Juliabenteuer 2019

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Der Juli hatte es in sich: Selbst, wenn ich eisern aussortiere bleiben noch unzählige Abenteuer, Wunder, Freuden, Kuriositäten und verpatzte Transporte übrig, die ich erzählen kann. Gut, wir reisten ja auch über die Berge nach Genua und übers Meer nach Korsika, für uns so gut wie Alltag:

Leid und Freud

Anfang des Monats erreichte mich ein Mail unseres Freundes Tom – wir waren gemeinsam über den Atlantik gesegelt, in getrennten Schiffen: Bei ihm bestünde Verdacht auf eine ernste Krankheit, er wäre zur Abklärung in Deutschland. Das Kunstwerk „Der Schwebende“ wollte er auch schon immer sehen, also kam er kurzerhand zu Besuch nach Köln. Schön war es! Das Beste ist aber: Er ist gesund!

Das entzückenste Geburtstagsständchen der Welt…

erreicht Tomy per Whatsapp: Das Enkelmädchen singt Happy Birthday lieber Tomy. Sie ist 28 Monate alt und formt jede Silbe ganz genau mit den Lippen aus. Hinreißend sage ich euch! Toll ist aber auch, wie der Älteste Rollhockey spielt: Er ist ja noch nicht mal sechs, spielt aber schon in der örtlichen Mannschaft gegen viel, viel Ältere. Gut, sie verlieren, aber sie haben Spaß! Und sein kleiner Bruder klettert tapfer über riesige Steine und durchschwimmt tiefe Gumpen, aber nur mit Papa oder Opa!

Mein kleiner Mutmacher

Es ist bestimmt 50 Jahre her,

dass ich zuletzt Almrausch gesehen habe! Ich bin selig: Am Gotthard blüht Anfang Juli der Almrausch! Wie habe ich ihn vermisst!

Almrausch

1m Pizza

Klingt viel. Ist aber im Nu verputzt! Tochter Nr 1 mit Familie kommt auf dem Weg nach Korsika bei uns vorbei und bringt Hunger mit. Aber selbst ohne Hunger: Die Pizza ist saugut.

1 m Pizza

Und dann beginnen die Transportprobleme…

Reifenplatzer

Wir mieten einen Siebensitzer und wollen dem Jungvolk die Küste und die Berge zeigen. Da es regnet, ist nicht viel los, wir kommen sogar bis Portofino. Das ist im Sommer so überfüllt, dass man normalerweise gar nicht bis zum Ort kommt. Zurück kommt uns ein Bus entgegen, Tomy muss auf den Bordstein ausweichen….

Zischhhhh

Die Straße ist eng, es gibt kaum Platz zum Halten. Vor einem Hotel findet Tomy eine kleine Parkbucht. Er und unser Schwiegersohn suchen den Ersatzreifen.

Er ist unten drunter.

Wie bekommt man ihn da los? Gebrauchsanweisung gibt es keine. Nach langem Suchen und Fummeln holen die beiden den Notreifen unter dem Auto vor. Wechseln müssen sie ihn fast mitten auf der Straße. Ich stehe hinter der nächsten Kurve in einem Garteneingang und warne die viel zu schnell heranfahrenden Autos.

Mit einem Fußtritt bekommt Tomy endlich den Reifen von der Nabe und schließlich den Notreifen befestigt.

Hab ich schon erwähnt, dass es regnet?

Wir trinken jetzt erst Mal Kaffee!

Macht alles wieder gut!

Danach fahren wir wie geplant nach Neirone, bei Paola wartet ein köstliches Abendessen auf uns!

Der Dingimotor kratzt ab

Die Jungs freuen sich aufs Dingifahren. Weit kommen die zwei großen und die zwei kleinen Männer allerdings nicht, dann versagt der Motor. Tomy rudert zurück.

Die Mädels vom Hospitality Desk der Marina finden schnell jemand, der ihn repariert, allerdings erst bis Donnerstag 10 Uhr. Und wir wollten schon morgens los Richtung Korsika. Aber gut, müssen wir halt warten.

Bis zur Hafeneinfahrtk

kommen wir am Donnerstag. Dann kreischt der Motoralarm, es ist ihm zu heiß. Wir blicken uns ratlos an: Vor wenigen Wochen war der Motor anstandslos stundenlang gelaufen! Wir kamen doch wunderbar bis Sestri Levante und zurück! Was ist los?

Noch lache ich

Wir drehen um. Kurz vor der Marina stirbt der Motor ganz ab, der Marineiro schiebt uns mit dem Schlauchboot zurück in unsere Box.

Der Behälter mit der Kühlflüssigkeit ist leer, in der Bilge schwimmt grünes Wasser.

Wo ist das Leck?

Tomy findet nur zwei lose Schellen, von denen er sich nicht erklären kann, wie sie dahin gelangt sind, wo sie waren. Er zieht sie fest und entlüftet den Turbolader. Beim Probelauf in der Box bleibt das Kühlwasser, wo es bleiben soll…

Wo ist das Leck?

Auf nach Korsika!

Sonntags fahren wir mehr oder weniger der Küste entlang bis Sestri Levante. Der Motor schnurrt. Montagmorgen legen wir ab Richtung Korsika.

Wind ist nicht viel, er unterstützt nur den Motor, der 30 Stunden lang cool bleibt.

Wir genießen Delphine, den Mondaufgang, die Sterne, die vielen Flugzeuge am Nachthimmel. Wir bringen das Kunststück fertig, genau gleichzeitig mit zwei Fähren an der Einfahrt zum Verkehrstrennungsgebiet am Cap Corse zu sein: Eine geht 0,2 Seemeilen vor uns durch, die andere genauso nah hinter uns. Das Kunststück wiederholen wir vor der Einfahrt nach Bastia.

Dann haben wir Ruhe bis Porto de Taverna. Dort können wir die nächsten 10 Tage bleiben. Solenzara wäre uns zwar lieber gewesen, weil näher bei den Kids, aber die Marina dort weigerte sich, unsere Reservierung anzunehmen. War irgendwie komisch…

Bushaltestelle Oleander

Um zu unseren Kindern zu gelangen und mit ihrem Auto zum Flughafen, um ein Auto zu mieten, nehmen wir den Bus von Bastia nach Porto Vecchio. Der fährt zweimal täglich: Um 9:25 hin, um 14:30 von Solenzara retour.

Ich verstehe jetzt den Protest der Franzosen gegen die Benzinpreiserhöhungen: Öffentlichen Nahverkehr gibt es in Frankreich außerhalb Paris nicht. Das war in der Bretagne so, auf Martinique und hier auch. Es geht nicht mal ein Bus bis zum Flughafen in Bastia!

Aber der Bus wartet. 40 Minuten auf einen Fahrgast, der mit dem Taxi kommt.

Tomy ist sauer, für ihn geht der Fahrplan vor. Ich habe mein Häkelzeug dabei und amüsiere mich königlich! Ich finde es einfach witzig.

So läßt es sich warten

Der Busfahrer lässt uns dann auch beim Strand, an dem die Kinder auf uns warten, aussteigen

Genug der Reiseabenteuer?

Nein! Wir fahren nach Corte ins Landesinnere. Am Rückweg fahren wir über die Berge. Gut, dass das Wetter bescheiden wird, wissen wir. Dann kommt der Nebel. Wenig später regnet es Hunde und Katzen – oder doch Kühe, Ziegen und Schweine? Die stehen jedenfalls öfter mal neben und mitten auf der Fahrbahn. Wo sollen sie auch hin? Links ist ein Abgrund, rechts ein Berg.

Stier im Nebel

Es blitzt. Es hagelt.

Wir kommen ohne Panne zurück aufs Schiff.

Mutproben

Die waren alles andere als alltäglich! Wie ich mich überwinde und in die Tiefe springe, davon erzähle ich hier (Hochseilgarten). Und hier (Hochseilgarten)

Jetzt lieber noch zur Entspannung: Meine Jacke aus Granny Squares ist fertig, ebenso ein Tuch aus rotem Garn, das ich erst nicht mochte und jetzt doch! Um die Jacke zu tragen, bräuchtest du vielleicht auch Mut, aber ich liebe diese Farben so sehr, dass ich es kaum erwarten kann, dass es kühler wird. Hier in Italien ist es nämlich heiß!!!

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