Blick auf Copacabana am Titicacasee

29. Februar 2016
von Steffi
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Woher die Copacabana ihren Namen hat

Copacabana liegt zwischen zwei Bergen, beide sehen entfernt wie Zuckerhüte aus, nur ist der eine der Kalvarienberg und am anderen liegt ein Sonnenobservatorium der Inkas. Und damit weißt du, dass ich nicht von der Copacabana in Rio rede, sondern von ihrem Namensgeber, dem Städtchen Copacabana am Titicacasee in Boliven.

Copacabana am Titicacasee, Bolivien, der Namensgeber für die Copacabana in Rio

Blick auf Copacabana am Titicacasee

Manche sagen der Name kommt aus der Aymara-Sprache und bedeutet „Sicht auf den See“. Es gibt aber auch noch eine andere Herkunftsgeschichte und die gefällt mir viel besser:

Die andogyne Gottheit der Fruchtbarkeit, Kotakawana, die der griechischen Aphrodite, also der Namensgeberin unseres Schiffstypes, entspricht, wohnt hier im Titicacasee, zusammen mit ihrem Hofstaat, der in etwa unseren Meerjungfrauen, gleicht. Sagt Wikipedia.

Diese Gottheit war früher der Hüter des Sees und sorgte dafür, dass es keine Stürme gab. Das hat später die Virgen de Copacabana übernommen, eine Schwarze Madonna, die von einem Nachfahren jenes Inkas, der den Ort gründete, geschaffen wurde. Somit ist Copacabana der bedeutenste Wallfahrtsort Boliviens.

Basilika der Virgen de Copacabana, Bolivien, Titicacasee

Basilika der Virgen de Copacabana

Jeden Sonntag gegen 10 Uhr werden die neuen Autos im Sinne von neuer Besitzer, mit Blumen geschmückt und gesegnet. Dabei ist die gesamte Familie anwesend und stellt sich sogar für ein Foto auf! Aber erst nachdem der Priester in Mönchskutte und Baseballkappe das Auto ausgiebig mit Weihwasser bespritzt hat: Erst den Motorraum, dann den Innenraum, dann rundherum. Und weil man ja nie weiß, welcher Schutzgeist gerade zusieht, folgt darauf das schamanische Ritual: Kracher werden gezündet um erst mal die bösen Geister zu vertrieben. Das Auto wird mit Sekt und Duftwasser besprengt, ebenfalls, rundherum, Blütenblätter und Reis werden auf das Dach geworfen. Wenn dann die Tauben den Reis vom Autodach picken, freut sich die ganze Familie. Gegen etwaige Lackschäden ist es ja jetzt versichert…

Autosegnung in Copacabana, Bolivien

Erst der Pfarrer

Copacabana

dann das Foto fürs Album

Copacabana, Titicacasee, Bolivien - Segnung der Autos

und zum Schluß die schamanische Zeremonie mit Blütenblättern

Eines schafft jedenfalls weder die Jungfrau noch Kotakawana: Den See vor dem Menschen zu schützen. Die Abwässer der größeren peruanischen Stadt Puno fließen ebenso ungeklärt in ihn, wie all die Abwässer der kleineren Orte. Und wie die der illegalen Minen, von denen es 20000 geben soll. Der See ist stark verschmutzt. Auch fällt sein Wasserstand, weil sich das Klima verändert hat: Es gibt nicht mehr genug Regen, auch das Schmelzwasser der Gletscher fehlt. Denn auch die Gletscher sind teilweise verschwunden.

Kommerzielle Kopien der Virgen do Copacabana

Auch im Dutzend wirkungslos: Kommerzielle Kopien der Virgen do Copacabana

Irgendwann gelangte eine Kopie der Virgen de Copacabana an einen Strand in oder bei Rio. Und somit bekam er den Namen eines bolivanischen Ortes. Leider ist die Kopie auch nicht wirksamer: Die Bucht von Rio, in der die olympischen Spiele stattfinden werden, ist eine einzige Kloake.

INFO

Übernachten: Hostel/Hotel Las Olas gehört zu den schönsten Unterkünften weltweit! Und es ist bezahlbar!

Essen und Trinken: Am Markt gibt es gutes Obst und Gemüse, wenn man sich selbst verpflegen will. Die Kakteenfrüchte, die geschält angeboten werden geben viel Energie und Flüssigkeit.

In den Buden am Strand kann man sehr günstig Lachsforelle aus dem See essen.

Sehenswert:

Die Segnung der Autos jeden Tag um 10 Uhr vormittags herum, Höhepunkt am Sonntag; vor der Basilika

Die Sonnenuhr der Inkas, Horca do Inca, oder der Kalvarienberg

Das Dorf Sayampa, Anfahrt mit dem Taxi, dabei kann man unterwegs bei den Urus oder der Grotte Fatima stehenbleiben. So einteilen, dass man etwa um zwei Uhr in Sayampa ist, um genug Zeit zu haben (Fahrzeit von Copacabana aus ca. 40 bis 50 Minuten). Eventuell mit dem Taxi ausmachen, dass es in Sicuni wartet. Die Mircobusse fahren selten.

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29. Februar 2016
von Steffi
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Die Vögelein vom Titicacasee

Es ist u.n.f.a.s.s.b.a.r!

Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es nicht glauben!

Ich rede von der Fahrt von La Paz zum Titicacasee. Die Busfahrt ist ordentlich organisiert: Alle Passagiere sind namentlich registriert und so warten wir erst mal auf jene drei, die eine halbe Stunde zu spät kommen. Das ist zwar lästig, aber auch irgendwie tröstend: Sie hätten auch auf uns gewartet.

Die Fahrtzeit sollte abhängig vom Verkehr sein. Dieser trifft uns wie ein Schlag! So viele Microbusse hatten wir nicht erwartet! Die Fahrt führt erst hinauf nach El Alto, und dann wieder durch allerlei ungepflasterte Nebenstraßen und Baustellen, vorbei am Möbelmarkt, durch die Straße der Baustoffhändler hinaus ins Altiplano. Immer wieder stehen am Straßenrand Baufahrzeuge, deren Besitzer offensichtlich auf einen Auftrag warten. Dabei ist ganz El Alto eine Baustelle: Verputzt sind nur die Kirchen, alles andere sieht nach Rohbau aus. Die fertigen Häuser sehen meist auch schon abbruchreif aus oder wie Spielhöllen. Dieser moderne Inka-Stil ist nichts für mich. Aber gut, den Leuten hier gefällt es!

Langsam werden die Häuser kleiner und seltener, immer öfter sind sie aus Adobeziegeln gebaut, das jedoch fast mit deutscher Genauigkeit. Frauen waschen die Wäsche im Bach, am Straßenrand und auf den Feldern weiden Rinder, Schafe und Esel, hie und da ein Pferd. Borstige Schweine räkeln sich im Straßengraben, Hunde liegen im Staub. Komischerweise sehen wir keine Hühner.

Und im Hintergrund immer die Kordilleren, dominiert vom 6088m hohen Huayna Potosi.

Huayna Potosi, Altiplano, Bolivien

Der Huayna Potosi dominiert das Altiplano

Nach etwa drei Stunden Fahrt kommen wir an eine Fähre: Ein flaches Holzfloß! Auf diese Flöße werden Lastwagen, Busse und Pkws geladen, der Flößer stößt das Floß mit einer langen Stange vom Ufer ab, erst dann kann er den Außenborder anwerfen!

Unglaublich! Ich bekomme den Mund vor Staunen nicht mehr zu!

Wir Passagiere fahren mit einem kleinen Motorboot auf die andere Seite. Unser Bus bleibt beim Abfahren vorne am Floß hängen und beschädigt sich die Öffnungsanlage der Passagiertür. Mit Hilfe einer Brechstange biegt der Fahrer alles wieder zurecht, wir können einsteigen und weiter geht es.

Floß am Titicacasee

Mit dem Floß über den Titicacasee

Kaum im Hostal angekommen, sind Tomy und ich hin und weg vor Begeisterung: Wir haben einen Dom für uns alleine, ein riesiges rundes Bett, eine tolle Aussicht, Küche, Bad, alles liebevoll dekoriert und gut mit Kaminofen, Wärmeflaschen und Decken ausgestattet!

Das Las Olas ist ein Traum!

Wieso habe ich hier nur drei Nächte gebucht, ich könnte hier zwei Wochen bleiben und einfach nur das Leben genießen!

Aber erst mal haben wir Hunger und gehen hinunter zum Strand. Am Titicacasee soll man Lachsforelle essen und am preiswerteten sind sie in den Buden unten am Strand: Je Portion 25 Bolivanos, also rund 3 Euro, schmecken tut es auch!

Und jetzt, endlich, kommen wir auch an den Vögelein vorbei…

Fahrt Titicacasee (17)

INFO

Übernachten: Hostel/Hotel Las Olas gehört zu den schönsten Unterkünften weltweit! Und es ist bezahlbar!

Essen und Trinken: Am Markt gibt es gutes Obst und Gemüse, wenn man sich selbst verpflegen will. Die Kakteenfrüchte, die geschält angeboten werden geben viel Energie und Flüssigkeit.

In den Buden am Strand kann man sehr günstig Lachsforelle aus dem See essen.

Sehenswert:

Die Segnung der Autos jeden Tag um 10 Uhr vormittags herum, Höhepunkt am Sonntag; vor der Basilika

Die Sonnenuhr der Inkas, Horca do Inca, oder der Kalvarienberg

Das Dorf Sayampa, Anfahrt mit dem Taxi, dabei kann man unterwegs bei den Urus oder der Grotte Fatima stehenbleiben. So einteilen, dass man etwa um zwei Uhr in Sayampa ist, um genug Zeit zu haben (Fahrzeit von Copacabana aus ca. 40 bis 50 Minuten). Eventuell mit dem Taxi ausmachen, dass es in Sicuni wartet. Die Mircobusse fahren selten.

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29. Februar 2016
von Steffi
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Sampaya – Leben wie zu Zeiten der Inkas

Martin, der Inhaber des Las Olas, unserer traumhaften Unterkunft in Cobacabana, rät uns von einem Besuch der schwimmenden Inseln der Urus in Peru ab (die in Bolivien liegen auf dem Weg nach Sampaya), wir sollten uns lieber das Dorf Sampaya in den Bergen hinter Copacabana ansehen, wo die Menschen teilweise noch in Steinhäusern, so wie zu Zeiten der Inkas leben. Ein Taxi bringt uns für 70 Bolivanos, rund 10 Euro praktisch über Stock und Stein hin. Es ist ein zauberhafter Ort voller alter Steinhäuser, Häuser aus Adobe und mit vielen Blumen: Dahlien, Fackellilien, Cosmeen und vieles andere.

Heute, Sonntag nachmittags scheinen alle Einwohner in Copacabana am Markt zu sein. Wir treffen nur ein Ehepaar am Friedhof, das uns freundlich willkommen heißt.

Sampaya

Am Friedhof von Sampaya

Wir schlendern durch den Ort, vorbei an der hübschen Kirche und entlang des Sees: Unter uns liegt die Mondinsel, in der Ferne können wir die schneebedeckten Berge der Kordillieren erahnen.

Sampaya, bei Copacabna, Bolivien

Unter den Wolken liegen Schnee bedeckte Berge

Zurück auf der „Straße“ folgen wir ihr noch bis zum nächsten Bergrücken, dann suchen wir uns einen Weg querfeldein vorbei an Kartoffelfeldern, Weiden, Eukalyptusbäumen und einem Sumpf hinunter zur Straße, die am Ufer entlang führt.

Kartoffelfeld

Kartoffelfeld

Dort hoffen wir einen Microbus anhalten zu können, denn der Weg zurück ist weit. Aber erst folgen wir der Straße durch den Ort Sicuani. Wieder sind wir überrascht, wie gut gemauert und gepflegt selbst die einfachsten Häuser sind. Da kann Bahia nicht mithalten, so sehr ich es liebe!

Sicuani

Sicuani

Kurz vor der ersten Steigung können wir zu meiner Erleichterung einen Microbus anhalten. Meine Beine schmerzen noch vom morgentlichen Aufstieg zum Sonnenobservatorium der Inkas, dem Horca dos Incas: Man geht von der Basilika der Virgen immerhin rund 45 Minuten recht steil, teilweise über Treppen hinauf.

Sonnenuhr der Incas zur Festlegung der Sonnenwende

Sonnenuhr der Incas zur Festlegung der Sonnenwende

Die Aussicht oben über die Bucht von Copacabana ist hübsch. Selbst Gustav, unser Glücksbringer, ist so in ihn vertieft, dass er vergisst mit uns wieder hinunter zu gehen… Also gut, ich hab ihn vergessen. Und das hab ich erst fast unten gemerkt. Also kletterte ich nochmals eine halbe Stunde hinauf, um ihn zu holen!

Gus Tavep, der Inca prüft den Sonnenstand

Gus Tavep, der Inca prüft den Sonnenstand

Wie gut, dass wir für abends das Jacuzzi im Hostal gebucht hatten!

Jacuzzi, Las Olas, Copacabana, Bolivien

Im Jacuzzi

Die Stunde im heißen Wasser, mit eindrucksvollen Sonnenuntergang vor uns, den Sternen über uns und Wetterleuchten links und rechts von uns ist einer jener zauberhaften Momente, die frau im Leben nicht mehr vergißt…

Sonnenuntergang in Copacabana

Sonnenuntergang in Copacabana

INFO

Anfahrt nach Sampaya mit dem Taxi von Copacabana, ca 80 Bolivanos. Die schwimmenden Inseln der bolivianischen Urus liegen auf dem Weg, mit dem Taxifahrer kann ein Stopp vereinbart werden.

Nach dem Rundgang durch den Ort zurück auf die Lehmpiste gehen und ihr bis zum nächsten Bergrücken nach dem Ort folgen. Über diesen Rücken querfeldein nach unten zur Lehmpiste entlang des Ufers wandern.

Ganz wichtig: Wasser und Sonnenschutz!

Auf der Uferstraße einen Microbus für den Rückweg anhalten.

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Markt in El Alto - La Paz

28. Februar 2016
von Steffi
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Lost in El Alto

Es regnet, die Wolken hängen tief. Aber heute, Donnerstag, ist doch Markt in El Alto!

El Alto ist quasi die Oberstadt von La Paz, 4100m hoch in der riesigen Hochebene Altiplano gelegen. Der Flughafen dort ist der höchstgelegene der Welt. In der dünnen Luft hoch oben leben die, die sich La Paz nicht leisten können: Die Indigenen. Wer Geld hat, zieht so tief hinunter wie möglich, in die „dicke“ Luft.

Ich persönlich finde, dass El Alto gegenüber La Paz einen großen Vorteil hat: Es ist eben, außerdem ist die Luft unten zwar Sauerstoff- aber auch Abgasreicher!

La Paz N (2)

Wir aber gehen erst mal steil bergab ins Alexander, unserem Stammcafé. Dort gibt es leckere heiße Schokolade, ein Schokoriegel, der in heißer Milch schmilzt. Und Internet, mit dem sich sogar mein altes Notebook verbindet. Dann geht es wieder steil hinauf zu unserer Unterkunft. Von dort ist nicht weit bis zur Station der gelben Linie der Teleférico.

Teleferico La Paz - El Alto

Teleferico La Paz – El Alto

In ein paar Jahren wird La Paz/El ALto das weltweit größte urbane Seilbahnnetz der Welt haben, erbaut von einem österreichischen Unternehmen. Seit 2014 verbinden drei Linien die beiden Städte, die von steilen Felswänden getrennt werden. Es gibt nur wenige Straßen, die hinauf führen, und die sind oft verstopft, es dauert bis zu einer Stunde mit dem Auto. Die gelbe Linie verkürzt die Fahrzeit auf 17 Minuten, zumindest, wenn man ganz unten anfängt.

Wir steigen im unteren Drittel zu, schweben über Baustellen, Wäscheleinen, Ziegelbauten und einer endlosen Treppe nach oben. Wir folgen rechts der Panoramica bis wir zu den ersten Groß-Marktständen kommen.

Himmel, wer kauft diese Unmengen an Kartoffeln?

Markt in El Alto - La Paz

Kartoffeln!

Andrerseits sitzen manche Frauen vor einer Handvoll Zwiebeln, die sie verkaufen möchten.

Wir lassen uns treiben, sind erstaunt über die unglaubliche Vielfalt und Qualität des Angebotes: Äpfel, Weintrauben, Melonen, Ananas, Feigen, Birnen, Pfirsiche, Kürbisse, Kräuter, Salat, rote Zwiebeln, Stangensellerie, Knoblauch, Bananen, weißer Mais, Bohnen, Paprika, Zucchini, Auberginen, Chili, Tomaten, Möhren…

Marktfrau in El Alto

Marktfrau in El Alto

Auch gar manches, das wir nicht kennen: Papalisa zum Beispiel oder Pacay. Und etwas Weißes, das aussieht wie Marshmallows und Tongo oder so heißt. Was es ist, weiß ich nicht.

Papalisa, El Alto

Papalisa

Wir suchen eigentlich immer noch den berühmten Markt von El Alto, auf dem es alles geben soll, ob Fahrrad oder Kleidung. Aber irgendwie werden wir die Gemüseverkäuferinnen nicht los. Immerhin finden wir den echten Hexenmarkt: Stände mit Lamaföten, die in die vier Ecken von neuen Häusern eingemauert werden, Weihrauch, Opfergaben und Kerzen. Und säckeweise Kokablätter.

Hexenmarkt in El Alto, Bolvien; Witchmarket

Hexenmarkt in El Alto

No Foto.

Ich werde sehr streng angesehen.

Dies rechte Dame wollte nicht fotografiert werden

Dies rechte Dame wollte nicht fotografiert werden

Die Männer lassen sich gerne fotografieren, sie fordern uns sogar dazu auf. Die Frauen schütteln böse dreinblickend den Kopf, drehen sich weg. Nur wenige lassen Fotos zu. Dabei sind alle sehr freundlich, beantworten meine Fragen, lachen mit mir – solange ich die Kamera unten lasse.

Ich konnte der Veruchung nicht widerstehen - und durfte dann auch fotografieren

Ich konnte der Veruchung nicht widerstehen – und durfte dann auch fotografieren

Kinder zu fotografieren, da traue ich mich gar nicht erst fragen! Die ganz Kleinen werden am Rücken getragen, im bunten Tuch, doch nur eine Mütze sieht heraus, wenn überhaupt. Sie werden übrigens durchaus in der Öffentlichkeit gestillt, nur muss frau schon sehr genau hinsehen, um das überhaupt zu merken. Ich hab‘ auch noch keines weinen gehört. Die älteren sitzen neben den Frauen zwischen dem Gemüse. Oder spielen neben der Kassa im Schuhgeschäft. Es sind wunderschöne Kinder, mit großen dunklen Augen und roten Bäckchen.

Dafür erwische ich den echten Leoparden sehr gut:

El Alto (10)

Ich esse eine sehr heiße und scharfe Nudelsuppe, die eine Frau am Straßenrand verkauft. Alle Umstehenden lächeln wohlwollend. Der Suppe fehlt Salz, sonst ist sie gut und sättigend, schließlich ist sie so dick, dass der Löffel drin stehen bleibt.

Suppenkaspar

Suppenkaspar

Tomy lässt diesen Kelch an sich vorübergehen.

Mittlerweile haben wir die Orientierung gründlich verloren. Selbst Tomy mit seinem verschluckten Kompass weiß nicht, ob geradeaus oder doch rechts? Wir glauben, das eine oder andere von unserer Taxifahrt vom Flughafen wiederzuerkennen, aber wir finden weder die berühmte Feria, noch den Gemüsemarkt noch die Teleférico-Station. Just als es wieder zu schütten beginnt, steht ein Taxi vor uns, von dem lassen wir uns zur Station bringen – so falsch waren wir gar nicht!

DEN Markt haben wir zwar nicht gefunden, der große  findet wohl doch nur sonntags statt, aber der Gemüsemarkt war sehenswert!

Markt in El Alto - La Paz, Bolivien

Wer mehr über den Sonntags-Markt in El Alto lesen und sehen will schaut am besten bei flocutus vorbei.

INFO

Angeblich ist donnerstags und sonntags großer Markt in El Alto. Wir waren Donnerstag und fanden nur Gemüse!

Besser früh gehen, um 9 solltet ihr oben sein, denn mittags machen viele  zu.

Anfahrt über die gelbe Linie (wir sind in Sopocachi eingestiegen) und oben nach rechts. Nach ca. 15 bis 20 min kommt der Kartoffelmarkt,  der in den Gemüsemarkt übergeht.

Wie wir den Hexenmarkt fanden, weiß ich nicht mehr.

Dennoch: Eine Tour (Teleferico und Markt), wie sie oft angeboten wird, braucht ihr dafür nicht! Nur einen Stadtplan und oder Google-App

Mehr Info unter Downloads & Links

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26. Februar 2016
von Steffi
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La Paz

Der Taxifahrer sieht uns zweifelnd an: Hier wollen wir austeigen? In dieser kleinen Gasse vor dem verrammelten Haus?

La Paz N (7)

Sieht nicht einladend aus, ist einfach und nett und gut gelegen!

Damit sind wir quitt. Führt der Weg vom Flughafen El Alto runter durch La Paz doch erst mal so kreuz und quer durch Nebenstraßen voller Löcher und Indio-Frauen in bunten Tüchern, dass mir kurz Zweifel kommen, ob wir nicht doch entführt werden. Doch plötzlich tut sich die Gasse auf, vor uns liegt La Paz in einem Talkessel, Serpentinen führen hinunter.

Uns stockt der Atem.

La Paz N (3)

Dieser Blick ist ein grandioser Traum mit ein wenig Alb darin.

Vor dem Haus ruft der Taxler die Telefonnummer auf unserer spanischen Wegbeschreibung an und schon winkt von oben ein Lockenschopf. „Ich komme“ ruft Ryck.

Wie?

Auch diesmal hatte ich über Airbnb gebucht, ich mochte Lage, Preis und Fotos des Angebots. Dass Ryck jahrelang in Köln, also quasi in der Nachbarschaft, gewohnt hat und fließend deutsch spricht, habe ich jetzt nicht erwartet.

Wir haben Hunger und machen uns auf den Weg in die Stadt. Von der Höhe merken wir erst mal nichts. Wir haben allerdings auch die hier erhältlichen Sorochi-Pills genommen. Beim Rückweg keuche ich dann doch etwas: Ich habe null Kondition und es geht ganz schön bergauf. Die Autos qualmen auch nicht schlecht!

Ich bin außer Atem, ja, ’s Herzerl klopft, aber oben angekommen ist alles wieder gut, ich merke nichts von der Höhe.

Tomy schon. Die erste Nacht kämpft er mit einem beklemmenden Gefühl, wie auf zu kleinem Raum eingesperrt sein. Doch die Tabletten helfen, den nächsten Tag ist er fit genug für eine ausgiebige Stadtbesichtigung:

Nein, La Paz ist nicht schön. Alte Minibusse blasen stinkende Abgase in die Luft, die Taxis nicht weniger. Beide zusammen beherrschen den Verkehr, die wenigen Privatautos sind japanischer Herkunft. An jeder Ecke sitzt eine Chola – eine Frau mit indianischen und spanischen Vorfahren – und verkauft etwas: Elektronik, Zeitungen, Hefte, Obst, Gemüse, Süßigkeiten, Bananenschips, Mützen… Alte Villen verkommen zwischen modernen Hochhäusern. Die Kaffeehäuser auf der Hauptstraße können es mit denen in Wien aufnehmen, die Restaurants mit denen in Berlin und die Schuhgeschäfte mit denen in Mailand. Die Kinder gehen in den englischen Kindergarten oder werden am Rücken in einem bunten Tuch getragen. Die Damen sind schick gekleidet wie in Paris oder sie tragen die Tracht der Cholas, weite Röcke, Schultertuch, Hütchen, Schühchen.

La Paz

La Paz ist eine Weltstadt mit indigenen Flair.

Höher als dort, wo bei uns allenfalls noch ein paar Bakterien im ewigen Eis gerade so nicht erfrieren, wachsen hier Palmen und Kiefern. In gepflegten Parks blühen Löwenmäulchen und Stiefmütterchen. Hinter den Hochhäusern wachsen schroffe Felswände empor. Die Brötchen schmecken wie daheim, das Bier wird nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, es gibt frisches Obst und Gemüse in Hülle und Fülle. Die Schuhputzer haben fast immer etwas zu tun, auch die Autowäscher, und die Polizisten gehen freundlich lächelnd Streife.

Nachts ist es kühl, vielleicht fünf, vielleicht acht Grad, doch mittags heizt eine gnadenlos brennende Sonne die von ihr beschienenen Stellen auf 20 bis 25 Grad. Nur im Schatten bleibt es kühl. Diese Stadt auf über 3200m Höhe, weiß einfach nicht, ob sie alpin oder mediterran sein soll!

Wir machen einen Stadtrundgang. Erst laufen wir den „Prado“, die Prachtstraße mit den teuren Geschäften und schönen Kaffeehäusern, entlang bis zur Kirche San Franciso, in die sich der gute alte Franz bestimmt nicht verirrt: Viel zu viel Gold innen drinnen. Hübsch ist sie.

La Paz (4)

Dahinter soll der Hexenmarkt sein, aber nur mehr zwei Stände und das schicke Cafe das Brujas erinnert daran: Mit Souvenirs lässt sich offensichtlich mehr verdienen. Außer den typischen bunten Tüchern, Püppchen und Kram, gibt es auch ein paar Geschäfte, die bei uns durchaus tragbare Kleidung aus Alpaka verkauft.

Dann gehen wir hinauf in die Altstadt, in die Calle Jean Irgendwas, die unter Denkmalschutz steht. Immerhin gibt es ein überraschend liebevoll gestaltetes Museum für Musikinstrumente dort. Tomy wartet, ich sehe es mir an und spiele mit einem Flaschenxylophon und anderen Instrumenten. Danach gehe ich ins Folklore Museum und erwarte Trachten, doch Fehlanzeige. Die Masken in dem dunklen Raum sind beeindruckend, der Federschmuck hübsch, auch die Ausstellung über die verschiedenen Indigenen Gruppen wäre interessant, doch leider ist alles nur auf Spanisch.

Vor dem Regierungsviertel sind Straßensperren, die wohl kaum einen Wahnsinnigen abhalten können. Immerhin erinnern sie daran, dass das Land gepalten bleibt: In Oben und Unten, indigener und europäischer Abstammung, arm und reich, Si und No – und so ziemlich alles, was dazwischen liegt.

La Paz (6)

Die Häuser um den Plaza Murillo sind sehr hübsch, die Tauben ein Albtraum. Und die Irren füttern sie auch noch! Vor dem Regierungssitz stehen ein paar Colorados in roten Uniformen herum – und das war es mit den Sehenswürdigkeiten!

La Paz (1)

Doch täuscht euch nicht: Der Zauber dieser Stadt liegt in ihrem Flair! Oder in ihren Märkten.

Denn eigentlich ist das Zentrum von La Paz ein einziger riesiger Markt: Der Souvenirmarkt geht in den Blumenmarkt in der Calle Illampu über – in der sind übrigens auch jede Menge Hostels, Touranbieter und Trekkingausrüster mit Markenware. Auf der anderen Seite der San Franciso Kirche ist ebenfalls ein großer Markt, verbunden werden die beiden durch vereinzelte Kioske. Und das geht weiter bis zum Markt an der Calle Comacho. Dort gibt es alles, schön in Sektionen aufgeteilt.

Blumenmarkt am Beginn der Calle Illampu

Blumenmarkt am Beginn der Calle Illampu

Und überall gibt es etwas zu essen: köstliche Bananenchips und geröstete Bohnen, Nüsse, geschälte Kaktusfrüchte, Suppen, Fleisch mit Reis, weißes Popcorn (schmeckt nach Pappendeckel), Obstsalate und Säfte, Empanadas, Brot und gefüllte Teigtaschen.

Frau mit der typischen Haltung eines Menschen, der auf sein Handy starrt

Frau mit der typischen Haltung eines Menschen, der auf sein Handy starrt

La Paz kann man nicht besichtigen, La Paz muss man erleben!

INFO

LA PAZ

Im touristischen Zentrum rund um die Kathedrale San Francisco ist La Paz am wenigsten interessant. Dort sind die Hostels, Touranbieter, Ausrüster und Souvenierverkäufer, sprich Touristen, aber nicht La Paz.

TIPP Übernachten: Hostel in Sopocachi suchen, z.B. das A la Maison. Man bekommt sehr viel mehr von der Stadt mit, wenn man von dort ins Zentrum schlendert. Außerdem ist dort die Teleferico Amarello, mit der man nach El Alto fahren kann oder ins Vallee de la Luna.

Sehenswert:

Markt in EL Alto: Der große Markt ist sonntags, aber auch an den anderen Tagen ist bis mittags Gemüsemarkt

Markt Comache: In La Paz, riesiger Markt, auch morgens hingehen

Vallee de La Luna: bunten Microbus Nr 43 vor der Kathedrale nehmen, oder die Sicherheitskräfte nach den kleinen Bussen fragen; Fahrzeit eine gute Stunde; oder mit der Teleferico Amarello zur Talstation fahren und dort in den 43er einsteigen.

Fahrt mit der Teleferico (Amarello) nach El Alto: toller Blick, lässt sich mit dem Markt verbinden

Den Prado rauf und runterspazieren bis zum Plaza Avanca, um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen.

Mutige können sich mit dem Mountainbike die Death Road hinunterstürzen, es gibt Angebote zum Paragliden, Bergsteigen oder man fährt ins ehemals höchste Schigebiet der Welt. Die

Touranbieter sind fast alle hinter der Kathedrale in der Calle Illampu. Dort gibt es auch Ausrüstung

Busse nach Copacabana: Diana Tours im Hotel Sagaranga in der Straße, die neben der Kathedrale hinauf geht (Calle Sagaranga). Abfahrt etwa 8 Uhr morgens, Fahrtzeit 4 Stunden, Ticket am Vortag kaufen

Busse nach Oruro: von 4:30 morgens an praktisch stündlich den ganzen Tag im Busterminal, Tickets am gleichen Tag kaufen

Zug von Oruro nach Uyuni/Tupiza/Villazon: Im Büro der FCA in der Sanchez Lima zwischen, Ticket im Voraus kaufen. Die Züge gehen viermal in der Woche, der Wara Wara Dienstag und Donnerstag, der Espreso del Sur Freitag und Sonntag. Info unter www.fca.com.bo

Alle Bolivieninfos unter Downloads & Links

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