Segeln mit Yemanja

Uber? Wir nehmen lieber das Piraten-Taxi…

Busfahrt übers Wasser

und fahren damit zum Strand. Es ist nämlich Sonntag und da fährt die Bahn nicht. Wir aber müssen runter vom Schiff und raus in die Welt, sonst kriegen wir einen Koller…

Also latschen wir rüber an die Schnellstraße, sehen den Bus davon fahren – Fahrpläne sind hier genauso optional wie in Salvador – und stellen uns an die Bushaltestelle. Oft bleiben Privatautos stehen und nehmen die Leute für den Busfahrpreis mit: Piraten-Taxi!
Die Busse scheinen nicht oft zu fahren.

Nach fünf Minuten bleibt ein Pirat stehen, nimmt auf der Strecke noch zwei Fahrgäste dazu und lässt uns brav und unbehelligt im Zentrum von Cabedelo wieder aussteigen.

Jetzt haben wir die Qual der Wahl: Wieder zum Strand beim Leuchtturm in Cabedelo, Praia do Miramar, so wie letztes Wochenende? Der Strand dort ist überraschend hübsch: Karibikblaues Wasser, ein Riff, das die Wellen des Atlantiks abhält, malerische Fischerboote, der Leuchtturm und Barracas unter Palmen.

Praia do Miramar in Cabedelo

Allerdings musst du dort auch die Kunst des Scheuklappenblicks beherrschen: Links ist das Silo und das, was der Österreicher als Gschtetten bezeichnet – verwahrlostes Land. Rechts ist es okay, aber nicht aufregend und davor ist:

Der übliche Wellensaum aus toten Algen, Muscheln und Müll. Mit Strandsäubern haben sie es hier noch nicht. (In Salvador ist das öfter der Fall). Es ist trotzdem sehr idyllisch dort!

Strand in Cabedelo

Ein größerer Blickwinkel…

Wir wollen jedenfalls heute etwas Neues probieren und wagen den Sprung aufs andere Ufer des Rio Paraiba.
Dazu hatschen wir erst mal entlang des Flusses zurück Richtung Jacare. Wir landen in einer Sackgasse an deren Ende die Fähre anlegt.
Ein schöner brasilianischer Steg mit einer Up-Cycling Fähre:

Wir steuern heute mit dem Chicken-Bus, gefüllt mit Mensch und Tier, übers Meer!
Ich liebe das!

Naja, eigentlich schippern wir über die Flußmündung. An der zweiten Haltestelle, dem Ort Forte Velho, steigen wir aus. Warum der kleine, aber feine Ort mit doch recht neuen Häusern nach einem alten Fort benannt ist, wissen wir nicht. Nach einem kurzen Rundgang lassen wir uns in einer Bar nieder und warten auf den Bus zurück….
Der kommt nach knapp zwei Stunden.

Forte Velho

Cabedelo ist am Sonntagnachmittag völlig ausgestorben, wir erwischen mit Glück ein – echtes – Taxi, das uns nach Jacare bringt. Dabei geraten wir in den Konvoi einer Wahlveranstaltung. Kurz vor Jacare fliegt aus dem Auto vor uns erst rechts, dann links eine leere Dose aus dem Autofenster.
Brasilien, Brasilien… schönes, reiches Land, geplündert und verdreckt.

(Okay, wann werden es WIR in den ach so sauberen Ländern kapieren…? Unsere Kreativität darin, Dinge in Plastik zu verpacken, die nicht verpackt werden müssen, ist wirklich genial)

Den folgenden Sonntag pilgern wir nochmals zum Strand nach Intermares. Der ist immer noch ziemlich nichts-sagend: Keine Barracas, fast menschenleer, im Hintergrund die Hochhäuser von Joao Pessoa. Allerdings wenden wir uns diesmal nach links, Richtung Cabedelo, denn dort soll eine Sandbank mit schönem Riff sein, Areia Vemelha, und vielleicht fahren da ja Bötchen hin, oder ich kann rüber schwimmen…

Der Strand von Intermares ist auch am Wochenende leer

Nun, kann ich nicht, es ist zu weit, und die Boote sind mittags um 11 alle schon drüben. Dafür tummeln sich im ruhigen Wasser davor und Windstärke 3 bis 4 die Surfer und Kiter, Kinder sitzen in Sandbadewannen, die Väter spielen Fußball, die Frauen beschränken sich darauf schön zu sein – und wir bekommen Lust, es doch noch mal mit Kiten und Surfen zu versuchen! Es sieht einfach nach soooo viel Spaß aus!

Wr wollen auch!

Praia de Campina

Praia do Poco

Surfing

Am Strand ziwchen Intermares und Cabedleo

Flying High

Gut, muss jetzt warten bis in die Karibik oder sonst wo: Wir wollen Donnerstag los…

INFO

Praia do Miramar:

In Cabedelo am Leuchtturm. Ich kann keine Wegbeschreibung geben, schaut es euch auf Google Earth an. Schöner Strand, geschützt durchs Riff, Karibikblaues Wasser, ein paar Barracas. Lohnt sich!

Forte Velho

Am anderen Ufer des Paraiba. Kein Strand, nur ein paar Barracas, aber abenteuerliche Fahrt dorthin – die lohnt den Aufwand!

Von der Bahnstation Richtung geradeaus Richtung Paraiba gehen, erste links bis zum Ende, da ist die Busfähre. Geht wochentags jede Stunde, sonntags alle zwei Stunden (11:00, 13:00) Zurück von Forte Velho um 13:50, 15:50. Keine Gewähr!

Praia da Ponta de Campina bis Praia do Poco

In Intermares am Strand nach links gehen, von da aus 1 bis 3 km am Strand wandern. Oder mit dem Taxi hinfahren.

Schön zum Surfen und Kiten, auch Schulen und Verleih vorhanden. Sehr geschützt, dank Riff. Ausflugsboote fahren zum Arreia Amarella, der Sandbank davor. Es gibt auch ein paar Strandbars und die Strände sind recht sauber.

Barraca Lovina: Kiten, Surfen, StandUpPaddle, Kayaking, Verleih und Schule; zum Essen und Trinken recht teuer, gute Toiletten

Kiteschule (eventuell nur  am Wochenende) Am Praia da Ponta de Campina

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