fürs Heck mit, auch einen für den Heimathafen – Köln. Gut, das Schiff wird ihn wohl nie sehen, aber Pulheim liegt nun mal nur am Pulheimer Bach oder am Randkanal, und beide sind nicht schiffbar. Wien hab ich auch vorgeschlagen, aber dann können wir kein deutsches Flaggenzertifikat erwerben. Und das brauchen wir, wenn wir wirklich „weit segeln“!

Den alten Namen hatte Tomy schon letztes Wochenende abgekratzt (nachdem das Wochenende davor der Schaber ins Wasser fiel). Heute also sollte der blaue Schriftzug „Yemanja“ ans Heck, darunter Köln in schwarz. Tomy stand auf der Badeleiter, mit den Füßen im Wasser, ich half von oben und gemeinsam gelang uns das Werk:

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Unser Schiff heißt Yemanja!

So gegen elf, halb zwölf frischt der Wind hier meistens auf. Hier, das ist in Katwoude gegenüber Monnickendam an der Gouwzee. Diese müssen wir in der Fahrrinne durchqueren um dann im Markermeer zu segeln. Dieses Süßwassergewässer entstand im südlichen Teil der ehemaligen Zuidersee nach dem Eindeichen. Der nördliche Teil ist übrigens das Ijsselmeer.

Genau das, im Markermeer segeln,  hatten wir heute vor.

Der Wind war böig, bald machte Tomy mich auf den schwarzen Himmel hinter uns aufmerksam. Würde das Unwetter vorbeiziehen?

Wir waren unsicher, wollten lieber die Segel bergen. Denn vor allem mit dem Groß haben wir unsere Probleme. Es wird über eine elektrische Winsch und einem Seilzugsystem hochgezogen oder in den Baum eingewickelt. Das ist der Plan. In der Praxis funktioniert es nicht, denn das Seilzugsystem bewegt sich nur schwer. So brennt immer die Sicherung durch und wir setzen oder bergen per Hand. Was aber auch nicht gut geht, da das Seilzugsystem ja auch so zu stramm ist. Möglicherweise ist etwas falsch gewickelt oder kaputt, wir müssen das prüfen. Obendrein ist das Segel irrsinnig dick und schwer, gute Qualität zwar, aber schwer zu bergen.

Gut, das Unwetter schien näher zu kommen, also wurde die Fock eingerollt, das Großsegel per Hand runtergezogen und mühsam aufgebändselt. Wir drehten ab, mit Motor Richtung Heimat.

Von dort kam das Wetter.

Wir zogen Jacken an, ich auch die Hose, denn mit nasser Jeans würde ich frieren. Das hieß, ich blieb auch am Steuer, denn beide müssen wir ja nicht nass werden!

Und nass wurde ich! Ja, Yemanja wollte Wasser über sich!

Oder was es Oxum, ihre eifersüchtige Kollegin, zuständig fürs Süßwasser, der wir keine Blumen gebracht hatten? Das Markermeer ist nämlich „süß“

Mit einer Hand steuerte ich, mit der anderen hielt ich die Kapuze so, dass der Regen von meinem Gesicht fernblieb: So wie meine Wangen muss sich Wolle unter einer Filznadel fühlen! Viel gesehen hab ich nicht! Tomy, der hinter der Scheibe des Verdecks saß, hatte die Aufgabe mir den Kurs anzugeben.

Nach 15 Minuten war der Spuk vorbei, bei strahlendem Sonnenschein liefen wir in den Hafen ein!

Was haben wir gelernt?

Immer Schwimmwesten anziehen und Gurte in Reichweite legen. Und benutzen!

Und das komische Segelsetzsystem kommt weg!

 

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