In Salvador

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Da  sitzen wir nun auf der anderen Seite des Atlantiks: Kokosplamen hinter uns, heißer, weißer Sand unter unseren Füßen, ein Sonnenschirm über unseren Häuptern und blicken auf die heranrollenden Wellen des Ozeans.

„Von dort kommen wir dann“ sagt Tomy.

Dann –

wenn wir wirklich nach Salvador segeln.

Diesmal sind wir wieder einmal mit dem Flugzeug gekommen, 11 Stunden mit der Condor von Frankfurt.

Seit wir vor mehr als 10 Jahren hier gelebt haben, lieben wir Salvador da Bahia. Einiges hat sich seitdem geändert: Manche Straßen sind besser, es gibt keine alten, vom Rost zusammengehaltenen Autos mehr, dafür von den neuen viel, viel mehr. Während einige einst gute Viertel verkommen, werden neue aus dem Boden gestampft, Häuser renoviert. Die Barracas am Strand wurden aus Umweltschutzgründen abgerissen. Und doch hat sich das Meiste nicht geändert:

Fehlende Gullideckel in den Straßen werden immer noch mit Palmwedeln oder anderen Zweigen markiert, die Schlaglöcher sind halsbrecherisch, der Verkehr folgt eigenen Gesetzen, Hunde, Pferde oder Esel streunen durch die Vororte, alles verschimmelt in der salzigen feuchten Luft. Am Strand gibt es immer noch Bier, Caldo de Sururu – nur wird eben nicht in Barracas sondern in den Häusern dahinter oder in mobilen Küchen gekocht. Die Armen verkaufen den Touristen am Strand nach wie vor Queijo, selbstgebrannte CDs, Tattoos, Schmuck und Tücher. Morgens erwache ich mit dem Ruf des Bem-te-vi, abends schlafe ich mit dem Zirpen der Grillen ein.

Ich liebe dieses Land, ich liebe das Leben hier, Salvador da Bahia.

Und doch…

Heute Morgen brachten wir unsere Kinder zur Fähre nach Salvador, durch dichten, chaotisch geordneten Verkehr; rechts überholen, Schlaglöchern ausweichen, Spur wechseln, einfädeln, in traumwandlerischer Sicherheit die richtige Straße wählen. Was für viele Fremde hier Stress pur wäre, erfüllt mich mit Freude: Ich kenne mich hier immer noch aus!

Und gerade deshalb…

… wird die Sehnsucht nach Neuem, nach Abenteuer, nach Herausforderung und Wachstum immer größer!

Ich liege in der Hängematte, überlege, wie ich eine am Schiff spannen könnte. Ich lese von den Weltumseglungen jener, die vor mir den Mut dazu hatten. Ich schließe die Augen und träume.

Erst mal von den Kanalinseln, von Madeira, den Kanaren. Oder lieber von den Kap Verden? Sollen wir von dort direkt nach Salvador? Oder doch erst in die Karibik, so wie die meisten anderen Segler?

Ich weiß es nicht!

Aber eins ist sicher: Übers Meer kommen wir dann!

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