Segeln mit Yemanja

Die Vögelein vom Titicacasee

Es ist u.n.f.a.s.s.b.a.r!

Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es nicht glauben!

Ich rede von der Fahrt von La Paz zum Titicacasee. Die Busfahrt ist ordentlich organisiert: Alle Passagiere sind namentlich registriert und so warten wir erst mal auf jene drei, die eine halbe Stunde zu spät kommen. Das ist zwar lästig, aber auch irgendwie tröstend: Sie hätten auch auf uns gewartet.

Die Fahrtzeit sollte abhängig vom Verkehr sein. Dieser trifft uns wie ein Schlag! So viele Microbusse hatten wir nicht erwartet! Die Fahrt führt erst hinauf nach El Alto, und dann wieder durch allerlei ungepflasterte Nebenstraßen und Baustellen, vorbei am Möbelmarkt, durch die Straße der Baustoffhändler hinaus ins Altiplano. Immer wieder stehen am Straßenrand Baufahrzeuge, deren Besitzer offensichtlich auf einen Auftrag warten. Dabei ist ganz El Alto eine Baustelle: Verputzt sind nur die Kirchen, alles andere sieht nach Rohbau aus. Die fertigen Häuser sehen meist auch schon abbruchreif aus oder wie Spielhöllen. Dieser moderne Inka-Stil ist nichts für mich. Aber gut, den Leuten hier gefällt es!

Langsam werden die Häuser kleiner und seltener, immer öfter sind sie aus Adobeziegeln gebaut, das jedoch fast mit deutscher Genauigkeit. Frauen waschen die Wäsche im Bach, am Straßenrand und auf den Feldern weiden Rinder, Schafe und Esel, hie und da ein Pferd. Borstige Schweine räkeln sich im Straßengraben, Hunde liegen im Staub. Komischerweise sehen wir keine Hühner.

Und im Hintergrund immer die Kordilleren, dominiert vom 6088m hohen Huayna Potosi.

Der Huayna Potosi dominiert das Altiplano

Nach etwa drei Stunden Fahrt kommen wir an eine Fähre: Ein flaches Holzfloß! Auf diese Flöße werden Lastwagen, Busse und Pkws geladen, der Flößer stößt das Floß mit einer langen Stange vom Ufer ab, erst dann kann er den Außenborder anwerfen!

Unglaublich! Ich bekomme den Mund vor Staunen nicht mehr zu!

Wir Passagiere fahren mit einem kleinen Motorboot auf die andere Seite. Unser Bus bleibt beim Abfahren vorne am Floß hängen und beschädigt sich die Öffnungsanlage der Passagiertür. Mit Hilfe einer Brechstange biegt der Fahrer alles wieder zurecht, wir können einsteigen und weiter geht es.

Mit dem Floß über den Titicacasee

Kaum im Hostal angekommen, sind Tomy und ich hin und weg vor Begeisterung: Wir haben einen Dom für uns alleine, ein riesiges rundes Bett, eine tolle Aussicht, Küche, Bad, alles liebevoll dekoriert und gut mit Kaminofen, Wärmeflaschen und Decken ausgestattet!

Das Las Olas ist ein Traum!

Wieso habe ich hier nur drei Nächte gebucht, ich könnte hier zwei Wochen bleiben und einfach nur das Leben genießen!

Aber erst mal haben wir Hunger und gehen hinunter zum Strand. Am Titicacasee soll man Lachsforelle essen und am preiswerteten sind sie in den Buden unten am Strand: Je Portion 25 Bolivanos, also rund 3 Euro, schmecken tut es auch!

Und jetzt, endlich, kommen wir auch an den Vögelein vorbei…

INFO

Übernachten: Hostel/Hotel Las Olas gehört zu den schönsten Unterkünften weltweit! Und es ist bezahlbar!

Essen und Trinken: Am Markt gibt es gutes Obst und Gemüse, wenn man sich selbst verpflegen will. Die Kakteenfrüchte, die geschält angeboten werden geben viel Energie und Flüssigkeit.

In den Buden am Strand kann man sehr günstig Lachsforelle aus dem See essen.

Sehenswert:

Die Segnung der Autos jeden Tag um 10 Uhr vormittags herum, Höhepunkt am Sonntag; vor der Basilika

Die Sonnenuhr der Inkas, Horca do Inca, oder der Kalvarienberg

Das Dorf Sayampa, Anfahrt mit dem Taxi, dabei kann man unterwegs bei den Urus oder der Grotte Fatima stehenbleiben. So einteilen, dass man etwa um zwei Uhr in Sayampa ist, um genug Zeit zu haben (Fahrzeit von Copacabana aus ca. 40 bis 50 Minuten). Eventuell mit dem Taxi ausmachen, dass es in Sicuni wartet. Die Mircobusse fahren selten.

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