29. Oktober 2014
von Steffi
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Licht und Schatten – Kanaren, wir kommen!

Nach einem Monat auf Madeira wird es Zeit Abschied zu nehmen von dieser bezaubernden Insel, von guten Freunden und den Mitarbeitern der Marina Quinta do Lorde: Danke, schön, wir haben uns hier rundherum wohl gefühlt!

Ein strahlend blauer Himmel lässt Tomy erahnen, welches Panorama sich unter den Wolken am Pico Ruivo verbarg – vom Meer aus gesehen ist der Blick heute frei auf die Berge. Langsam versinkt der wilde östliche Zipfel Madeiras im Meer. Ebenso langsam aber sicher trübt sich der Himmel. Bald liegt eine bleierne, graue Schwere über uns. Die Zeit scheint still zu stehen, sie will nicht vergehen, sie ist träge und wir mit ihr. Das Meer ist ruhig, der Wind gerade genug, um ein wenig zu segeln. Doch die Schwere will nicht gehen.

Liegt es am Wetter? Daran, dass wir so lange nicht auf See waren? An der Jahreszeit? Im südlichen Herbst haben wir um drei Uhr nachmittags das Gefühl, es sei sieben am Abend: In Wahrheit überwiegt um sieben schon die Dunkelheit. Im Westen erhebt sich das sagenumwobene Atlantis aus der dunklen See: Ein schmaler Streifen oranger Sonnenstrahlen zwischen Schichten von dunklen Wolken erweckt den Anschein einer großen, hell erleuchteten Insel.

Die Nacht verläuft unspektakulär im gewohnter Manier: Ich wache von acht bis eins, dann ist Tomy dran. Er lässt mich bis sieben Uhr schlafen! Ein Stündchen will er sich noch vor dem Frühstück hinlegen, doch der Wind verlangt Handlung: Im Logbuch steht welche, ich weiß es nicht mehr! Zu oft haben wir in den vergangenen Stunden in der Hoffnung auf Wind die Segel gesetzt, eingeholt, festgezurrt, als Unterstützung für den Motor eingesetzt!

Sonnendurchflutete Wolken, schneeweiße Schäfchen vor verhangenen Himmel, sind es, die mir von diesem Morgen in Erinnerung bleiben.

Der zweite Tag auf See verläuft weniger träge, es mag die Sonne sein, die den Unterschied macht. Sie scheint fast den ganzen Tag, nur in der Ferne fallen einzelne Wolken nass bis auf den Horizont. Abends erwischt uns eine dieser Regenwolken peripher: Es fallen gerade genug winzige Tropfen um über uns einen bunten Baldachin aus irisierenden Farbbändern zu zaubern. Wir fahren unter ihm gegen Süden – ich weiß schon, warum er mit uns mitreist, und doch ist es wundervoll! So einen leuchtenden, vielschichtigen und vollständigen Regenbogen habe ich seit unserer Zeit in Salvador nicht mehr gesehen!

Regenbogen auf der Fahrt nach La Palma

Regenbogen auf derr Fahrt nach La Palma

Nachts versinkt rechts von mir eine übergroße, sichelförmige Mondin fast liegend im Meer, während links Orion mit den drei charakteristischen Sternen, die seinen Gürtel formen, aus dem dunkle Wasser empor steigt. Auch zu Hause ist er im Winter sichtbar, dort steht er über den Bungalows neben unserem Haus.

Ich liege im Cockpit und starre hinauf auf die Windfahne. Sie dreht sich munter im Kreis, mal links herum, mal rechts herum. Der Motor schnurrt. Nur Franz, der Autopilot, ist vor La Palma verwirrt. Immer wieder piepst er verwirrt, weil er den Kurs nicht halten kann. Woran es liegt? Sind es die magnetischen Anomalien hier? Oder ist etwas kaputt?

Tagsüber bleibt der Wind mau, das Gute daran ist: Die See bleibt es auch. Selbst in der Düse vor La Palma, dort wo der Wind angeblich immer 10 bis 15 Knoten stärker weht, lässt er sich bitten, immerhin zu 15 Knoten. Eine halbe Stunde holen wir noch die Fock raus, dann sind wir da, etwas müde, hungrig, reif für eine Dusche und neugierig auf Santa Cruz de la Palma, dessen bunte Häuschen sich an die runden Hügel zwischen tiefen, grünen Schluchten schmiegen…

25. Oktober 2014
von Steffi
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Maderia vom Feinsten: Queimadas und Caldeiro Verde

Eigentlich sind wir reif. Überreif. Wir wollen weiter, doch ist diesmal nicht nur der Wind ungünstig, mir steckt der Abschied von meinen Kindern in den Knochen, im Hals und im Kopf. Je nach Blickwinkel nennt sich das auch dicke Erkältung.

Die hält mich zwar davon ab, 48 Stunden durch zu segeln, aber nicht davon 4 Stunden zu wandern. Annemarie und Ritchi, die Schwiegereltern unserer Tochter, sind auch gerade auf Madeira, sie haben ein Auto und nahmen uns mit auf eine der schönsten Wanderungen hier:

Stockdunkle Tunnels, eine gewundene Levada, ein Zauberwald, majestätische Bäume, herrlicher Meerblick, atemberaubende Berge, hohe Wasserfälle und strohgedeckte Hütten!

Und ein Friedhof, auf dem die Toten in Beeten liegen!

Kurz –

Madeira vom Feinsten!

Tomy hat auch Höhlenangst

Tomy hat auch Höhlenangst

q 8

Herbst auf Madeira

q 7 Q tree

Q Meer

q 4

Q 2

q 5

Queimadas

Queimadas

Auf Madeira liegen die Toten in Beeten

Auf Madeira liegen die Toten in Beeten

24. Oktober 2014
von Steffi
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Von schmelzendem Schnee

Das Eis schmilzt mit dem Aufgehen der warmen Frühlingssonne. Tropfen um Tropfen läuft das Wasser des schmelzenden Schnees entlang der Eiszapfen, die von der Dachrinne hängen, hinab. Es knistert und knackst.
Ich träume im Halbschlaf vor mich hin, denke an die magischen Tage meiner Kindheit in der Ramsau am Dachstein…

Nein, ich fantasiere nicht im Fieberwahn meiner Erkältung! Und ich meine auch nicht diesen menschlichen Putzerfisch:

Nein, diesen Putzerfisch meine ich nicht!

Nein, diesen Putzerfisch meine ich nicht!

Doch wie kommt es, dass die Fische, die den Bewuchs von Yemanjas Rumpf knabbern, genauso knistern wie schmelzendes Eis?

22. Oktober 2014
von Steffi
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Zurück auf Madeira

Die junge Frau neben mir umklammert fest die Hand ihres Partners. Laute des Erschreckens und der Angst erklingen hinter mir. Stille. Tobender Applaus!

Dabei wackelte das Flugzeug bloß ein wenig mit den Flügeln!

Da ich wusste, dass Madeira immer noch im Bereich eines Sturmtiefes lag, hatte ich nicht anderes erwartet. Landen auf Madeira, auf dieser kurzen, ins Meer gebauten, auf 120 Meter hohen Säulen – 60 Meter über der Erde, 60 darunter – Landebahn, die obendrein extremen Fallwinden von den Bergen ausgesetzt ist, ist nun mal nicht ohne! Das Flugzeug vor uns musste sogar durchstarten.

Tomy meinte, die Show hätte ich verpasst: Die aufpeitschenden Wellen, die die Hafeneinfahrt unpassierbar machten. Das Knarren und Knarzen der durch einen Sturm im vergangenen Dezember eh schon angegriffenen Pontons. Das Sichern der rostigen Pontons mit Seilen, nachdem er bemerkt hatte, dass eine Halterung kurz vorm Abreißen war. Nachts das Schaukeln des Schiffes „Ich dachte, ich wär in der Biskaya…“

Starkwind Madeira

Die Hafeneinfahrt von Quinta do Lorde im Starkwind (40 Knoten)

Mir fällt es immer noch schwer, nicht vom Schiff zu fallen! Ich bin das Schaukeln nicht mehr gewöhnt!

Während ich zu Hause Unkraut jätete, Laub kehrte, Verblühtes abschnitt, Brautkleid mit unserer liebsten mittleren Tochter* kaufte und mit Lian Nachkrabbeln um den Esszimmertisch spielte – meine Knie! – pflegte Tomy Yemanja:

Er zerlegte die Winschen, säuberte und schmierte sie.

Er erneuerte eine Dichtung an der Toilette und putze das Rundherum mit der Zahnbürste.

Er wusch die Sprayhood, die jetzt wie neu aussieht.

Er ließ das Holz in der Kajüte ein.

Er wechselte das Motoröl und wartete den Motor.

Er kontrollierte das Unterwasserschiff, säuberte die Logge und den Tiefenmesser.

Er baute ein Holzgräting als Unterlage für das Beiboot

Er brachte Reffbändsel an.

Und er riskierte sein Leben bei der halsbrecherischen Fahrt mit dem Bus nach und von Funchal.

Es ist wirklich so – die bisher gefährlichsten Situationen traten an Land auf!

Wann es weitergeht? Wir hätten heute fahren können, doch mir steckt eine Erkältung im Kopf und in den Knochen. Für Sonntag sieht es windmäßig wieder gut aus, bis dahin geht es mir bestimmt auch wieder gut! Das gibt Tomy auch Zeit, um die mitgebrachte Arbeit zu erledigen: Klampen am Mast, mehr Decksösen zum Einharken des Sicherheitsgurtes befestigen und eine Steckdose verlegen.

*Wir haben auch eine liebste älteste und eine liebste jüngste Tochter!

15. Oktober 2014
von Steffi
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Gustav in Portugal und auf Madeira

Unser Glücksbringer Gustav erlebt seine eigenen Abenteuer:

Gustav hat einen neuen Freund

Gustav hat einen neuen Freund

Gustav am Pico Ruivo

Gustav am Pico Ruivo

Gustav in his hands... In der Hand von Kaiser Karl I

Gustav in his hands… In der Hand von Kaiser Karl I

Ohne Gustav am Ruder wäre Portugal in den 50er Jahren nicht Segelweltmeister geworden.

Ohne Gustav am Ruder wäre Portugal in den 50er Jahren nicht Segelweltmeister geworden.

Gustav vor der Flucht aus dem Fort Peniche

Gustav vor der Flucht aus dem Fort Peniche

Gustav und die blaue Blume

Gustav und die blaue Blume

Gustav in Obidos

Gustav in Obidos

Gustav in Nazare

Gustav in Nazare

Gustav gibt das Rauchen auf - Strandaschenbecher

Gustav gibt das Rauchen auf – Strandaschenbecher

Gustav in Aveiro

Gustav in Aveiro