Auf dem Weg nach Madeira – erster bis dritter Tag

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Dieser Blogeintrag wurde ursprünglich per Pactor über Funk gepostet, mit fehlenden Buschstaben. Hier jetzt die „richtige Version“ zum Vergleich.

Der dritte Tag auf See neigt sich dem Ende zu, ich versuche der Trägheit zu entkommen und mich an die vergangenen Stunden auf See zu erinnern:

Vier Stunden nach Verlassen des Hafens kreischt wieder der Alarm – Motor heiß! Mit Segel weiter? Langsam und auch noch mit schlechtem Kurs?

Zehn Minuten später läuft er wieder, hämmert noch ein wenig und dann schnurrt er wieder – alles ohne erkennbaren Grund. Just in dem Moment kreuzt wieder eine Schule Delfine unseren Weg: Als drei eng aneinander gedrückt genau vor mir synchron hoch aus den Wellen springen, schießen mir Tränen in die Augen. Wie schon vor Peniche bin ich überzeugt, alles ist gut, wir sind sicher.

Wir fahren weiter Richtung Westen, langsamer, mit weniger Motorleistung, auch wenn der Wind uns mittlerweile nach Süden drückt. Wenn wir am nächsten Abend in der windreichen Zone sein wollen, müssen wir ihn jetzt ignorieren.

Vor uns liegt eine schiffverkehrreiche Zone: Alle Transportschiffe, die von Gibraltar zum Ärmelkanal und umgekehrt wollen, müssen an Cabo de Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlandes vorbei. Wir stellen uns eine vielbefahrene sechsspurige Autobahn vor, die wir als Radfahrer kreuzen wollen und müssen.

Tatsächlich ist sie kaum befahren, nur zwei Schiffe kommen uns näher, doch passieren sie uns in sicherer Entfernung.

Irgendwann findet Tomy im Cockpit eine Mutter – wir haben keine Ahnung, wo die herkommt! Bald fällt es immer schwerer, den Wind zu ignorieren – wir drehen ab auf südlicheren Kurs, gönnen dem Motor eine Verschnaufpause. Doch da knallt die Halterung der Curryklemme, die die Großschot hält, auseinander – jetzt fehlt dort auch die Schraube, die durch die Mutter gehalten wurde. Schnell findet Tomy Ersatz und alles ist wieder gut!

Wie schon bei der Querung der Biskaya beginne ich mit der Nachtwache, wieder zieht mich die Nacht in ihren Bann: In der Dunkelheit auf einem Schiff zu liegen, das wie von selbst durch die Nacht rauscht, gezogen wie an einer Schnur, ist ein irres Gefühl! Über dem Festland tobt ein Gewitter, ich sehe nur das Leuchten. In der Gischt neben uns leuchtet fluoreszierend das Plankton, über mir die Sterne und die unendliche Tiefe der Milchstraße. Wie vermessen ist es doch, zu denken, wir wären die einzigen Lebewesen darin!

Morgens früh zieht ein Containerschiff an uns vorbei, in den nächsten 24 Stunden begegnen uns einige. Drei oder vier rufen wir per Funk an, fragen ob sie uns am Schirm – Radar oder AIS – haben, jedes Mal ist die freundliche Antwort positiv: „Ja ich sehe euch, ich lasse euch passieren“.

Am Morgen haben wir etwas Probleme, den Windpilot auf Kurs zu bringen. Letztendlich müssen wir die Segelfläche reduzieren, mit dem Groß im ersten Reff und halber Fock steuert Sissi dann zuverlässig weiter.

Zwei Vorkommnisse verwirren mich etwas: Auf dem AIS sehe ich ein Schiff, die Faröer Islands, es kreuzt unseren Kurs und könnte uns zu nahe kommen. Da verschwindet das Signal und taucht nicht wieder auf, ebenso wenig ein Schiff. Seltsam, seltsam!

Seltsam ist auch, dass sich Tomys Laptop mitten im Versenden der Emails an unsere Kinder abschaltet mit dem Hinweis, Updates müssten konfiguriert werden. Wo bitte, kommen die her, mitten auf See, ohne Internetverbindung? Sind die längst mit einprogrammiert und werden automatisch ausgelöst? Was macht Microsoft da?

Der Wind war bisher gut, etwas böig, von 14 bis 24 Knoten, die anfangs ruhigen Wellen wurden höher, so um die zwei Meter. Damit setzte bei uns beiden die Fastenzeit ein – nein, nach Nahrungsaufnahme ist uns nicht, uns ist beiden mulmig, ich kämpfe immer wieder mit Kälte. Dabei ist die Temperatur durchaus angenehm.

So habe ich in der zweiten Nacht keinen Sinn für ihre Schönheit, warm halten ist meine Devise und sich halbwegs wohlfühlen. Unten im Bett müssen wir uns verkeilen, denn die Wellen lassen uns in alle Richtungen rutschen. Wir rasen mit über 7 Knoten durch die Nacht, etwas mehr als 153 Meilen ist unser Etmal, also die Strecke, die wir in 24 Stunden zurückgelegt haben. Wenn Yemanja die Wellen hinunter reitet, sind es schon mal 10 Knoten!

Mittlerweile lässt der Wind nach, es sind nur mehr um die 10 Knoten, fast genau von hinten. Die Wellen beruhigen sich, damit auch unser Magen. Ich kann wieder lesen und schreiben, über Nahrungsaufnahme nachdenken…

Die Haferflocken-Palatschinken mit Mutters Marillenmarmelade heute früh taten jedenfalls gut! Ein paar sind noch übrig. Oder doch Suppe?

Erst mal das hier losschicken und eine Email an meine Kinder, dann sehen wir weiter!

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Der dritte Tag auf See neigt sich dem Ende zu, ich versuche der Trheit zu entkommen und mich an die vergangenen Stunden auf See zu erinnern:
Vier Stunden nach Verlassen des Hafens kreischt wieder der Alarm – Motor hei Mit Segel weiter? Langsam und auch noch mit schlechtem Kurs?
Zehn Minuten sper lft er wieder, hmert noch ein wenig und dann schnurrt er wieder – alles ohne erkennbaren Grund. Just in dem Moment kreuzt wieder eine Schule Delfine unseren Weg: Als drei eng aneinander gedrkt genau vor mir synchron hoch aus den Wellen springen, schien mir Tren in die Augen. Wie schon vor Peniche bin ich erzeugt, alles ist gut, wir sind sicher.

Wir fahren weiter Richtung Westen, langsamer, mit weniger Motorleistung, auch wenn der Wind uns mittlerweile nach Sen drkt. Wenn wir am nhsten Abend in der Wind reichen Zone sein wollen, msen wir ihn jetzt ignorieren.
Vor uns liegt eine Schiffsverkehrsreiche Zone: Alle Transportschiffe, die von Gibraltar zum melkanal und umgekehrt wollen, msen an Cabo Roca, dem westlichsten Punkt des europschen Festlandes vorbei. Wir stellen uns eine vielbefahrene sechsspurige Autobahn vor, die wir als Radfahrer kreuzen wollen und msen.
Tatshlich ist sie kaum befahren, nur zwei Schiffe kommen uns ner, doch passieren sie uns in sicherer Entfernung.
Irgendwann findet Tomy im Cockpit eine Mutter – wir haben keine Ahnung, wo die herkommt! Bald flt es immer schwerer, den Wind zu ignorieren – wir drehen ab auf slicheren Kurs, gnen dem Motor eine Verschnaufpause. Doch da knallt die Halterung der Curryklemme, die die Grochot ht, auseinander – jetzt fehlt dort auch die Schraube, die durch die Mutter gehalten wurde. Schnell findet Tomy Ersatz und alles ist wieder gut!

Wieder beginne ich mit der Nachtwache, wieder zieht mich die Nacht in ihren Bann: In der Dunkelheit auf einem Schiff zu liegen, das wie von selbst durch die Nacht rauscht, gezogen wie an einer Schnur, ist ein irres Gefl! er dem Festland tobt ein Gewitter, ich sehe nur das Leuchten. In der Gischt neben uns leuchtet fluoreszierend das Plankton, er mir die Sterne und die unendliche Tiefe der Milchstra. Wie vermessen ist es doch, zu denken, wir wen die einzigen Lebewesen darin!

Morgens fr zieht ein Containerschiff an uns vorbei, in den nhsten 24 Stunden begegnen uns einige. Drei oder vier rufen wir per Funk an, fragen ob sie uns am Schirm – Radar oder AIS – haben, jedes Mal ist die freundliche Antwort positiv: „Ja ich sehe euch, ich lasse euch passieren“.

Zwei Vorkommnisse verwirren mich etwas: Auf dem AIS sehe ich ein Schiff, die Farr Islands, es kreuzt unseren Kurs und knte uns zu nahe kommen. Da verschwindet das Signal und taucht nicht wieder auf, ebenso wenig ein Schiff. Seltsam, seltsam!
Seltsam ist auch, dass sich Tomys Laptop mitten im Versenden der Emails an unsere Kinder abschaltet mit dem Hinweis, Updates msten konfiguriert werden. Wo bitte, kommen die her, mitten auf See, ohne Internetverbindung? Sind die lgst mit einprogrammiert und werden automatisch ausgelt? Was macht Microsoft da?

Der Wind war bisher gut, etwas bg, von 14 bis 24 Knoten, die anfangs ruhigen Wellen wurden her, so um die zwei Meter. Damit setzte bei uns beiden die Fastenzeit ein – nein, nach Nahrungsaufnahme ist uns nicht, uns ist beiden mulmig, ich kpfe immer wieder mit Kte. Dabei ist die Temperatur durchaus angenehm.
So habe ich in der zweiten Nacht keinen Sinn f ihre Schheit, warm halten ist meine Devise und sich halbwegs wohlflen. Unten im Bett msen wir uns verkeilen, denn die Wellen lassen uns in alle Richtungen rutschen. Wir rasen mit er 7 Knoten durch die Nacht, etwas mehr als 153 Meilen ist unser Etmal, also die Strecke, die wir in 24 Stunden zurkgelegt haben. Wenn Yemanja die Wellen hinunter reitet, sind es schon mal 10 Knoten!
Mittlerweile lst der Wind nach, es sind nur mehr um die 10 Knoten, fast genau von hinten. Die Wellen beruhigen sich, damit auch unser Magen. Ich kann wieder lesen und schreiben, er Nahrungsaufnahme nachdenken…
Die Haferflocken-Palatschinken mit Mutters Marillenmarmelade heute fr taten jedenfalls gut! Ein paar sind noch rig. Oder doch Suppe?
Erst mal das hier losschicken und eine Email an meine Kinder, dann sehen wir weiter!

19:00 MESZ 35.2268 N und 14.0734 W Kurs 220 Grad 4 Knoten

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