Das erste Mal

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Nebel, Leere, ein graues dunkles Etwas, eine Wand – das nackte Grauen. Nein, ich spreche nicht vom Wetter, sondern von dem Zustand, der sich in meinem Kopf einstellt, wenn ich an den Ärmelkanal denke, genauer: an unser Vorhaben, in diesen auf unserem eigenen Schiff selbstständig und zu zweit vorzudringen.

Der Plan ist folgender: Wir fahren durch den Nordseekanal von Katwoude über Amsterdam nach IJmuiden. Dort halten wir den nassen Finger in den Wind* und je nachdem, wo der her weht, fahren wir direkt rüber nach England, erst mal runter Richtung  Zeebrügge oder auch direkt wieder retour :-). Prinzipiell ist das nichts, das nicht schon Tausende mehr oder weniger Gerüstete vor uns mit Erfolg getan hätten. Doch für uns ist es das erste Mal, nein, hunderte erste Male:

„In echt“ funken, zum Anmelden an Schleusen oder Queren eines Verkehrstrennungsgebietes, oder zur Nachfrage, ob der Tanker uns gesehen hat und ob er doch bitte ausweichen könnte; kreuzen von Verkehrstrennungsgebieten; Begegnungen mit Fähren; berechnen, wann wir einen Hafen anlaufen können oder auch verlassen müssen, um mit den Gezeitenströmen und bei Hochwasser auch dorthin zu kommen, wo wir hinwollen; eventuell ankern, wenn wir es doch nicht rechtzeitig schaffen; überhaupt festlegen, wo es denn hingehen soll; eine Nacht durchsegeln – aktiv, denn Windsteueranlage haben wir noch nicht; dabei andere Schiffe an den Lichtern erkennen; am „echten“ Meer im Gegensatz zur Adria zu segeln; vielleicht seekrank werden; unterwegs kochen; navigieren; Funkgerät, Plotter, Radar und anderes neues Gerät bedienen; allein verantwortlich sein, wenn ich Wache habe…
Nebel, Leere – ich würde lügen, wenn ich sagte, dass ich keinen Schiss hab!

PS: *www.windfinder.com ist dazu besser geeignet!

Könnte aufmunternde Kommentare und Tips brauchen! Danke!

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