Sao Francisco de Paraguacu
Sao Francisco de Paraguacu

Sao Francisco do Paraguaçu

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Heute sind wir die Affen. Jede unserer Bewegungen, von der Anfahrt, über das Ankermanöver bis zum Anlanden mit dem Dinghi wird von den vier Typen vor der Bar am Ufer aufmerksamst beobachtet – und sicher auch kommentiert.

Unser Ziel sind die Ruinen des Klosters Sao Francisco de Paraguaçu. Von Maragojipe sind es nur zwei Meilen Luftlinie, doch wir müssen den Sandbänken ausweichen, erst zur Ilha Frances und dann entlang des Ufers hinauf, macht vier Meilen.

Ah, dieses Ufer! Die Mangroven mit den kleinen Stränden, der Regenwald dahinter, die Palmen, eine kleine Siedlung, Einbäume und andere Fischerboote dazwischen… Wir teilen diese Idylle, die für die Bewohner sicher keine Zuckerschlecken ist, mit zwei anderen Schiffen.

Sao Francisco

Sao Francisco

Die Ruinen wachsen aus dem Urwald wie die Kulisse eines Filmes. Erleben wir das gerade wirklich?

Hinter den Holzgittertüren huscht eine Gestalt – ob wir das Glück haben, sie besichtigen zu können?

Serendipity…

Der Hüter der Ruinen erwartet uns freudestrahlend am Tor, schließlich kommen nur alle drei, vier Tage Leute vorbei, die sich für dieses einst bedeutende Kloster interessieren: Es ist eines der ältesten Konvente in Brasilien, gebaut zwischen 1660 und 1686, 206 Mönche lebten hier, heute leben mindestens ebenso viele Fledermäuse darin, ein Geierpaar brütet auf dem Schornstein. Mehr als die Grundmauern stehen kaum mehr. Der Ruinenhüter zeigt uns alles: Die Schlafsäle im nicht mehr vorhandenen zweiten Stock, das Becken, in dem die Wäsche und das Geschirr gewaschen wurde, die riesige Feuerstelle daneben, den Glockenturm, in dem zwei Glocken läuten, wie lange wird es dauern, bis er ihr Gewicht nicht mehr halten kann? Er zeigt uns die alten Azujelos und den Orignalboden, von Gras überwuchert, das Gemäuer, dessen Mörtel von Sklaven per Hand mit dem Lehm und den Muscheln des Flusses angerührt wurde. Er zeigt uns die Tomben und Grabmale der Äbte und hochgestellten Persönlichkeiten. Und er zeigt uns jenes Verlies, in dem das Wasser mit der Flut hochsteigt, solange bis die in Ungnade gefallenen Sklaven, die hineingeworfen wurden, darin ertranken. Kann sein, dass an dieser Stelle meine Fantasie meinen Portugiesischkenntnissen einen Streich spielen, doch eigentlich waren seine Gesten unmissverständlich.

Er zeigt uns auch seine Schleifmaschine, gebaut aus einem alten Mixer, mit deren Hilfe er kleine Kästchen baut – es wäre sonst zu langweilig! Was er uns nicht zeigt, ist, was er mit all den Besen neben seinem „Schreibtisch“ kehrt, vermutlich den Fledermausdreck!

Beim Bildnis vom letzten Abendmahl, nicht antik, zeigt, ohne mit der Wimper zu zucken angesichts der eindeutig weiblichen Figuren, auf die Figuren von Johannes und Philipp und liest uns deren Namen vor…

Einmal in der Woche, am Sonntag, so erzählt er uns stolz, wird hier immer noch Messe gehalten. Und zu Sao Joao müssen wir wieder kommen, da feiert das ganze Dorf!

Dorf

Dorf

Wir feiern jetzt auch unser Glück, hier zu sein, zusammen zu sein, an diesem wunderschönen Ort, mit dem Blick über den Fluss auf die sanften grünen und sonnenbeschienenen Hügel gegenüber. Der Sundowner, eisgekühltes Bier, ist einfach köstlich!

Eisgekühltes Bier

Eisgekühltes Bier

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