Segeln mit Yemanja

Figueira da Foz

“The best time to go overboard is two hours after high sea.”

Na, da wissen wir ja, was wir zu tun haben!

Vor lauter Freude, dass sich ein paar Unerschrockene bis zum Segelclub Associação Aveirense de Vela de Cruzeiro kommen, schenkte uns der Hafenmeister auch noch eine Clubfahne zum Abschied. Sie weht jetzt unter der TO-Flagge.

An seinen Rat gehalten haben wir uns nicht ganz – keiner ging baden. Und wir verließen den Anleger des Segelclubs in Aveiro schon eineinhalb Stunden nach Hochwasser Aveiro, als der Strom langsam zum Stillstand kam und bald darauf kippte. Immer schneller werdend schob er uns an den Leuchttürmen hinaus ins Meer. In der Einfahrt spielte das Wasser nur, doch draußen warfen uns die 2 m hohen Wellen ganz schön herum.

Ohne Wind, so dass uns kein Segel stabilisieren konnte.

“Das kann ja heiter werden, 7 Stunden durch 2m See zu motoren, noch dazu, wo wir nach dem Heimurlaub noch nicht wieder ganz seefest sind!”

Die Wellen beruhigten sich schnell, nur die Dünung blieb. Franz, der Autopilot steuerte, und ich konnte endlich schlafen. Ein gewisser Jemand hat nämlich nachts öfter mal auf der Jagd nach Mücken das Licht angedreht. Und heiß war es, konnte mich ja wegen der Mücken nicht abdecken. Wie die Mücken trotz Gitter den Weg zu uns finden? Keine Ahnung!

Jetzt sind wir in Figueira da Foz und suchen den namensgebenden Feigenbaum an der Flussmündung. Vergebens!

Wir holen besser Feigen vom Markt, dem einzigen Ort hier, der einen Besuch lohnt. Die einladende, hübsche Wasserfront lässt sich vom Schiff aus viel besser genießen.

Waterfront

Statt Feigen kauften wir Fisch. Angeboten wird, was im Meer schwimmt: Von winzig klein bis meterlang, flach oder bauchig, meist silbrig, doch auch mit roter Haut – eine beeindruckende Vielfalt! In Portugal wird Fisch gegessen, aber nicht gefangen. Angeblich ist der Großteil importiert, weil Portugals Fischereiflotte nicht groß und modern genug ist.

Aber was davon kaufen? Die Dame neben mir kauft einen flachen, runden Fisch, ich frage sie, wie sie ihn zubereitet: “A o forno.” In den Ofen stecken, das schaff ich auch nach einem langen Segeltag, noch dazu, wo die Marktfrau ihn für mich ausnimmt. Gegenüber erstehe ich bei zwei alten Damen, beide bucklig, beide auf ihren Füßen nicht mehr sicher stehend, ein knappes Kilo frischer Fisolen. Was das ist, liebe Nicht-Österreicher, dürft ihr googeln! Schmecken besonders gut mit Speck, aber ich mag sie am liebsten als Salat!

Markt in Figueíra da Foz

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